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Echt Krell: Musikdoping steigert die Leistung

21. Oktober 2010 von Michael Krell

Musik ist Doping?Sport und Musik sind für die meisten sehr eng miteinander verbunden. Gerade lange Lauf- oder auch schnelle Intervalleinheiten lassen sich den richtigen „beats per minute“ kurzweiliger gestalten. Ist Musik nicht sogar leistungssteigernd oder gar audiophiles Doping? Krelli hat sich Gedanken gemacht.


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Wie so viele, gehöre ich auch zu den Triathleten, die ohne Musik im Training nicht laufen können. Es geht doch nichts über motivierende Klänge im Ohr, wenn man sich gerade die letzten Kilometer vom langen Lauf abquält und die geschundenen Füße kaum noch übereinander bekommt. Das geht sogar so weit dass ich lieber allein als in der Gruppe laufe, weil ich mich dann nämlich unterhalten müsste, anstatt Musik zu hören. Und wenn ich nun wählen könnte ob es keuchende Schnauflaute sind, die mein Laufnachbar in mein Ohr prustet, oder die aufpeitschenden Beats von Nine Inch Nails oder Prodigy – nun dann wähle ich lieber Letzteres.

Gerade beim Intervalltraining sind die Musikstücke meiner Meinung nach Ihr Gewicht (MP3 Player) wirklich wert. Kein Intervall wird gelaufen ohne vorher sorgfältig die passende Musik und die Lautstärke dafür zu wählen! Das Ergebnis dieser Symbiose kann natürlich auch ins Gegenteil umschlagen. Man muss dann aufpassen, dass man nicht mitten auf der Tanzfläche beim samstäglichen Ausgang, anfängt aus dem Club zu rennen, nur weil ein Lied aus dem persönlichen Trainingsportfolio gespielt wird und die Beine merklich anfangen zu kontraktieren!

Beim Wettkampf sind meine Erfahrungen mit Musik aber völlig andere. Niemals würde ich dort Musik hören. Und das nicht nur, weil es so in den meisten Regularien geschrieben steht. Probiert es einfach mal aus.

Spätestens wenn ihr auf 180 Puls seid, euch die Kopfhörer vor lauter Schweiß immer wieder aus den Ohren rutschen, ihr dementsprechend nur noch am Hantieren mit den Selbigen seid, ihr irgendwann (zum Beispiel auf der Langdistanz) nicht mal mehr die Kraft besitzt, vor- oder zurückzuspulen, weil Eye of the Tiger ausversehen in die Endlosschleife gerutscht ist, ihr sowieso nichts mehr hört, weil sich extrem hoher Puls und Musik im Ohr auf Dauer nicht verträgt und es euch alles nur noch auf die Nerven…geht! Spätestens dann werdet ihr den Player mitsamt Hörern ins nächstliegende Gebüsch schmeißen.

Und dafür wären doch die 50 Eurozu schade. Nicht zu vergessen, der vielleicht wichtigste Grund: Viele überpacen einfach, wenn sie Musik im Wettkampf hören. Sollte es trotzdem noch einige Musikliebhaber geben, die das nicht abschreckt, bei Challenge Rennen sind Kopfhörer auf der Laufstrecke offiziell erlaubt.

Übrigens lasse ich beim Radfahren natürlich brav die Mucke zuhause, das ist mir dann doch zu gefährlich im Straßenverkehr. Wenn ihr mich ansonsten beim Lauftraining mal irgendwo antrefft, nicht wundern, wenn ich nicht reagiere, die Musik ist einfach zu schön und wahrscheinlich mal wieder viel zu laut.

krelli

Michael Krell ist Autor des Artikels und zudem ein sehr aktiver und erfolgreicher Triathlet. Nachdem er sich die Quali für Hawaii beim Ironman Zürich 2008 bereits einmal sichern konnte wurde er 2009 zum Sub9 Finisher beim Challenge Roth. Krelli treibt auch bei uns im Forum sein unwesen und hat seinen eigenen Blog und hat auch sein eigenes Buch.
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