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Nils Goerke – Quali- statt Quantität

Ironman Regensburg 2010:
Nils Goerke – Quali- statt Quantität

29. Juli 2010 von Christian Friedrich

Aus dem hohen Norden zum Ironman Regensburg kommt der Triathlonprofi Nils Goerke. Wobei der Norden eher flach als hoch ist, aber Nils hat auch mit Bergen keine Probleme und laufen kann er wie der Wind. Wie das Training bisher lief und was er sich für den Sonntag vorgenommen erzählt er im Interview.


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Du schreibst auf Deiner Webseite „Die Vorbereitung lief nicht 100% optimal“. Was lief denn nicht so gut und was besser?
Ich hatte die letzten Wochen und Monate privat ziemlich viel um die Ohren und musste daher mein geplantes Trainingslager leider absagen. Daher habe ich mehr auf die Qualität, statt auf Quantität geachtet. Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) liefen die langen Trainingseinheiten sehr gut.

Du wohnst in Kiel. Wind ist Dir dann vermutlich egal, aber wie trainierst Du Berge?
Das ist das große Problem am hohen Norden – die Berge sind leider einfach zu weit weg. Dies ist auch der Grund, warum ich gerne noch einmal ins Trainingslager gefahren wäre. Das Kraftausdauerniveau ist im Ironman schon extrem wichtig, so hieß es also die letzten Wochen bei Gegenwind immer „Kette rechts“…

Wenn Du Dir ein Wetter für Sonntag wünschen könntest – wie sehe das aus?
Ziemlich genau so, wie die letzten Wochen: sonnig und heiss.

Hast Du die Strecken vom Sonntag schon inspizieren können? Wie wichtig ist Dir die Streckenkenntnis vor so einem Event?
Die Streckenkenntnis ist natürlich sehr wichtig. Zum Einen die technischen Aspekte wie z.B. die Abfahrten beim Radfahren und mögliche Gegenwindpassagen oder die Anforderungen der Laufstrecke. Und dann ist es natürlich sehr hilfreich die Strecken zu kennen, um sich schon die Wochen und Monate vor dem Event entsprechend zu fokussieren. Ich hatte es auch geplant die Strecken zu inspizieren, aber es hat dann leider zeitlich nicht mehr gepaßt. Und Regensburg ist ja von Kiel aus auch nicht eben mal um die Ecke…

Deine Stärke ist auch das Laufen. Wie viel Trainingszeit steckst Du in die einzelnen Disziplinen? Musst Du viel Laufen um das Niveau zu halten?
Beim Schwimmen versuche ich so um die 20 Kilometer pro Woche zu schaffen (was natürlich etwas zu wenig ist und mir auch nicht immer gelingt), beim Radfahren sind es so um die 500 Kilometer und beim Laufen 80 bis 100 Kilometer. Mehr laufe ich eigentlich sehr selten, aber die angegeben Umfänge dafür sehr konstant. Generell lege ich aber eher mehr Wert auf Qualität. Dies ist sicher auch ein Grund warum ich noch nie ernsthaft verletzt war und mein Niveau auch recht stabil ist.

Wie gestaltest Du Dein Tapering? Achtest Du in der Woche davor noch mal besonders auf die Ernährung?
Das Tapering hängt meiner Meinung nach viel vom Training vorher ab. Wenn ich über einen langen Zeitraum sehr viel und intensiv trainiert habe, muß man sich schon etwas mehr Ruhe geben. Ich versuche da auf meinen Körper zu hören und lasse dann in den letzten 2 Wochen vor dem Ironman auch mal eher eine Einheit ausfallen, um die nötige Frische zu erlangen. Ernährungstechnisch achte ich in der Woche vorher v.a. darauf genug zu essen. Ich bin mit meinen 62kg sehr anfällig, wenn ich mal über den Tag verteilt zu wenig esse. Da bin ich dann im Wettkampf entsprechend anfällig. Daher sollten die Speicher immer voll sein!!!

Wann klappt es mit den Top 10 auf Hawaii?
Wenn ich es endlich mal schaffe meine Schwimmleistung zu verbessern – noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben…

Was machst Du nach Regensburg noch alles?
Das hängt natürlich vom Ergebnis ab. Wenn ich mich für Hawaii qualifiziere ist ja nicht mehr viel Zeit. Dann heißt es sich rechtzeitig zu erholen, um dann mit der Vorbereitung zu beginnen. Wenn es nicht klappt werde ich sicher noch 1-2 Halbironman und dann evtl auch noch einen späten Ironman machen.

Viel Erfolg und gute Beine am Sonntag

Info: www.nilsgoerke.com

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