Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > News > DTU-Verbandstag 2010: Wisser und Eckert treten zurück

DTU-Verbandstag 2010: Wisser und Eckert treten zurück

6. November 2010 von Ralph Schick

Worms, 06. November 2010 – Der Verbandstag der DTU startet mit einem Knall. DTU-Präsidentin Claudia Wisser und der Vizepräsident Finanzen Ralf Eckert treten zurück. Vizepräsident Leistungssport Ramon Gomez-Islinger verzichtet auf eine weitere Kandidatur. Der Ressortbericht wurde erteilt und eine Aussprach war möglich.


Triathlon Anzeigen

Noch vor der offiziellen Eröffnung des Verbandstages gibt Claucia Wisser eine Erklärung ab:

„Liebe Sportfreunde,

sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich Euch alle willkommen heißen, um am Verbandstag teilzunehmen.

Bevor wir aber mit dem „ordentlichen“ Verbandstag beginnen und diesen eröffnen, möchte das Geschäftsführende Präsidium zunächst eine kurze Stellungnahme abgeben:

Am 08. November 2008, vor genau zwei Jahren also, wurden ich und mein Team gewählt. Damals hatten wir einen ausdrücklichen Auftrag von den Präsidenten der Länder mitbekommen.

Wir sollten nicht nur die DTU die nächsten Jahre führen, sondern wir waren gebeten worden, aufzuräumen. Alle wussten, dass in der Vergangenheit Dinge passiert sind, die sich nicht nur nicht wiederholen sollten, sondern die aufgeklärt werden sollten. Insbesondere sollte nach­ge­forscht werden, wo die vielen Gelder verblieben waren.

Was damals auf dem Verbandstag nur wenige wussten: Die DTU war am 08. November 2008 faktisch pleite. Gleichwohl gab es einen positiven Bericht des seinerzeitigen Präsidiums.

Wie wir heute wissen, wusste das damalige Präsidium überhaupt nicht, wie schlecht es um die DTU bestellt war. Diese vertrauten den Aussagen des früheren Generalsekretärs und des Steuerberaters der DTU. Das war fatal!

Heute ist die DTU saniert!

2009 wurde der höchste Gewinn in der Geschichte der DTU erzielt. Für 2010 – das fast vorüber ist – ist ein ähnlich hohes Ergebnis zu erwarten. Die DTU ist damit endlich wieder in der Lage, Projekte für den Sport und die Athleten anzugehen und sich den Herausforderungen der sportlichen Zukunft zu stellen.

Die Sanierung war nicht einfach. Sie wurde massiv von denjenigen behindert, die  verantwortlich für die desolate Lage der DTU waren. Um die Sanierung dennoch fortzuführen wurden die verbliebenen Verantwortlichen, namentlich der frühere Generalsekretär und der Steuerberater der DTU von ihrem Aufgabengebiet entbunden und sie mussten die DTU verlassen.

Die danach erfolgenden Störungen durch diese Personen waren nicht verwunderlich;  verwunderlich und extrem enttäuschend war aber, dass diese Personen plötzlich Hilfe durch einzelne Landespräsidenten und auch Präsidiumsmitglieder einzelner Landesverbände erhielten.

Die anfängliche Forderung der Landespräsidenten, aufzuräumen, schlug teilweise um, und einzelne unterstützten nun diejenigen, die man zuvor mit gutem Grund loswerden wollte. Plötzlich war die fristlose Kündigung unmenschlich, die Personen betraf, bei denen die Staatsanwaltschaft bereits mehrere Hausdurchsuchungen im Rahmen ihrer Ermittlungen wegen einer Reihe von Straftaten zu Lasten der DTU durchgeführt hat. Die Unterstützung gipfelte darin, dass dem früheren Generalsekretär und dem früheren Steuerberater mehrfach vertrauliche Unterlagen zugespielt wurden, um der DTU zu schaden.

Wir wissen alle, dass es sich hierbei nur um wenige Personen handelt, die die Feuer legen und Brandstiftung begehen. Die weitaus meisten Landespräsidenten wollen nach wie vor, dass die DTU vernünftig geführt wird. Leider sind aber die Gegner des Sports an Zahl zwar wenig, werden aber nicht müde zu lügen, zu mobben, zu denunzieren und zu diffamieren.

