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Verbandstag in Kamen: NRWTV nicht mehr Veranstalter

6. Dezember 2012 von Ralph Schick

NRWTVPulheim, 6. Dezember 2012 – Nicht nur die Bayern haben am Wochenende Verbandstag, sondern auch die Triathleten aus Nordrhein-Westfalen. Neben allen sportlichen Erfolgen, die die deutschen Athleten in diesem Jahr verbuchen konnten, werden in den Verbänden auch immer wieder ganz andere Themen diskutiert. Die aktuellen Themen in NRW hat Robert Stabrey vom Pulheimer SC zusammengefasst.


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Sonja Oberem

Sonja Oberem, Präsidentin NRWTV

Leserbrief von Robert Stabrey

Ein Jahr nach ihrer Wahl zur Präsidentin des nordrhein-westfälischen Landesverbandes muss Sonja Oberem am kommenden Samstag in Kamen vor den Mitgliedsvereinen ihren ersten Bericht abliefern. Im Fokus des Interesses stehen dabei mehrere Ereignisse, die während der vergangenen Saison für positive und negative Schlagzeilen gesorgt hatten und miteinander verwoben sind. Die zweite Auflage des Düsseldorfer Citytriathlon, in dessen Organisation sie diesmal federführend eingebunden war, erfreute sich erneut an viel Resonanz bei Athleten und Zuschauern rund um den Medienhafen und die Altstadt. Der NRWTV fungierte zusammen mit einer städtischen Sportagentur als Veranstalter und Ausrichter. Deren gemeinsames Ziel war es, eine attraktive Breitensportveranstaltung ohne kommerziellen Anstrich anzubieten, konzipiert und gestaltet von aktiven wie erfahrenen Triathleten. Finanziell vollständig abgesichert wurden beide bisher durchgeführten Events durch von der Stadt Düsseldorf zur Verfügung gestellte Mittel.

Für den für das kommende Jahr geplanten T3-Triathlon taucht der NRWTV nicht mehr namentlich auf, die Veranstalterverantwortung geht auf die Oberem Sport Service GmbH über, eine erst vor zwei Wochen gegründete Gesellschaft mit Sitz in Mönchengladbach. Geschäftsführerin ist Sonja Oberem selbst. Damit entsteht in NRW eine ähnliche Situation wie sie in Baden-Württemberg schon seit einiger Zeit existiert: der Vorsitzende eines Landesverbandes fungiert gleichzeitig als Veranstalter eines größeren Events. In Stuttgart ist es Björn Steinmetz, amtierender Präsident des BWTV und Organisationschef des Challenge Kraichgau. Diese Konstellation nährte in der Vergangenheit intensive Diskussionen über Interessenkonflikte im Triathlon, die wiederum zu einer umwälzenden Neuregelung der Startgeldabgaben der Veranstalter führte.

Die Veranstalter profitieren von der Ende letzten Jahres hastig verabschiedeten Abgabenordnung, sie ging zulasten der Athleten für die die DTU-Startpässe deutlich teurer wurden. Das noch unter der alten Zehnprozent-Abgabenregelung durchgeführte Cologne Triathlon Weekend (CTW) des Jahres 2011 war der Anlass für heftige Turbulenzen, auch innerhalb des NRWTV-Präsidiums. Die zu Saisonstart im April vom Veranstalter Jeschke & Friends immer noch nicht beglichene Forderung von 30.000 EUR Startgeldabgaben führte zur Androhung des NRWTV, seine für das Jahr 2012 ausgeschriebenen Veranstaltungen sportpolitisch nicht zu genehmigen.

Um dem auch bei den Aktiven Nachdruck zu verleihen, drohte der Verband seinen organisierten Triathleten für den Fall ihrer Teilnahme und mit dem Hinweis auf die DTU-Sportordnung offen mit einer Wettkampfsperre von bis zu neun Monaten. Tatsächlich wurden fünfzehn DTU-Passinhaber aus NRW nach ihrem Start beim Bike & Run Cologne mit einer mehrmonatigen Sperre belegt. Kurz vor diesem, Ende April stattgefundenen Wettkampf konnte der Veranstalter beim Landgericht Köln per einstweilige Verfügung bereits erreichen, dass der NRWTV offene Androhungen von Wettkampfsperren mit dem Hinweis auf nicht genehmigte Veranstaltungen zu unterlassen hat. Als dann der Landesverband diesbezüglich Widerspruch eingelegt hatte, kündigte der langjährige Schatzmeister Hubert Gilgenrainer seinen vorzeitigen Rücktritt an.

Aus der gerichtlichen Verhandlung über den Widerspruch ging der NRWTV Mitte Juli als Verlierer heraus. Die Justiz stufte den Verband aufgrund seiner Rolle beim Düsseldorfer Triathlon als Mitkonkurrenten im Wettbewerb um Veranstaltungsteilnehmer ein und sah somit den Tatbestand der gezielten Behinderung als gegeben an. Letztendlich konnte der Verband nicht ausreichend darlegen, welche Leistungen aus seiner Arbeit für Veranstaltungsgenehmigungen seine monetäre Forderung gerechtfertigten. Die aus allem resultierende monatelange Verunsicherung der bereits für das CTW angemeldeten Athleten konnte erst wenige Tage vor der Veranstaltung ohne Verlautbarung der Einigungsdetails beendet werden. Genau diese werden die Delegierten der Vereine und Veranstalter aus NRW in Kamen jedoch interessieren.

 Robert Stabrey

Foto: Sonja Oberem

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