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Wie schwierig ist das Zusammenleben mit einem Triathleten? – Teil 2

25. September 2014 von Nicole Luzar

triathlon.dePartner von Triathleten kommen in deren Trainings- und Terminplan oft etwas kurz. Sie brauchen (und sollten!) das aber nicht einfach so hinnehmen, sondern darauf achten, dass sie im Sportfieber nicht vergessen werden. Und wenn sie ihren Sportler schon zum Wettkampf begleiten, sollten sie nicht bloß als Begleitpersonal dienen, sondern auch an sich denken, um ihn gut gelaunt zu überstehen.


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In Teil 1 dieses augenzwinkernden Beitrags ging es bereits darum, wie man als Lebenspartner eines leidenschaftlichen Sportlers versuchen kann, dessen Bewegungsdrang zu verstehen, wie und worüber man sich mit einem Triathleten am besten unterhält und wie sich die Zeit, die ein Triathlet nicht in der Arbeit verbringt, auf Training, Haushalt, Familie so verteilen lässt, dass alle etwas davon haben. Womöglich sogar der Rasen. Diesmal geht es um die beiden Punkte „Das Spielzeug akzeptieren“ und „Der Triathlon-Zuschauer“.

Das Spielzeug akzeptieren

Teaser SchwimmutensilienWenn wir ein x-beliebiges Triathlonmagazin aufschlagen, geht es dort neben dem Training immer auch um allerlei Material: die besten Neoprenanzüge, Pulsuhren, Rennräder, Laufschuhe, Einteiler, Nahrungsergänzungsmittel, wie man das ganze Zeug putzt und einen Platz dafür findet. Ach nein, das wird natürlich nicht erwähnt. Eine große Garage hilft jedenfalls enorm.
Da ein Triathlet für unterschiedliche Wettkämpfe jeweils Rennräder mit unterschiedlichen Rahmen, Ritzeln und Reifengrößen braucht (oder zumindest zu brauchen glaubt), sammeln sich im Laufe der Jahre so einige Rennmaschinen an. Und das Geld dafür wechselt den Besitzer. Findet Euch damit ab – es ist eine langfristige Investition in die Gesundheit Eures Triathleten!

Was das Ablegen und Ausdünsten verschwitzter Trainingssachen überall in der Wohnung angeht, ist nicht ganz so viel Toleranz nötig: Da könnt Ihr getrost verlangen, dass Euer Partner mal Gas gibt und die Klamotten in die Waschmaschine trägt. Oder auf dem Balkon auslüften lässt.

Der Triathlon-Zuschauer

Anders als Fußball werden Triathlon-Wettkämpfe nur selten im Fernsehen übertragen. Das liegt unter anderem daran, dass dieser Sport für viele Zuschauer – nun ja – nicht so prickelnd ist. Wobei man sich während einer Fernsehübertragung ja noch problemlos mit anderen Dingen beschäftigen kann. Bei einem Wettkampf live dabei zu sein, ist eine ganz andere Herausforderung.

triathlon.deUnd die läuft für Partner eines Triathleten oft wie folgt ab: Man muss am Wochenende unangenehm früh aufstehen, sitzt auf der Fahrt zum Wettkampf neben einem nervösen Energiebündel im Auto, wartet, während der Triathlet die Startunterlagen abholt, sein Rad eincheckt, die Wechselzonen vorbereitet und sich in seinen Neo zwängt, bevor er in einem Gewimmel schwarz gekleideter Mitstreiter/innen abtaucht. Wenn der Partner endlich wieder aus dem Wasser kommt, rennt man ähnlich hektisch wie dieser zur Wechselzone, um zu sehen, wie er sich aus dem Neoprenanzug schält und in den Sattel schwingt. Danach kann man sie je nach Wettkampflänge und Streckenführung eine ganze Weile allein vergnügen.
Um auch den zweiten Wechsel live mitzubekommen, muss das Timing perfekt stimmen (oder der Zuschauer entsprechend lange warten), damit er seinen Partner unter all den Teilnehmern wiedererkennt. Kurz winken, während die Radsachen gegen die Laufschuhe getauscht werden, und dann verschwindet der Triathlet schon wieder auf die Laufstrecke. Wenn man sich bei den Wechseln verpasst, vergehen also mehrere Stunden, ohne dass man einander zu Gesicht bekommt. Manche finden das, nun ja, etwas langweilig. Triathlon sei für Zuschauer nicht das Wahre.

Mag sein, aber manche Menschen schauen es sich trotzdem an. Falls auch Ihr vorhabt, Euren Partner am Wettkampftag zu begleiten, gibt es hier einige Ausrüstungstipps für Partner von Triathleten.

  • Eine Uhr, um den Zeitpunkt abzupassen, wann Ihr Euren Partner bei den Wechseln bejubeln könnt.
  • Ein Faltstuhl ist äußerst nützlich, denn bequeme Sitzgelegenheiten am Wettkampfort sind oft Mangelware.
  • Sonnencreme und -kappe: Das Ozonloch wird sicher nicht kleiner.
  • Fotoapparat und/oder Videokamera: Damit Ihr Eurer Rolle als Dokumentarberichterstatter gerecht werden könnt.
  • Zeitschriften und/oder Kreuzworträtsel: Ihr werdet schließlich viel Zeit ohne Euren Partner verbringen.
  • Rucksack: Als Transportmittel für all die anderen Ausrüstungsgegenstände.

Weitere Strategien wie die Kurzschlaftechnik und ein frühzeitiges Studium von Fotoapparat, Faltstuhl und Zeitplan Eures/r Liebsten sind auch eine gute Idee. Ansonsten hilft nur: Ruhe bewahren.

Viel Erfolg!

Sportwelt Verlag, einmaligSo, ich hoffe, dass diese Anregungen Euch dabei helfen, Sportfieber und Familienleben besser aufeinander abzustimmen. Die Tipps stammen übrigens aus dem Buch So kommen Sie in Schwung – Triathlon für Couchpotatoes. Das richtet sich zwar in erster Linie an zukünftige Triathleten, enthält aber auch ein ganzes Kapitel Für Partner von Triathleten – Tipps für ein harmonisches Zusammenleben und ist für bereits aktive Triathleten eine gute Möglichkeit, den/die Lebenspartner/in mit einem dezenten Geschenk ebenfalls zum Triathlonsport zu verführen. Denn die Autorin schreibt sehr motivierend, wie sie es geschafft hat, vom Sofa aufs Rad zu kommen. Und zum Laufen und Schwimmen. Sogar ins Ziel eines Half Ironman! Trotz anfangs starkem Übergewicht. Was aber nicht nötig ist, um Spaß an dem Buch zu haben. Also für Triathleten eine echt günstige Investition in die eigene Partnerschaft … und sogar die eigene Triathlonkarriere. ;-)

Titel: So kommen Sie in Schwung – Triathlon für Couchpotatoes
Autorin: Jayne Williams
Verlag: Sportwelt Verlag
ISBN: 978-3-941297-07-4
Umfang: 251 Seiten
Preis: 8,95 EUR

Bilder: triathlon.de, Sportwelt Verlag

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