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Test: Biomac Y³ –
Mehr Weg ist das Ziel

10. Juli 2008 von Christian Friedrich

Ein paar Radschuhe, Pedale und die Pedalplatten dazu…wie viel wiegt Dein System? 550 Gramm oder mehr als 950 Gramm? Wenn Du Biomac Y³ Schuhe hast, dann sollte die erste Angabe etwa Deine sein. Die superleichten Karbonschuhe wiegen gerade mal 340 Gramm das Paar (mit Platten plus 210 Gramm Pedale) und sind wohl die Leichtesten am Markt. Beim Ironman Germany haben wir die Schuhe für Euch getestet.


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Seite 1: Der Schuh, die Position und was zu beachten ist
Seite 2: Die Testfahrten und das Prinzip der Biomxc²-Position

Der Y³-Schuh besteht quasi aus zwei Teilen. Der Karbonschale und dem Obermaterial, das an dieser mit Komponentenkleber festgeklebt ist. Gerade mal vier Millimeter dünn ist die Sohle, die dadurch ein sehr direktes Gefühl zum Pedal ermöglicht. Das Obermaterial ist ein Kunststoff, der ein Gitternetz zur Belüftung im vorderen Bereich hat. Im inneren des Schuhs liegt eine dünne Einlage und ein leichter nicht fester Innenstoff kleidet den hinteren Bereich etwas aus.

Zeitloses Design
Der fast ganz in weiß gehaltene Schuh hat eine Verschlusslasche, die wie es sich für einen Triathlonschuh gehören sollte, nach außen schließt und sich im für den Wettkampf im offenen Zustand einfach an die Seite kletten lässt. Vorsicht: Bei zuviel Öl an der Kette kann dies leicht den Schuh verschmutzen (siehe Fotostrecke), da die Lasche leicht unabsichtlich mit der Kette oder dem Kettenblatt Bekanntschaft machen kann. Um die Größe der Öffnung der Lasche einzustellen muss „einfach“ nur mit einer Schere ein bisschen der Zwischenraum ausgeschnitten werden. An der Ferse ist zudem eine Schlaufe befestigt, die wie die Dekorstreifen im vorderen Schuhbereich Rückschlüsse geben warum „Y³“ als Namen gewählt wurde. Die Form erinnert an ein Y, die Hochdrei steht für die drei Triathlon-Sportarten.

Tragekomfort
Der Schuh fühlte sich zuerst schon etwas unangenehm an, auch weil das Gitternetz den Zehenbereich leicht berührt. Befürchtungen im Wettkampf könnten sich Scheuerstellen bilden bestätigten sich aber nicht. Im Gegenteil: Im Wettkampf hatte ich keine Problem damit und selbst das Problem, das meine Füße nach langer Fahrt unangenehm kribbeln oder einschlafen könnten, war nie ein Thema. Nichtsdestotrotz hatte ich ein paar ganz leicht rote Stellen auf den Zehenkuppen, die aber in keinsterweise behinderten und auch erst im Nachhinein nur optisch auffielen.

Alles Bio oder was
Der Schuh aus der bayrischen Schuhschmiede Biomac des Götz Heine (man höre sich das Interview dazu an) ist aber nicht nur konsequent leicht, sondern weißt auch noch eine weitere Besonderheit auf. Die Pedalplattenposition ist nicht, wie es jeder kennt im Vorderfußbereich, sondern im Mittelfußbereich und wird als Biomxc²-Position benannt. Der Schuh kann aber genauso gut mit der bekannten Pedalplattenposition erworben werden und auch bei den Pedalplattensystemen sind quasi alle möglich.

FOTOSTRECKE

Biomac Y3

Die Biomxc²-Position soll allerdings biomechanisch günstiger sein und zum einen ökonomischer beim Überwinden des Totpunktes sein und zum anderen die Wadenmuskulatur quasi komplett entlasten, da nun die Kraft hauptsächlich aus dem Oberschenkel kommt.

Vorarbeiten
Um die Y³-Schuhe mit der Biomxc²-Position fahren zu können müssen noch einige Änderungen am Rad vorgenommen werden. Zum einen muss der Sattel etwa 3 bis 3,5 Zentimeter tiefer nach unten – gegebenenfalls muss dafür die Sattelstütze absägt werden. Dementsprechend muss auch der Lenker nach unten gesetzt werden. Je nach Geometrie des Rades muss zudem der Sattel noch ein Stück nach hinten geschoben werden, damit der Sitzwinkel wieder stimmt. Wer vorausplant sollte direkt mit einem Rahmen in einer Nummer kleiner planen. Ein Pluspunkt, der sich aus diesen Umständen ergibt, die Aerodynamik verbessert sich, da der Fahrer weiter nach unten kommt.

Bei den Schuhcleats muss darauf geachtet werden, das diese so in Position geschoben werden, das der Schuh nicht am Kurbelarm entlang schrammt, was zu hässlichen Abriebflecken am Schuh führen kann.

Als Pedalsystem empfiehlt sich übrigens das Richey Pro Road Micro V4 – das wiegt gerade mal 210 Gramm und ist relativ preiswert.


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