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Training im Schwimmkanal: Aha-Erlebnis für Profi und Jedermann

28. Januar 2017 von Christine Waitz

Roy Hinnen, einmaligWie ein Schwimmkanal funktioniert, stellte Roy Hinnen im letzten Beitrag vor. Nun geht es ab in das Becken. Dass ein Strömungskanal viel mehr Möglichkeiten bietet, als nur die genaue Technikanalyse und Chance am Schwimmstil zu arbeiten, das zeigen wir in diesem Beitrag.


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Zugegeben, ersteinmal ist das Schwimmen im Schwimmkanal für die Meisten ein besonderes Erlebnis. Wer in das 10 x 3 Meter kleine Becken steigt, sich bei laufender Strömung zunächst nur an der „Reling“ festhält, und das Wasser an sich vorbei strömen fühlt, mag überrascht sein, wie viel Wucht es selbst bei geringer Geschwindigkeit auf einen trifft. Im normalen Becken nimmt man diesen Widerstand als selbstverständlich hin. Die Erkenntnis der tatsächlichen Wucht des Wassers führt einem die Wichtigkeit guter Wasserlage mehr als deutlich vor Augen.
Der schweizer Profitriathlet Ruedi Wild holte bei einem Overspeed Training alles aus sich heraus. Bei Geschwindigkeiten von 1:01 Auf 100 Meter, die umgerechnet eine 38:51 auf die 3,8 Kilometer bedeuten würden, stellte er fest: „Es ist brutal, was dabei für Kräfte auf einen treffen. Man merkt jede minimale Veränderung, zum Beispiel eine veränderte Kopfposition, sofort!“

Dennoch ist das Schwimmgefühl selbst nicht viel unterschiedlich zu dem im Becken. Mit einer Ausnahme. Das Tempo, das man aufrecht erhalten muss, bleibt gnadenlos unverändert. Ein paar Züge lockerer schwimmen? Keine Chance! Das lässt die gefühlte Intensität in die Höhe schnellen.

Roy Hinnen, einmalig

Sichtbarmachen von technischen Schwächen

Für Altersklassenathleten geht es jedoch natürlich um vorrangig Eines: Das Sichtbarmachen von technischen Schwächen. Dabei kann im Schwimmkanal ganz gezielt das Tempo angesteuert werden, dass leicht über der individuellen Wohlfühl-Geschwindigkeit liegt. Genau an diesem Punkt ist es nicht mehr möglich die sauberste aller Techniken anzusteuern und die individuellen Fehler kommen zu Tage. „Im Wettkampf wird ja auch nicht schön geschwommen,“ erklärt Roy Hinnen.
Dank der drei Unterwasserkameras wird in der Nachschau schnell ersichtlich, wo das Verbesserungspotential liegt.

Wir haben drei Altersklassenathleten unterschiedlichen Niveaus in den Kanal gebeten. Seht selbst, wie es war:

Tempotraining der anderen Art

Für Ambitionierte und Profis bietet der Kanal noch ganz andere Vorteile. Auch sie arbeiten zwar kontinuierlich an ihrer Technik. Im Schwimmkanal jedoch, kann so exakt im Bereich der Wettkampfbelastung trainiert werden, wie sonst nirgendwo. Kleinste technische Fehler, die die Geschwindigkeit auf dem hohen Niveau limitieren, können so aufgedeckt werden.
Gelegentlich fährt Roy Hinnen die Motoren des Kanals sogar zum „Overspeed Training“ hoch. „Ich glaube, dass man durch diese ganz kurzen, aber hochintensiven Belastungen, bei denen man an seiner absoluten Leistungsgrenze schwimmt, sehr gute Reize setzen kann.“

Wie das bei Ruedi Wild aussah, könnt ihr im Video verfolgen.

Fazit

Wer in den Schwimmkanal hüpft, dürfte neben dem Wissen um die eigenen technischen Fehler, mit einer weiteren Erkenntnis nach Hause gehen. Das Schwimmtraining im Schwimmkanal birgt eine deutlich höhere Qualität. Denn konstant gleiche (und hohe) Schwimmleistung abzurufen, ist man vom Training im Hallenbad nicht gewohnt.

Der Schwimmkanal auf Roy Hinnens Website.

Schwimm-Equipment gibt’s auch im triathlon.de Shop.

Fotos: Roy Hinnen

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