Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > News > Rothsee Triathlon 2010: Dreitz schlägt Hellriegel

Rothsee Triathlon 2010: Dreitz schlägt Hellriegel

28. Juni 2010 von Christian Friedrich

Der 22. Cadion Rothsee Triathlon über die olympische Distanz war an Spannung kaum zu überbieten. 1400 Athleten hatten sich für das Rennen am Sonntag gemeldet, was einen neuen Teilnehmerrekord bedeutete.


Triathlon Anzeigen

Trotz Absagen einiger namhafter Athleten starteten am vergangenen Sonntag um 9Uhr ein starkbesetztes Topfeld mit den besten 30 Damen und 50 Herren in den Rothsee. Dazu alle Altersklassenathleten ab 60 Jahren.

Fünf Minuten später wurde dann das restliche Feld der Frauen mit weiteren 230 Athletinnen auf die Verfolgung geschickt bevor weitere acht Startgruppen mit allen Männern in die Fluten des Rothsees geschickt wurden. Bei zu erwartenden 30 Grad Außentemperatur war das Schwimmen mit Neopren im 21,5 Grad warmen See dann noch ein wohltemperierter Auftakt.

Bei den Herren wusste der Favorit und Gewinner der letzen Jahre, Thomas Hellriegel, dass er alles geben muss, um die Youngster an diesem Tag abzuwehren. Darunter der Vorjahresdritte Andreas Dreitz vom ASC Kronach und die jungen Wilden der ausrichtenden HDI TSG Roth Fabian Conrad und Alexander Haas. Auch „Mr. Rothsee“ Marcus Schattner mochte sich noch nicht zum alten Eisen zählen. Insgesamt war bis auf 2 Athleten die gesamte Top Ten des vergangenen Jahres am Start. Schon vor dem Rennen wurde auch Dorian Wagner als heißer Kandidat für den Sieg gehandelt. Der Sieger des Hilpoltsteiner Duathlons 2010 musste im letzten Jahr krankheitsbedingt noch auf einen Start verzichten, gab aber bereits im Vorfeld an am Rothsee gewinnen zu wollen.

Dazu gesellten sich mit Rodrigo Nebel aus Erlangen, Bernd Eichhorn aus Roth und Marius Schumann aus Hilpoltstein drei weitere Athleten, die sich am Kampf um das Podium beteiligen wollten.

Bei den Frauen war trotz Absagen der Vorjahreszweiten Wenke Kujala und der Rotherin Christine Waitz ein spannendes Rennen zu erwarten. Mit Anja Ippach, Dagmar Matthes und Melanie Hohenester waren die Siegerinnen der letzten Jahre gemeldet. Am Wettkampfmorgen wurde klar, dass auch Anja Ippach, die sich nach Ihrem Radunfall vor einigen Wochen noch nicht wieder ganz erholt hat, nicht am Start sein wird. Kurzfristig nachgemeldet hatte Kristin Möller, die erst vor Kurzem mit einer Topplatzierung beim Ironman 70.3 St. Pölten auf sich aufmerksam machte, vielen aber nicht bekannt war. Mit Heidi Jesberger , Johanna Schicker und Imke Schiersch gingen drei weitere Athletinnen ins Rennen, die Ebenfalls den Blick auf eine Topplatzierung gerichtet hatten.

Das Schwimmen war dann nur der Auftakt eines spannenden Rennens. Bei den Herren verließ der Deutsche Vizemeister der Junioren 2009 Felix Weiß als erster das Wasser. Fünf Sekunden betrug sein Abstand auf die Verfolgergruppe in der alle Favoriten noch vertreten waren. Auch bei den Frauen viel keine Vorentscheidung. Dagmar Matthes verließ als erste den Rothsee. Zehn Sekunden dahinter machte sich dann Heidi Jesberger auf deren Verfolgung. Danach dauerte es dann schon etwa eine Minute bis mit Johanna Schicker und Angela Kühnlein die nächsten Frauen durch die Wechselzone sprinteten, um die Verfolgung aufzunehmen. Kirstin Möller verlor auf die Spitze über zwei Minuten.

