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Maltodextrin oder Dextrose: Was macht was

8. April 2008 von Dr. Langdistanz

Ob auf der langen Radrunde, im Wettkampf oder halt im Training allgemein. Jeder hat bestimmt eines der Energie bringenden Pulver schon in seiner Trinkflasche dabei gehabt. Vor allem Zucker ist darin enthalten, aber wo liegt überhaupt der Unterschied zwischen den Zuckersorten. Peter startet mal einen Erklärungsversuch.


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Dextrose ist gleich Glucose ist gleich Einfach-Zucker, wie er zum Beispiel in Cola vorkommt.

Maltodextrin (MD) ist ein Mix aus Kohlenhydraten, dass durch die Hydrolyse (chemischer/enzymatischer Verdau) von hochmolekularer Stärke gewonnen wird. Dieser Mix besteht aus, Einfach-(Monosaccharide), Doppel-(Disaccharide) und Mehrfach-(Polysaccharide) Zuckern.

Gegenüber von Glucose (Dextrose) hat Maltodextrin zwei Vorteile
Vorteil 1: Der Blutzuckerspiegel und damit auch der Insulinspiegel wird im Verhältbis zu den tatsächlich aufgenommenen Kohlenhydraten nicht so hoch getrieben wie bei der Aufnahme einer gleichen Menge von Glucose. Bei der Aufnahme reiner Glucose wird der Blutglukose-Spiegel durch die Einwirkung von Insulin schnell von einer Spitze (Bild links) wieder auf ein Normalmaß reguliert – im Extremfall sinkt der Blutglukose-Spiegel sogar unter das Ausgangsniveau (beispielsweise unter Belastung).

Bei der Aufnahme von Maltodextrin ist das Integral (die Fläche) unter der Kurve des Blutglukosespiegels identisch, allerdings sinkt der Blutglukosespiegel langsamer ab. Da die Wirkung eines erhöhten Insulin-Spiegels beispielsweise durch Zunahme von Einfachzuckern dem Fettverbrennungsstoffwechsel entgegensteht (Hoher Insulin-Spiegel = Hemmung des Fettstoffwechsels), ist die Aufnahme von beispielsweise Maltadextrin, aber auch von Fructose-/ Saccharosehaltigen Getränken im Training oder Wettkampf vorzuziehen.

Bild links: Blutglukose-Verlauf bei Einnahme von reiner Glukose
Bild rechts: Blutglukose-Verlauf bei Einnahme von Maltodextrin

Vorteil 2: Maltodextrin besitzt bei Zufuhr der gleichen Energie eine viel niedrigere Osmolarität, bindet also weniger Wasser an sich. Damit ist es verträglicher, da es dem Einstrom von Wasser in den Dünndarm verhindert. In der Diätetik wird daher Maltodextrin unter anderm auch bei Erkrankungen des Magen-Darm-Systems eingesetzt.

Die Unterschiede zwischen Malto-6, Malto-12 und Malto-19 ist die Kettenlänge der Mehrfachzucker. Bei Malto-6 ist sie länger, der Zucker ist dann langsamer verfügbar, wirkt aber dafür nachhaltiger. Bei Malto-19 ist die Kettenlänge kürzer, eignet sich somit um schnell den Blutglukose-Spiegel zu erhöhen. In Sportgetränken ist meist ein Gemisch aus verschiedenen Maltos zusammen mit Einfach- und Doppelzuckern, um sowohl schnell Energie bereitstellen zu können als auch nachhaltig den Blutglukose-Spiegel (nicht zu stark) zu erhöhen.

Bild-Quelle: Karin Wehrmüller, ETH Zürich

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