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Getestet: Ameo Powerbreather – Ich atme also bin ich

21. Juni 2016 von Nikolaus Mersits

Mersits, freiIch atme also bin ich! Auch, wenn Nikolaus, wie so viele Triathleten, nicht vom Schwimmen kommt, wagte er sich für uns ins Wasser. Für triathlon.de hat der Daniel Düsentrieb des Triathlon den Ameo Powerbreather getestet.


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Als 4. Kind eines Bäckers geboren, ist Nikolaus ohne gröbere Zwischenfälle und Zöliakie im Osten Österreichs aufgewachsen. Während Schule und Studium war er bereits damals hauptsächlich, wenn nicht sogar ausschließlich, als Sportgröße in der 3.000 Seelen-Gemeinde bekannt. Und berüchtigt. Von Judo (wurde regelmäßig von den Mädels auf die Matte befördert, leider ohne Aufforderung zum Date danach), über Tennis (das erste Racket hielt 8 Wochen, das zweite 5 und vor dem dritten wurde die Karriere elternseitig beendet) bis hin zum Fußball (Landesmeister mit der Jugendmannschaft, Kapitän sowie Meister in der U23 und diverse Einsätze in der Kampfmannschaft) war bereits ein breites Bewegungsspektrum abgedeckt. Nach dem Ballsport-Karriereende – bis heute ein Feiertag in Österreich – begann er vor gut zehn Jahren sich dem Laufen zuzuwenden. Seit dem ersten Silvesterlauf Ende 2007 sind unzählige Bewerbe und Startnummern hinzugekommen. Nachdem er nun auch Schwimmen gelernt hat, darf er sich seit 2015 offiziell „Ironman“ nennen und träumt vom Norsemann in Norwegen…wenn’s nur nicht so kalt wär.
Für triathlon.de hat unser Daniel Düsentrieb des Triathlon den Ameo Powerbreather getestet.

Mersits, frei

Das „James Bond Tool“ für Triathleten

Es gibt Gadgets für Triathleten, da würden selbst James Bond und die NASA vor Neid erblassen. Oder aber die Seniorenaquagymnastikgruppe. Aber mal schön der Reihe nach.

„Ach du Sch****, ich flieg ins Weltall“, so meine Reaktion, als ich einen etwas futuristisch anmutenden Schwimmerschnorchel von Ameo erstmalig zu Gesicht bekam. Wobei, wenn das jemand von denen ließt, bekomm ich sicher gleich böse E-Mails aus Starnberg (ja, dort sitzen die Jungs.). Denn „Schwimmerschnorchel“ war gestern.

„Doppelrohrauspuff auf Bahn 3“

Der Powerbreather ist heute für Triathleten, was der Remus – Doppelrohrauspuff für jeden – Vorsicht, Klischee – Golf GTI-Fahrer ist. Der Leitspruch „Swimming will never be the same“ trifft auf alle Fälle zu. Für denjenigen der es verwendet, als auch für die, die sich beim Zuschauen ungläubig die Augen reiben. Und jetzt kommen wieder meine Senioren ins Spiel.

Antritt zur allwöchentlichen Schwimmeinheit. Das Becken ist noch besetzt. Seniorenaquagymnastik. Man kennt sich bereits und nickt sich zu. Die Musik ist top. Die Motivation einiger Beteiligter weniger. Was sie noch nicht wissen, ihr Highlight sollte noch folgen. Ich nutze die letzten Takte von „Highway to hell“ – kann auch was anderes gewesen sein – um den Ameo Powerbreather andächtig aus dem mitgelieferten schwarzen Täschchen hervorzuholen. Die Anwesenden zeigen sich noch unbeeindruckt.
NOCH…

Mersits, frei
Von meinem ersten Test gelernt – wir erinnern uns an die Three Waves Ohrstöpsel  – lese ich mir dieses Mal die Anleitung VOR Benutzung durch. Es sollte sich auszahlen. Denn der Hinweis „Möglicherweise nimmst du anfänglich beim Einatmen einen leichten Widerstand aufgrund der Membrane des AMEO FRESH AIR
SYSTEM wahr“, ist ein absolut wichtiger und richtiger. Die restliche, sehr kurzweilige und gut strukturierte Anleitung erklärt übersichtlich, was es noch zu beachten gibt, wie man die Passform korrekt einstellt und welche Aufsätze man wann und wie verwenden solle. Der Twist-Lock ist jedem Radfahrer bekannt, die Handhabung relativ einfach. Gelesen, abgenickt, auf das Ding und rein ins Becken.