Bei den Herren wurde auf dem Rad dann schnell klar, dass die jungen Wilden Thomas Hellriegel nicht so einfach das Zepter in die Hand geben würden. Besonders der dritte des Vorjahres Andreas Dreitz ließ sich nicht von „Hell on Wheels“ abschrecken. Bis etwa zur Halbzeit der Strecke wechselte die Führung immer zwischen Dreitz und Hellriegel. „Ich bin den sanften Anstieg zum Schloßberg mit 42 hinaufgefahren und der fuhr mir einfach davon“, lautete der Kommentar eines sichtlich beeindruckten Thomas Hellriegel im Ziel. Damit war die Entscheidung jedoch noch nicht gefallen.

Treitz fuhr als erster in die Wechselzone. EIne Minute danach gab auch Hellriegel sein Rad an die wartenden Helfer ab und nochmals eine Minute danach dann ein Verfolgerfeld mit Conrad, Haas und Schattner. Dicht dahinter Rodrigo Nebel und Bernd Eichhorn.

Bei den Damen nutzte Dagmar Matthes ihre „guten Beine“ am Rad, um zu ihren Verfolgerinnen einen ordentlichen Vorsprung herauszufahren. Mit nahezu 1:30 Minuten Vorsprung machte sie sich auf in Richtung Laufrunde, bevor Heidi Jesberger zu Ihrem Wechselbeutel greifen konnte.

Bei Kristin Möller dauerte es weitere 1:20 Minuten bevor sie im Schlepptau von Johanna Schicker in die Wechselzone am Rothsee einbog. Zu diesem Zeitpunkt schien noch alles auf ein Finale zwischen Matthes und Jesberger hinauszulaufen, denn nur den Insidern war die Laufstärke von Kristin Möller bekannt.
Die 5 Kilomter lange Laufrunde des Cadion Rothsee Triathlons, die zweimal zu bewältigen ist, bietet nicht nur Athleten sondern auch Zuschauern Spannung pur und ist äußerst kurzweilig.

Nach der ersten Runde sahen die Zuschauerbei den Männern immer noch Dreitz in Führung, aber kurz nachdem Hellriegel in das Zuschauerareal einbog kam auch bereits Wagner mit entschlossenem Blick um die Ecke gelaufen, Hellriegel bereits im Visier. Nicht weit dahinter dann auch schon Conrad und Haas. Alle waren gespannt, ob Hellriegel noch einmal den Turbo einschalten konnte um den Angriff Wagners abwehren zu können. Es bleib abzuwarten, ob Wagner eventuelle auch noch eine Gefahr für Dreitz werden konnte. Bei den Frauen lief Matthes auch nach der ersten Runde noch als erste durch das Zuschauerspalier am Rothsee, aber keine 50 Meter dahinter kam auch schon Heidi Jesberger und auch Kristin Möller hatte bereits viel Boden auf beide gut machen können.

Nach 1:54:30 Stunden war es dann soweit. Der Sieger des 22. Cadion Rothsee Triathlon stand fest und es war Andreas Dreitz. Er stellte nicht nur einen neuen Streckenrekord auf, sondern pulverisierte auch Thomas Hellriegels Radzeit aus dem Vorjahr. Zweiter wurde Dorian Wagner in 1:55:48 Stunden, der sein Ziel zu gewinnen nicht ganz realisieren konnte, aber Hellriegel noch von Rang 2 verdrängen konnte. Dieser war nach 1:56:11 mit seiner Leistung dennoch sehr zufrieden. „Ich hatte gute Beine und ein gutes Rennen, aber die anderen Beiden waren einfach schneller“, gestand er im Ziel.

Fabian Conrad feierte seinen 4ten Platz in 1:56:39h ebenso, wie Alexander Haas, der nach 1:57:40h die Ziellinie überquerte.

