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Die starke Mitte: Warum Athletik, Yoga, Functional Training und Co. so wichtig sind

29. Oktober 2014 von Christine Waitz

Katja Bartsch, freiWinterzeit ist Stabi-Zeit, oder Athletik-Zeit, oder Functional Training-Zeit, oder, oder, oder. Wie auch immer man das Training für eine starke Körpermitte nennen möchte – fest steht, es ist wichtig! Mit Katja Bartsch holen wir uns eine Expertin in die Runde, die euch als Triathletin, Sportwissenschaftlerin und Yoga-Trainerin nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch fit macht!


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Schon in Jugendjahren war Katja Bartsch im Triathlon aktiv. Sieben Jahre lang feierte sie Erfolge im Jugend- und Juniorenbereich. Mit dem Einstieg in das Studium zur Business Managerin schraubte sie ihre sportlichen Ambitionen zurück. Ein erfolgreiches Arbeitsleben ließ später kaum mehr Sport zu. 2011 hatte die 31-jährige dann genug: Sie kündigte ihre Stelle und beschloss zurück zu ihren sportlichen Wurzeln zu kehren. Neben einem Studium der Sportwissenschaften in München nahm sie auch das Projekt des ersten Langdistanztriathlons in Angriff. Mittlerweile ist sie erfolgreiche Finisherin der Challenge Roth, hat das Studium abgeschlossen und schreibt an ihrer Doktorarbeit. Daneben hat sie eine ganz andere Leidenschaft für sich entdeckt: Das Yoga.

Katja Bartsch, freiHallo Katja! Triathlon und Yoga – das ist nun eine doch eher ungewöhnliche Kombination. Wie hast du zum Yoga gefunden?

Zum Yoga habe ich in der Vorbereitung auf meine erste Langdistanz gefunden. Neben vielen Stunden im Wasser, auf dem Rad und in Laufschuhen, merkte ich schnell, dass die Arbeit mit Körperwahrnehmung, Atmung, Flexibilität und Stabilität den perfekten Ausgleich schafften.

Von der Business Managerin zur Yoga-Lehrerin. Was hat sich in deinem Leben verändert?

Zum einen – auch wenn es sich plakativ anhört – habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht, und das fühlt sich jeden Tag beim Aufstehen aufs Neue gut an. Zum anderen kann ich selbstbestimmter arbeiten, sowohl im Hinblick auf Arbeitsinhalte als auch auf Arbeitszeiten. Dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit dabei mehr ineinander fließen als in meinem alten Job, ist aufgrund der Begeisterung und Freude an meinem Beruf absolut in Ordnung.

Nun beschäftigen sich Triathleten nicht unbedingt gerne mit Athletik und Stabitraining. Ist das wirklich so wichtig? Schließlich schwimmen, radeln und laufen die Dreisportler schon stundenlang!

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Stabilität im Rumpfbereich die Wasserlage, Radleistung und Lauftechnik maßgeblich beeinflusst. Beim Schwimmen, Radfahren und Laufen nutzen wir zwar die relevante vorhandene Muskulatur, bauen diese aber nicht gezielt auf. Beinahe jeder Triathlet spürt beim Stabitraining seine Defizite – einer der Gründe dafür, dass Allgemeinathletikübungen sich nicht größter Beliebtheit erfreuen.

Nicht nur Athleten im Profibereich integrieren daher heutzutage das gezielte Training der stabilisierenden Rumpfmuskulatur und Faszien und berücksichtigen verschiedene Formen von Dehnung, Entspannung und Atemübungen.

Katja Bartsch, frei

Yoga, Athletik, Functional Training, Core Stability… was ist denn nun das ideale Training für eine starke Mitte?

Aus meiner Sicht ist es vor allem ein abwechslungsreiches, vielseitiges Training mit unterschiedlichsten Impulsen, das einen Athleten stark und komplett macht. Der Körper lernt vor allem, wenn er neuen Input bekommt – und das gilt auch für das Training einer starken Mitte. Ob die Überschrift nun „Functional Training“, „Power Yoga“ oder „Stabitraining“ lautet, ist meiner Meinung nach daher irrelevant. Jeder Athlet sollte für sich ein Training zusammenstellen, dass seine Stärken stärkt und seine Schwächen abschwächt. Je mehr verschiedene Trainingsformen ein Athlet kennt, desto bunter und abwechslungsreicher kann er sein Trainingsprogramm zusammenstellen.

Wenn der innere Schweinehund mal wieder auf der Couch kuscheln möchte, wie motivierst du dich zum Training?

Katja Bartsch, frei

Wenn die Sonne scheint, reicht der Gedanke an Bewegung und frische Luft. Schwieriger wird es, wenn es draußen kalt und nass zugeht. Das Wissen, dass ich mich nach einer Frischluft einfach gut fühle, macht den Weg in die Laufschuhe leichter. Wenn der Schweinehund allerdings besonders laut schreit, dann darf er vielleicht auch mal „nur“ auf die Yogamatte. Und dort gefällt es ihm eigentlich immer gut!

Fotos: Katja Bartsch

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