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Trainingsalternative:
Spinningbike oder Radergometer

15. Januar 2011 von Benjamin Reszel

Spinningrad oder ErgometerDie Saison ist vorbei, die Temperaturen sinken unter die Wohlfühlgrenze und das Radtraining der Triathleten findet auch mal stationär auf Rolle, Ergometer oder Indoorbike statt. Aber was bringt was? Wir vergleichen einmal Spinningbike und das klassische Ergometer?


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Eigenschaften der Ergometer – wenig Schwung viele Programme
Die Qualitätsspanne der Ergometer ist sehr breit angelegt. Für ein ordentliches Gerät könnt ihr mit circa 800 Euro planen. Ergometer und Hometrainer verfügen über eine komfortable Sitzposition, welche ein rückenfreundliches Training ermöglicht. Der Antrieb wird in Abhängigkeit von Hersteller und Preiskategorie über eine Kette oder einen Riemen sichergestellt. Die Kettenvariante bedarf einer häufigeren Wartung und ist besonders für einen hohen Geräuschpegel verantwortlich. Ein Riemen ist also aufgrund der Pflege und Lautstärke vorzuziehen.

Ergometer gleich Heimtrainer?
Bei einer Anschaffung noch ein Kauf-Tipp. Die Begriffe Hometrainer und Ergometer können voneinander unterschieden werden. Ergometer dürfen nach einer vorgegebenen DIN maximale Abweichung von +/- 5 Watt vom angezeigten Wert aufweisen. Geräte mit der Bezeichnung Heimtrainer müssen dies nicht einhalten. Aber auch eine fünfprozentige Abweichung ist durchaus viel. Bei 400 Watt angezeigter Leistung können demnach auch 380 oder 420 Watt anliegen.

Läuft nicht ganz so rund
Die Schwungmasse beziehungsweise das Schwungrad bei einem Ergometer liegt zumeist unter der 10 Kilogramm Grenze. Dies erschwert einen runden Tritt, bringt aber deutliche Gewichtsvorteile. Einige teurere Geräte weißen aber auch höhere Schwungmassen auf. Der Widerstand wird mittels einer Wirbelstrombremse elektronisch geregelt und ist sehr präzise in der Dosierung. Eine elektronische Verstellung ermöglicht bei Intervallen immer exakt gleiche Belastungsintensitäten. Dies wird bei Ergometern durch eine häufig breitgefächerte Multimediaanzeige unterstützt.

Anzeigewerte wie Wattleistung, Kalorienverbrauch, Herzfrequenz, Trainingszeit und Trittfrequenz gehören zumeist zur Grundausstattung. Fraglich ist hier zum Teil die Genauigkeit der wiedergegebenen Werte. Gerade die Wattleistung sollte bei günstigen Geräten nicht zur Trainingssteuerung verwendet werden. Gerade die Wattleistung sollte bei günstigen Geräten nicht zur Trainingssteuerung verwendet werden. Schaut hier auf den Hinweis mit der angesprochenen DIN.Ergometer

Zur elektronischen Steuerung gesellen sich beim Hometrainer viele eingespeicherte Trainingsprogramme oder zum Teil auch die Möglichkeit eigenen Programme zu entwerfen und diese zu absolvieren. Bei programmierten Einheiten kann dann die gesamte Konzentration in das Training gelegt werden, wenn Herzfrequenzvorgaben eingespeichert werden können, warnen akustische Signale bei einigen Modellen bei Ausreißern nach oben oder unten.

Vielseitig aber halt kein Rennrad
Die Geometrie eines Ergometers ist verstärkt auf einen vielseitigen Einsatzbereich ausgelegt und daher wenig rennradspezifisch. Die Verbindung zum Pedal ist nur sehr selten fest, eigene Pedale sind aber möglich. Der Halt in den montierten Gummiriemen ist nicht für jeden Athleten zufriedenstellend und kann für ein schwammiges Gefühl besonders beim Pedalzug sorgen. Zudem ist der Abstand zwischen den Pedalen im Vergleich etwas größer, ein Gefühl des „O-beinigen-Pedalierens“ kann sich einstellen.

Dies sind vor allem Faktoren, die eine Technikschulung erschweren. Zwar ist ein Freilauf wie auf dem eigenen Rad installiert, die Suche nach dem Runden Tritt wird vermutlich kaum von Erfolg gekrönt sein. Wird ein weniger sportlich ambitionierter Lebenspartner in die Diskussion um eine eventuelle Anschaffung einbezogen, so ist ein Ergometer mit unspezifischer Sitzposition, breitem Sattel und vielen Programmen eine gute Wahl.

Die Hersteller einzelner Ergometer haben aber die Interessen erkannt und spezifischere Geräte entwickelt. Diese berücksichtigen durch eine schwerere Schwungscheibe den Wunsch nach dem runden Trittgefühl, besitzen eine spezifischere Sitzposition, schmalere Pedalabstände und einer festen Pedalverbindung mit der auch die Montage des eigenen Systems möglich ist. Ergebnis dieser Entwicklung sind die sogenannten „Race-Ergometer“ oder „Ergoracer“


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Paul Benjamin Reszel ist Autor des Artikels. Ben ist studierter Diplom Sportwissenschaftler und arbeitet derzeit an seiner Promotion. Seit mehr als 5 Jahren betreut er erfolgreich Sportler aus den Disziplinen Triathlon, Mountainbike, Rennrad, Laufen und Moto-Cross. Dabei steht er den Athleten mit Resource in den Bereichen komplexe Leistungsdiagnostik, individuelle Trainingsplanung, Ernährungs- und Technikoptimierung zur Seite. Er betreibt die Firma Resource.
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