Hierfür verwenden sie viel, sehr viel Energie und Zeit. Für die endgültige Sanierung wird es erforderlich sein, auch diese Feinde des Sports zu entfernen, die nur ihre eigenen Interessen – seien sie finanzieller oder mehr persönlicher Art – im Sinn haben.

Uns ist bekannt geworden, dass nunmehr beabsichtigt ist, uns gar nicht mehr zu Wort kommen zu lassen und die Tagesordnung soll entsprechend geändert werden. Welche Angst haben hier einige vor unseren Argumenten und unseren Stellungnahmen, dass sie als einzigen Ausweg nur sehen, uns nicht zu Wort kommen zu lassen?

Sie reden über uns und haben nicht den Mut, mit uns in einen konstruktiven Dialog zu treten! Was hat das noch mit einem offenen und sachlichen Miteinander zu tun? Transparenz ist, wenn wir übelste Beschimpfungen und unwahre Darstellungen in der Zeitung über uns lesen können.

Wir haben Transparenz anders verstanden und diese noch nie da gewesene Transparenz ist uns zum Verhängnis geworden.

Die zukünftigen Positionen des Geschäftsführenden Präsidiums wurden – ganz demokratisch – bereits in den letzten Tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit im kleinen Kreis verteilt. Stimmen wurden in den Ring geworfen für bestimmte Positionen. Die intrigante Initiative ging auch von einem Präsidiumsmitglied der DTU aus und schnell fanden sich Personen, die Vorteile für sich selbst sahen und sich anschlossen.

Uns tun die Sportler Leid! Das betrifft alle Triathleten egal ob Leistungssportler, Hobby-Triathleten oder ambitionierter Agegrouper. Die Sportler haben derartiges sicher nicht verdient.

Tröstlich ist allein, dass die Aufklärung der Unregelmäßigkeiten seinen Lauf nimmt, und keiner dies verhindern kann. Der Staatsanwalt ist hinreichend informiert und tätig und er muss weiter machen! Das Bundesverwaltungsamt ist informiert und überaus besorgt, was die Zukunft der DTU anbelangt.

Die Wunschträume einzelner, nun würde alles unter den riesengroßen Teppich der Gleichgültigkeit gekehrt, werden sicher Wunschträume bleiben.

Der Zug der strafrechtlichen Ermittlungen und der Aufklärung ist auf die Schienen gesetzt und losgefahren und wird erst im Ziel zum Stehen kommen.

Keinem Triathleten ist mit den vollmundigen „Friede, Freude, Eierkuchen-Gelaber“ gedient. Es hilft niemandem, Probleme einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen, damit man diese auch nicht beseitigen muss.

Der propagierte Stillstand oder gar die Rückkehr zu alten Verhältnissen, bedeutet den Tod für die DTU, die sich in unserer schnelllebigen Zeit weiterentwickeln muss und nicht zum Opfer einer althergebrachten Gemütlichkeit von vor zehn, zwanzig Jahren werden darf. Diese Zeiten sind lange vorbei. Rezepte aus dieser Zeit gehören in die Vergangenheit.

Fakt ist:

Die DTU wurde die letzten zwei Jahre so transparent, teamorientiert und professionell geführt wie noch nie!

Die Geschäftsstelle ist erstmals vernünftig strukturiert!

Die Internationale Reputation war wieder hergestellt!

Die DTU steht heute finanziell so gut dar wie noch nie!

In sportlicher Hinsicht ist Deutschland heute die erfolgreichste Triathlon Nation der Welt!

Deshalb können wir nunmehr im Hinblick auf die von uns geleitstete Arbeit der letzten zwei Jahre ruhigen Gewissens darauf zurück blicken.

Ich bedanke mich bei all denjenigen, die uns die zwei Jahre unterstützt und für die Sache gekämpft und gearbeitet haben.

Bernd, ich bitte dich, die Sitzungsleitung nunmehr zu übernehmen:

Ralf und ich treten hiermit zurück.“

Gomez-Islinger machte in seiner Stellungsnahme klar, dass er von der Art und Weise, wie ein Gegenkandidat platziert worden ist, enttäuscht ist. Er habe stets gesagt, dass er sich keiner Kampfabstimmung stellen würde. Für die Zukunft stehe er nicht mehr für Ämter in der DTU zur Verfügung.

Im Anschluss wurde der Verbandstag für 15 Minuten unterbrochen.

Triathlon.de Anzeigen

Triathlon beliebt

 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden