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Wie schwierig ist das Zusammenleben mit einem Triathleten? – Teil 1

10. September 2014 von Nicole Luzar

Christine Waitz,   freiAnders als die meisten anderen Sportler betreiben Triathleten nicht nur eine Sportart sondern gleich drei! Die natürlich alle entsprechend trainiert werden sollen. Da aber auch der Beruf eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, lassen die Hilfe im Haushalt und die gemeinsame Freizeit mit der Familie oft zu wünschen übrig. Hier gibt es einige etwas augenzwinkernde Tipps für ein harmonisches Zusammenleben mit ambitionierten Triathleten.


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Zwischen Lebenspartnern, von denen einer mit dem Triathlonvirus infiziert ist, der andere sich aber wundert, wieso man bloß durch unnötiges Hin- und Herrennen so viele Kalorien verbrennen mag, gibt es sehr unterschiedliche „Reibungspunkte“. Zum Beispiel fragt sich der Nicht-Triathlet:

  • Ist ständiger Bewegungsdrang eine Krankheit?
  • Wie und worüber soll ich mich bloß mit meinem Partner unterhalten?
  • Hilfe! Der Sport frisst so viel Zeit (und der Sportler so viel Futter)
  • Wer soll eigentlich das teure Material bezahlen?
  • Was? Ich soll mir das Ganze auch noch anschauen?

Diesen Beitrag dürfen Triathleten sich gern zu Herzen nehmen. Er richtet sich jedoch vorrangig an ihre Lebenspartner. Und an Menschen, die noch darüber nachdenken, ob sie mit dem Triathlon beginnen wollen und wie sie es bloß ihrem Partner erklären. Diese Tipps haben übrigens schon manch eine Ehe gerettet…

Den Bewegungsdrang verstehen

Liebe Triathlon-Partner, um den Bewegungsdrang Eures Sportlers zu verstehen, könntet Ihr versuchen, Euch selbst etwas mehr zu bewegen. Vielleicht weckt das ja eine ungeahnte Begeisterung dafür. Es muss auch nicht unbedingt Triathlon sein. Laufen oder Radfahren allein sind auch in Ordnung. Handball oder Eiskunstlauf dagegen könnten neue Probleme mit sich bringen, wenn Ihr plötzlich Blut leckt und selbst richtig ins Training einsteigt. Der Nachteil dabei: Die ungetrübte Freude lässt meist ein paar Wochen auf sich warten, und ohne eine gewisse Hartnäckigkeit könntet Ihr den Drang nach Bewegung dann nur noch verrückter finden.

Tri-Speak lernen

Christine Waitz, freiWorüber unterhalten sich ambitionierte Triathleten am liebsten? Klar, über ihre Sport! Wer sich also mit seinem Partner vernünftig unterhalten möchte, braucht ein entsprechendes Vokabular. Begriffe wie Aero, Agegrouper, Ironman, Koppeltraining, Negativsplit, Neo, W1 und W2 könnt Ihr in jedem Triathlonbuch nachschlagen. Aber es gilt, nicht nur die Bedeutung dieser Fachbegriffe nur zu kennen, sondern auch, sie in Sätzen zu verwenden. In korrekten, triathlonspezifischen Sätzen!

Damit Dein/e Partner/in sich schnell fühlt, sagst Du zum Beispiel: „Hey, du warst total aero auf dem Rad.“ Aero ist gut, aber nur im Zusammenhang mit Radfahren zu verwenden.
Wenn Du hörst, dass die Wassertemperatur am Wettkampftag 16,5 Grad beträgt, sag etwas wie: „Oh, da schwimmst du wohl mit Neoprenkappe, oder?“ Damit bezeugst Du einerseits Mitgefühl angesichts der furchtbaren Bedingungen, mit denen Dein/e Partner/in zu kämpfen haben wird. Andererseits lässt es durchblicken, dass Du Dir Gedanken darüber machst, dass sein oder ihr Hirn einfrieren und dies spürbare Auswirkungen haben könnte.
„Um wie viel Uhr startet deine Startgruppe?“, beweist, dass Du die komplexen logistischen Abläufe beim Triathlon kennst.

Die Kunst des Multifunktionstrainings

Wenn der häusliche Rasen zur Wiese mutiert und die Wäscheberge schier in den Himmel wachsen, darf ein Triathlon-Partner getrost auf die Vorteile von Ausgleichssportarten wie Rasenmähen, Bügeln, Unkrautjäten, Straßekehren oder Kellerentrümpeln hinweisen.

Auch ein gemeinsamer Ausflug ist eine tolle Möglichkeit für einen harmonischen Familientag: Der Triathlet fährt beispielsweise mit dem Rad zum Ausflugsziel oder gar zu den Schwiegereltern, wo dann zur allgemeinen Begeisterung die Kaloriendepots wieder aufgefüllt werden.

Nicht nur Training gehört auf den Terminplan

Gemeinsame Zeit mit dem Partner beziehungsweise der Familie ist wichtig und gehört für jeden noch so ehrgeizigen Triathleten genauso auf den Terminplan wie das Training! Egal, ob Ihr zusammen essen oder ins Kino geht, ein Wochenende in den Bergen, am Strand oder am See verbringt – auch Triathleten sollten zeigen, dass ihr Partner und ihre Beziehung ihnen wichtig sind!

Hier gibt es mehr!

Sportwelt Verlag, einmaligSo, das waren fürs Erste genug Anregungen, wie Ihr Sportsucht und Familienleben besser aufeinander abstimmen könnt. Beim nächsten Mal geht es um die beiden Punkte „Das Spielzeug akzeptieren“ und „Der Triathlon-Zuschauer“.

Diese Tipps und einige der Formulierungen stammen übrigens aus einem Buch, das sich zwar in erster Linie an Noch-Nicht-Triathleten richtet, aber unter anderem ein ganzes Kapitel Für Partner von Triathleten – Tipps für ein harmonisches Zusammenleben“ den Lebenspartnern von Triathleten widmet. Also auch für Triathleten eine gute Investition in die Zukunft ihrer Partnerschaft: So kommen Sie in Schwung – Triathlon für Couchpotatoes. Kauft es nicht erst, wenn der Scheidungsanwalt vor der Tür steht. ;-) Und vielleicht lassen sich Eure Liebsten damit ja ebenfalls vom Triathlon begeistern…

Titel: So kommen Sie in Schwung – Triathlon für Couchpotatoes
Autorin: Jayne Williams
Verlag: Sportwelt Verlag
ISBN: 978-3-941297-07-4
Umfang: 251 Seiten
Preis: 8,95 EUR

Bilder: Sportwelt Verlag, triathlon.de

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