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Was macht eigentlich…? Der Vize-Europameister Langdistanz von 2004 Nils Goerke?

31. Januar 2015 von Christine Waitz

Ingo Kutsche,   frei2004 feierte Nils Goerke seinen größten Erfolg. Beim traditionsreichen Allgäu Triathlon in Immenstadt wurde die ITU Europameisterschaft über die Langdistanz ausgetragen und trotz vorhergehender Verletzung schaffte er es sich auf den zweiten Platz vorzuarbeiten. Geschlagen geben musste sich der damals 31-jährige lediglich dem Niederländer Gerrit Schellens. Wir haben uns gefragt, was macht Nils Goerke heute?


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Bekannt für seinen starken Lauf, holte Goerke 2007 bei der Premiere des Ironman 70.3 Wiesbaden den dritten Platz und war damit hinter Stephan Bignet und Alessandro Degasperi immerhin bester Deutscher. Ein weiterer Erfolg gelang ihm 2010 beim Ironman Regensburg, wo er den letzten Podiumsplatz erreichte. Danach wurde es still um ihn und 2012 beendete er offiziell seine Profikarriere. Doch dem Triathlon ist er treu geblieben. Heute arbeitet er in Hamburg als Triathlon-Coach.

Wir haben Nils im Club LaSanta auf Lanzarote getroffen und uns mit ihm unterhalten.

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Hallo Nils! Du hast 1993 das erste Mal an einem Triathlon teilgenommen. Heute, über 20 Jahre später, bist du immer noch im Sport zu Hause. Was macht Triathlon aus, dass er auch nach so langer Zeit noch interessant ist, Spaß macht?

Ingo Kutsche, freiDie Frage beinhaltet quasi schon die Antwort – Triathlon macht einfach unheimlich viel Spaß. Auch nach über 20 Jahren. Triathlon hat sich zu einer gesunden, bunten, trotzdem sehr leistungsorientierten Lifestyle Sportart für Jedermann entwickelt. Das finde ich toll. Triathlon ist nicht mehr nur Ironman Hawaii, sondern mittlerweile haben viel mehr Leute Spaß daran, die tolle Kombination der drei Sportarten auszuprobieren

Was hat sich rückblickend in den letzten Jahren im Triathlon besonders verändert? Wo liegen die Chancen, wo vielleicht aber auch die Probleme, die diese Entwicklungen mit sich bringen?

Wie gesagt, Triathlon ist mittlerweile eine Sportart für wirklich jeden. Dieses harte „Eisenmann“ Image ist nicht mehr so omnipräsent – das finde ich toll. Viele Sportler trauen sich einfach ran, an die Jedermann Distanzen, egal ob sie topp trainiert sind oder nicht. Das Erlebnis oder auch Abenteuer Triathlon fasziniert viele.
Auf der anderen Seite wird Triathlon im Leistungssportbereich unglaublich professionell betrieben. Auch schon im Amateurbereich. Vor 20 Jahren hast Du hier im Club La Santa die absoluten Topathleten Europas getroffen, heute ist der Club voll mit AK-Athleten aus Dänemark, Italien, Spanien, Deutschland,… Und ein paar Kilometer weiter südlich, auf Fuerteventura, sind noch einmal so viele. Die Amateure sind unglaublich diszipliniert, fokussiert und leider zum Teil auch etwas zu verbissen. Die Moral, was Windschattenfahren und Fairness untereinander anbelangt, ist schon deutlich anders als früher.

Ingo Kutsche, frei

Heute bist du als Trainer aktiv. Was macht für dich diesen Beruf so attraktiv?

Zum einen ist es natürlich totaler Luxus auch weiterhin seine Leidenschaft zum Beruf machen zu können. Und gerade die oben angesprochenen Punkte motivieren mich enorm – immer mehr Amateurathleten investieren so unglaublich viel, um Ihre Ziele und Träume zu realisieren. Und verrennen sich dabei meistens total. Im schlimmsten Falle verletzen sie sich, verlieren den Spaß am Sport und werden eher langsamer als schneller. Den Athleten zu zeigen, dass es auch mit weniger Training und deutlich mehr Spaß geht, meistens sogar viel besser, ist toll. Die Athleten, die ich betreue, trainieren zum grössten Teil wesentlich weniger als vorher, haben eine tolle Einstellung zum Triathlon, Spaß am Training und werden schneller – das ist doch die beste Motivation, die man als Trainer haben kann!

Wir sitzen unter der Sonne Lanzarotes im Club LaSanta. Trainingslagerstimmung um uns herum. Da stellt sich die Frage, bist du selbst noch auf Wettkämpfen unterwegs?

Ich habe in der Tat bisher jedes Jahr seit 2012 mindestens einmal im Jahr eine Startnummer um – allerdings just for fun ; ) 2013 und 14 war es der 10k Path Run auf dem Alii Drive, letztes Jahr kam noch eine lokale Halbdistanz hinzu, die ich sogar gewinnen konnte. Ein bisschen was geht also doch noch, auch wenn ich heute sicher nur 30 % von früher trainiere. Mich würde allerdings reizen, noch einmal einen schnellen Marathon zu laufen. Ich weiß allerdings nicht, ob es mir neben meinen diversen Projekten gelingt, noch einmal den Hebel umzulegen.

Was sind deine drei wichtigsten Tipps rund um die trainingsreichsten Wochen des Jahres, die du den Teilnehmern deines Camps am Tag der Ankunft ans Herz legst?

Ingo Kutsche, freiZuallererst einmal Spaß haben und die Tage geniessen – es ist schliesslich Urlaub! Dann nicht jede Trainingseinheit mitzumachen, die angeboten wird – zwei Einheiten am Tag reichen für die meisten der Athleten vollkommen aus. Und dann, die gelernten Sachen mitzunehmen, nach Hause, und dort die neuen Reize und Ideen ins Training integrieren – neue sinnvolle Reize machen immer schneller – egal ob absolute Toppathleten, Amateursportler oder Einsteiger.

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Nils Goerke auf Facebook.

Fotos: triathlon.de

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