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Interviewserie: 15 Fragen an… Dirk Bockel

14. September 2016 von Christian Bottek

Challenge Roth Media,   freiUnser heutiger Interviewpartner ist Wahl-Luxemburger Dirk Bockel. Der gebürtige Deutsche ist knapp acht Jahre unter Luxemburgischer Fahne gestartet. 2008 nahm er für Luxemburg auch an der Olympiade in Peking teil. Bereits seit Juni 2015 hat der 39-Jährige mit verschiedenen Verletzungen zu kämfen. Seit seinem letzen Wettkampf bei der Challenge Dänemark im Juni 2015, die er für sich entscheiden konnte, wartet Dirk auf seinen nächsten Start. Neben Triathlon beschäftigt sich Bockel aber auch noch mit anderen Dingen. Derzeit schreibt er unter anderem sein eigenes Buch. Worum es darin gehen wird und viele andere Dinge lest ihr in der heutigen Ausgabe von 15 Fragen an…


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1. Wie sehen deine letzten 24h vor einem Wettkampfstart aus?

24 Stunden vor dem Wettkampf passiert nicht mehr viel. Dann stehen absolutes relaxen, carboloading, Isodrinks und mentale Preperation auf dem Programm. Hier ist es extrem wichtig, noch einmal alle Wettkampfkleider und -materialien durchzuchecken und sich von der Außenwelt etwas abzuschotten. Das ist für mich immer das Wichtigste.

2. Spezielle Marotten?

Hab ich eigentlich nicht. Bei mir ist das immer sehr situationsabhängig: was ist gefordert? Wie ist das Wetter? welche Termine habe ich noch? Ich achte sehr darauf, dass ich alles gut vorbereitet habe und checke am Tag vorm Wettkampf mehrfach mein Material. Direkt vorm Start ist einfach Konzentration das Wichitgste. Nach 27 Jahren Triathlon ist es ja irgendwo immer das Gleiche, also nicht umbedingt etwas super besonderes.

3. Dein schönster Wettkampf?

Mein schönster Wettkampf ist ganz klar mit Abstand Roth, einer meiner größten Erfloge. Die Zuschauer, das Ambiente, es hat an dem Tag alles gepasst, es war einfach ein Traum. So perfekte Rennen macht man einfach selten und deshalb war Roth 2013 mein größtes Rennen.

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4. Duathlon oder Swim and Run?

Für Training alles toll, interessant und wichtig, aber vom Wettkampfwert bedeutet es mir nicht so viel. Ich bin Triathlet und da stehen eigentlich immer die großen Rennen auf dem Programm.

5. Wie sieht deine Wettkampfernährung aus?

Ich achte darauf eine Flasche Wasser pro Stunde zu mir zu nehmen und dann kommts natürlich drauf an, ein schönes Gemisch aus Gluckose und Fructose, angereichert mit Electrolyten, damit da nichts passiert. Ich versuche auch so viel wie möglich solides Essen, also Riegel und so weiter, auf dem Rad noch zu essen, bevor ich dann nachher auf Gels und oft isotonischen Gels umsteige. Beim Laufen hinten raus kriegt man sowieso nicht mehr viel runter, höchstens noch Cola und vereinzelt Gelflask.

6. Lieblingsdisziplin?

Ganz klar das Rad. Dabei kann man sich gut unterhalten, hat Wind im Gesicht und legt weite Strecken zurück. Hierbei sieht man das Land und ist in der Natur, da mache ich sau gerne. Aber natürlich mag ich auch die anderen Diszilpinen, deshalb mache ich ja auch Triathlon.

Challenge Roth Media, frei7. Dein Trainingstipp bei Regenwetter?

Ja gut, deshalb sind wir Triathleten. Wir können auch Indoor schwimmen oder Core-Stabi machen, je nachdem was ansteht. Letztendlich ist Regen auch nur Wasser. Es kommt immer darauf an, wie motiviert ich bin und wie wichtig die anstehenden Rennen sind. Ich bin nicht unbedingt der Rollenfan, aber wenn es ganz wichtig ist, muss halt auch Rolle gefahren werden.

8. Lieblings Trainings-Location?

Ganz klar in Fuschl beim Mohrenwirt in Österreich, das ist mir eigentlich am aller liebsten

9. Wie beschleunigst du deine Regeneration?

Gut da gibts nicht viel zu Beschleunigen. Was man tun kann ist Proteine nach harten Einheiten und Wettkämpfen zu sich zu nehmen. Außerdem helfen Massagen, Eisbäder und die Normatec boots, da schwöre ich drauf. Da gibt es ja so eine Art Lymphdrenage, also ergänzend zur Massage, das ist super wichtig. Außerdem muss man sich ja auch mal Zeit für andere Dinge nehmen. Ich mache ja vieles nebenher, ich schreibe Bücher, mache Immobilien, das kostet natürlich auch Zeit. Es tut gut, auch einmal den Kopf frei zu machen und etwas anderes als Triathlon zu machen. Ich denke darin liegt auch die Kraft.

10. Auf welches Training würdest du am liebsten verzichten?

Gut es gibt hin und wieder Trainigseinheiten, auf die würde man am liebsten verzichten. Das sind meißtens die ein bis zwei Wochen vorm Wettkampf, denn da ist eigentlich Vollgas angesagt. Da fällts einem besonders schwer, aber man muss halt in die komplette Ermüdung gehen, um auch das Hoch zu erreichen. Verzichten kann man darauf eigentlich nicht. Es gibt manchmal Einheiten, da machts mehr oder weniger Spaß, aber letztendlich ist es auch ein Job und viele Sachen müssen einfach gemacht werden. Aber zu 99,9% macht es mir eigentlich auch immer Spaß.

11. Alkoholfreies oder Iso-Drink?

Alkoholfreies Bier trinke ich eigentlich nicht, das sind meiner Meinung nach unnötige Kohlenhydrate, die ich eigentlich nicht brauche. Wenn dann trinke ich eigentlich normales Bier oder Iso. Ich denke nach dem Training kann man auch Elektrolyte zu sich nehmen, in Form von naturtrüben Apfelsaft. Eine 3:1 Mischung oder so finde ich ganz gut. Meiner Meinung nach ist ausgewogene und gesunde Ernährung wichtig, diese wird ergänzt durch die sportspezifische Ernährung. Ich persönlich ernähre mich sehr viel vegetarisch, meißt sogar vegan. Obwohl bei mir auch hin und wieder ein Glas Wein dazu gehört.

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12. Peinlichstes Erlebnis während eines Triathlons?

Puuuuh, kann mich jetz grad gar nicht daran erinnern, ob es viele peinliche Erlebnisse gab. Man ist manchmal emotional und schreit rum, das müsste nicht sein, ist aber denke ich normal. Einmal ist mir die Kurbel abgefallen, aber sonst gab es eigentlich keine großen peinlichen Erlebnisse. Hab mir also noch nie die Hosen voll gemacht und bin auch noch nie in die falsche Richtung gerannt.

13. Dein bester Tipp für Einsteiger?

Gut, darüber könnte man ein ganzes Buch schreiben, das tue ich auch derzeit. Ich hoffe, dass es Ende des Jahres fertig ist. Mittlerweile sind es fünf Bücher geworden, da hab ich eigentlich genau das reingeschrieben, worum es geht. Alles hier zu erläutern, würde jetzt den Rahmen sprengen.

14. Elektronisch oder mechanisch?

Da ich seit Jahren mit Shimano arbeite, schwöre ich auf die Di2. Elektronisch ist richtig geil. Das hat mein Leben bedeutend einfacher gemacht, ich schwöre drauf.

15. Was ist dein Musiktipp fürs Lauftraining?

Also ich bin früher einer gewesen, der hat sich nie Platten, CDs oder Kasetten gekauft. Guck mal, so alt bin ich schon ;) Auch jetz beim Downloaden hat sich das nicht groß geändert. Ich höre meist die aktuellen Sachen, die mir gerade gefallen. Ich mache Spotify oder PandOra rein, die dann das spielen, was gerade raus kommt. Ich bin aber selten mit Musik beim Laufen unterwegs. Den Sport mache ich eigentlich, um auch mal raus zu gehen und die Natur zu genießen, den Wind, die Sonne. Außerdem will natürlich den Verkehr hören und so richtig ablenken will ich mich auch garnicht, denn ich will auf meine Atmung, meine Schrittfrequenz und so weiter achten. Ich bin nicht so der Musiktyp im Training.

Ich hoffe euch hat´s Spaß gemacht. Tschüss, alles Gute und danke für das Interview.

Vielen Dank für das Interview und dir auch weiterhin alles Gute, vor allem gute Regeneration.

Zu den weiteren Interviews der Serie 15 Fragen an… .

Fotos: Challenge Roth Media

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