„Ich atme also bin ich“

Einmal kurz durchspülen, am Stand ein paar Mal über- und unterwasser atmen und los geht’s. Was um mich passiert bekomme ich nicht mit, bleibt mein Kopf doch ständig unterwasser und beobachte dort das bunte Treiben bestehend aus blauen Fliesen und blauen Fliesen.

Dennoch, ein zuerst ungewohntes aber angenehmes Gefühl stellt sich ein. Das Atmen fällt weg, die volle Konzentration gilt dem Armzug. Nicht schlecht. Und das waren erst 25 Meter. Ich wende gekonnt amateurhaft und ziehe sogleich das Tempo an. Eine Rollwende erspare ich mir, denn weder habe ich den richtigen Aufsatz dafür drauf (im Lieferumfang inbegriffen), noch möchte ich dem Rettungsschwimmerkurs auf Bahn 8 Grund zur Sorge geben. Oder aber die Wahrheit: Ich kann sie einfach nicht wirklich gut. Ich komme nach 50 Metern an und bin…komplett am Ende.

Mersits, freiDas AMEO FRESH AIR SYSTEM, welches einen immer mit frischem Sauerstoff versorgt, hat ganze Arbeit geleistet und meine Atemmuskulatur sogleich mächtig gefordert. So soll es ja auch sein. Die Rettungsschwimmer packen bereits zusammen, dafür blickt mich der Seniorenaquagymnastikkurs geschlossen mit großen Augen an, als hätten sie eine Haiflosse gesehen. Dabei waren es nur die zwei Röhrchen die inkl. meines Hinterkopfs aus dem Wasser ragten, sich aber kaum bewegten.

Konzentration auf die Technik

Also ob Jan Frodeno wirklich damit schwimmt, wie uns die Werbung weiß machen will, lassen wir mal dahingestellt. Ist ja auch nicht so wichtig. Was man diesem konsequent weitergedachten „Schwimmerschnorchel 2.0“ aber definitiv zugute halten muss, ist die Tatsache dass man sich voll und ganz auf das Techniktraining fokussieren kann und zusätzlich die Leistungsfähigkeit und Effizienz der Lunge bzw. Atemmuskulatur schult und stärkt.

Noch dazu darf man zukünftig damit in den Bastelkeller gehen, denn es werden „demnächst Ventilsysteme mit unterschiedlichen Membranstärken zur Verfügung stehen. Mit ihrer Hilfe wird der Atemwiderstand erhöht um die Ausdauerleistung mit gezieltem Training der Lungenmuskulatur zusätzlich zu steigern“, so der Hersteller auf seiner Website. Klingt doch vielversprechend.

„Schwimmerschnorchel 2.0“
Mersits, freiDen AMEO POWERBREATHER gibt es in drei unterschiedlichen Varianten: WAVE, (Schwimmbecken sowie ruhiges und bewegtes Freiwasser), LAP (die getestete Variante, Schwimmbecken sowie ruhiges Freiwasser, geeignet für Rollwende) und SPORT (Schwimmbecken sowie ruhiges Freiwasser). Die UVP liegt zwischen € 89.- für das günstigste (SPORT) und € 124.- für das teuerste (WAVE) Modell. Sicher kein Pappenstiel, aber wenn’s hilft, warum nicht?

Anzumerken bleibt noch, dass ein austauschbares Mundstück eine Idee wäre, um sich das Teil auch mit Vereins- oder Trainingspartnern teilen zu können. Außer man hat sich so lieb, dass es einem egal ist :)

 

Zur Website von Ameo

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Fotos: triathlon.de

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