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Interview mit Triathlon Coach Roy Hinnen: „Athleten verstehen den Unterschied zwischen fit sein und am Tag X richtig Gas zu geben nicht richtig“

28. Mai 2014 von Christine Waitz

Roy Hinnen,   freiDie triathlon.de Expertenrunde wird um einen weiteren kompetenten Fachmann reicher. Roy Hinnen, bekannter Schweizer Triathlon Trainier, gibt ab sofort seinen schier unendlichen Erfahrungsschatz aus den Bereichen Training, Material und Ernährung weiter. Wir haben uns mit ihm unterhalten.


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Erfahrung ist in jeder Hinsicht Trumpf, wenn es um Triathlon Training geht. Dabei geht es um die eigenen Erfahrungen, das Wissen um die eigenen Voraussetzungen, Fähigkeiten und Schwächen, Talente und Problemfelder. Einen Schritt weiter muss ein Triathlon Trainer sein. Er muss nicht nur seine Erfahrungen in eine Trianingsphilosophie verpacken, er muss diese auch transportieren und auf seine Athleten individuell anpassen können. Je größer der Erfahrungsschatz, desto genauer kann seine Arbeit sein.

Wir erweitern die triathlon.de Expertenrunde in diesem Jahr um einen Trainer mit fast 30-jähriger Erfahrung im Triathlon. Zuerst als erfolgreicher aktiver Triathlet, später als Trainer. Der Schweizer Roy Hinnen absolvierte 1985 sein erstes Triathlonrennen, ist dem Sport seither treu geblieben und zehrt von einem immensen Erfahrungsschatz rund um Training, Material und Ernährung. Wir haben uns mit ihm unterhalten.

Roy Hinnen, freiHallo Roy! Eine fast 30-jährige Triathlonerfahrung können die wenigsten aufweisen. Seit wann widmest du dich neben dem eigenen Sport auch dem Training Anderer?

Seit 1986, als ich nach Amerika ging und 100 Prozent für Triathlonsport lebte. Seit dieser Zeit tausche ich meine Beobachtungen rund um den Triathlon mit meinem Umfeld aus. Seit 2005 habe ich das so angesammelte Wissen in Coaching Programme gepackt

Kannst du uns in aller Kürze deine Coaching-Philosophie erklären?

Ich sehe in meinen Athleten vor allem den Menschen. An erster Stelle stimme ich mich mit ihm ein, dann setze ich mich zu 100 Prozent ein und schreibe ein auf seine Möglichkeiten und seine Ziele abgestimmtes Konzept.  Mit ein wenig Glück und Ausdauer wird dann die „Festplatte des Athleten“ durch die Zusammenarbeit wie neu beschrieben und neue „Arbeitsräume“ werden erobert!  So wird – neben der Hauptsache schneller zu werden – viel  „Sensory Awareness“ gebildet. Aus dem Training wird eine Reise!

In so vielen Jahren sieht man zahlreiche Trends kommen und gehen. Was war für dich einer der unsinnigsten Trends, was ist für dich der beständigste Faktor im Triathlon?

Würde man die versprochenen Mehrwerte, die uns in den letzten 20 Jahren in den Bereichen Material, Ernährung und Trainingslehre verkauft wurden,  in gewonnene Zeit umrechnen, dann müsste der Sieger den Ironman in sechs Stunden beenden. Mit meinen 8.55 h als 23-jähriger in Hawaii war ich damals auf dem Podest – und wäre es heute noch. Was sagt uns das? Viele Athleten haben sich verrannt und verstehen den Unterschied zwischen fit sein, und auf den Tag X richtig Gas zu geben, noch nicht richtig. Wo können sie lernen, mutig zu sein und innere Kraft aufbauen? Heute ist die Gefahr, sich sich zu verlaufen grösser als noch zu meiner aktiven Zeit.

Selbst erfolgreich trainieren und Wettkämpfe absolvieren ist das eine. Athleten an persönliche Spitzenleistungen heranzuführen, ist etwas anderes. Was zeichnet für dich gutes Coaching aus und was darf ein unerfahrener Sportler von einem Trainer erwarten?

Es braucht ein mutiges Ziel und offene Kommunikation. Als Coach stehe ich im Dienst der Möglichkeiten eines Athleten, ich füge mich da hinein, das ist schon alles. Mit Glück, Fleiß und einem langem Atem kann so Weltspitze-Niveau erreicht werden.

Du wirst die triathlon.de Expertenrunde als Trainer unterstützen. Auf welche Themen dürfen sich die Leser besonders freuen, was sind deine Fachgebiete?

Ich kenne mich in rund 20 Themen gut aus und überlege mir aktuell, ob ich ein Buch schreiben soll. Aus diesen Erfahrungen werde ich ein paar neue Inputs zur Triathlon-Trainingslehre liefern und freue mich auf Feedback.

Am 12. Juli 2015 erscheint Roy Hinnens Buch “Triathlon Total“ im Sportwelt Verlag.

Zur Website von Roy Hinnen.

Fotos: Roy Hinnen

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