Am Ende der zweiten Runde waren nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Kommentatoren sehr überrascht. Eigentlich hatten sie mit Heidi Jesberger gerechnet, aber es war eine andere Dame, die sie als erstes in den Zielkanal einlaufen sahen. Kristin Möller hat es mit einer Laufzeit von 37:38 Minuten doch noch geschafft sich ganz nach vorne zu schieben. Nach 2:09:58 Stunden blieb die Zeit für sie im Ziel stehen und sie konnte sich als Siegerin des Cadion Rothsee Triathlons feiern lassen. Heidi Jesberger konnte zwischenzeitlich Dagmar Matthes ebenfalls überholen und finishte nach 2:10:37h als zweite Siegerin. Matthes war mit ihrem Rennen, das für sie als Dritte nach 2:11:46h ebenfalls erfolgreich beendet war, dennoch zufrieden. „Ich bin davon ausgegangen, dass die beiden jüngeren Kontrahentinnen mich beim Laufen einholen würden und bin mit meinem Rennen voll zufrieden“, berichtete sie glücklich im Ziel. Um Platz 4 und 5 gab es noch einmal ein Gefecht zwischen Johanna Schicker und Angela Kühnlein, welches Schicker für sich entscheiden konnte.

Bereits Samstag liefen die Entscheidungen in den Schüler und Jugendklassen, sowie bei den Jedermännern und der Sprintdistanz. Über alle Altersklassen hinweg waren nahezu 300 Teilnehmer am Start und durften die Atmosphäre beim Auftakt des 22. Cadion Rothsee Triathlons genießen.

Neben den Wertungen in den jeweiligen Altersklassen kämpften die Jüngsten bereits um die Titel der Mittelfränkischen Meister, die traditionell am Rothsee an die Schüler vergeben werden. Hier gab es spannende Kämpfe um die Platzierungen und danach glückliche und stolze Sieger und Meister.

Für die Jedermänner und –frauen gab es über die Distanzen von 200m Schwimmen, 13km Radfahren und 2,5km Laufen die Möglichkeit erste Erfahrungen im Triathlon zu schnuppern. Über die klassische Sprintdistanz versuchten sich dann schon die Athleten, die sich etwas mehr zutrauten oder einfach noch einmal einen schnellen, kurzen Wettkampf in ihre Vorbereitung gelegt haben. Insgesamt war das Wochenende wieder ein tolles Familienfestival für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, vom Einsteiger bis zum Profiathleten mit viel Spaß und besonderen Leistungen.

> Ergebnisse

Top 5 Frauen
1. Möller Kristina  00:23:44 01:08:36 00:37:38 02:09:58
2. Jesberger Heidi 00:21:38 01:09:04 00:39:55 02:10:37
3. Matthes Dagmar 00:21:27 01:07:54 00:42:25 02:11:46
4. Schicker Johanna 00:22:46 01:09:43 00:42:36 02:15:05
5. Kühnlein Angela 00:22:40 01:13:46 00:39:36 02:16:02

Top 10 Männer
1. Dreitz Andreas 00:19:30 00:57:44 00:37:16 01:54:30
2. Wagner Dorian 00:19:11 01:02:05 00:34:32 01:55:48
3. Hellriegel Thomas 00:19:14 00:59:38 00:37:19 01:56:11
4. Conrad Fabian 00:19:20 01:01:47 00:35:32 01:56:39
5. Haas Alexander 00:19:15 01:01:44 00:36:41 01:57:40
6. Nebel Rodrigo 00:19:17 01:02:05 00:37:35 01:58:57
7. Storath Lukas 00:21:44 01:01:32 00:36:21 01:59:37
8. Schattner Marcus 00:19:23 01:01:46 00:38:44 01:59:53
9. Obersteller Marcel 00:19:21 01:03:51 00:37:00 02:00:12
10. Eichhorn Bernd ??:??:?? ??:??:?? 02:00:35 02:00:35

Triathlon.de Anzeigen

Triathlon beliebt

 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden