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Das Verletzungspech der Sandra Wallenhorst

8. Juni 2011 von Christine Grammer

Wir haben Sandra zu ihrer aktuellen Verletzungsituation, ihren Saisonzielen und ihrer persönlichen Meinung zum Kona-Ranking befragt.


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Wie sieht die momentane Situation aus nachdem du die beiden 70.3 Rennen in St.Pölten und Rapperswil absagen musstest? Konntest du deine Verletzung auskurieren und wann kannst du in die Saison starten?

Ja, leider konnte ich an meinem Lieblingsvorbereitungsrennen, dem IM 70.3 in St. Pölten, in diesem Jahr nicht teilnehmen. Ich konnte nur alles im Internet verfolgen. Das war sehr schade.

Ich bin auch leider immer noch nicht ganz voll einsetzbar, wurde sogar, nachdem ich drei Tage wieder grünes Licht zum Trainieren hatte, durch eine heftige Mandelentzündung wieder zurückgeworfen. Jetzt darf ich endlich 1,5 Stunden Radfahren. Ich komme mir vor wie eine Rentnerin. Ein Start am Wochenende war also leider nicht drin.

Wie kam es zu deiner Verletzung und wie gehst du als Profisportler mit solchen Situationen um? Welche Tipps und Ratschläge kannst du unseren Lesern weitergeben, um Verletzungen vorzubeugen?

Am Ende meines Trainingslagers in Thailand im Januar fing mein rechtes Knie nach längeren Läufen an, zu schmerzen. Ich habe es zunächst ignoriert (was vom Sport kommt, geht mit Sport auch wieder weg). Zurück in Hannover bin ich direkt  zu einem Arzt am Olympiastützpunkt gegangen, der es sich angesehen hat. Mit seiner Diagnose, einem Ganglion, konnte ich nicht wirklich was anfangen. Er hat es jedenfalls behandelt und ich konnte auch für ca. 4 Wochen wieder laufen. Dann kam der Schmerz wieder. Bei einem MRT wurde eine Entzündung im Knie entdeckt. Die behandeln wir jetzt. Reha, Physiotherapie, Arztbesuche.

Ich bin sehr schlecht im Nichttrainieren und meine Schwäche sind Ruhetage. Also habe ich mir gedacht, ich nutze die Gunst der Stunde und schwimme mal richtig viel. Gute Idee: nach einer Woche, ich durfte nur Arme schwimmen, Beine zusammengebunden wegen des Knies, hat meine Schulter weitere Arbeit verweigert. So lohnen sich die Physiobesuche jetzt noch mehr.

Es ging also gar nichts mehr. Aber ab morgen wieder… P.S. Nicht zur Nachahmung empfohlen. Ein wenig mehr Ruhe, wenn man verletzt ist, hat noch keinem geschadet.

Wie lief deine Vorbereitung für die laufende Saison? Welche Ziele hast du dir persönlich für 2011 gesetzt? Ist ein Start beim Ironman in Hawaii 2011 noch ein Thema?

Die Vorbereitung für diese Saison habe ich nach den Vorkommnissen auf Hawaii (Anmerkung der Redaktion: Sandra wurde nach dem Radfahren disqualifiziert, da sie gleich zu Beginn falsch gefahren war und die Strecke verlassen hatte) im letzten Jahr etwas später gestartet, da ich eine längere Pause gebraucht habe.

Mit Thailand ging die Vorbereitung los, dann mehrere Trainingslager auf Mallorca und in der Schweiz. Es lief gut an, wenn man mal von den Problemen mit dem Knie absieht. Jetzt gerade bin ich ziemlich aus der Bahn geworfen und ich muss erst einmal sehen, wie alles wieder anläuft. Wenn ich Ende dieser Woche wieder voll belastbar bin, kann ich mein erstes großes Saisonziel, die Titelverteidigung in Frankfurt, noch schaffen. Das würde ein ziemlicher Brocken Arbeit werden, aber das ist ok. Gegen viel Training habe ich nichts, nur gegen wenig .

Hawaii kommt dann nach Frankfurt. Ich plane in Etappen. Mein Fokus ist zunächst die EM. Aber Kona steht sicher auch auf der Agenda.

Wie findest du die Einführung des Ironman Rankings? Was sollte man deiner Meinung nach noch optimieren?

Die Einführung des Rankings halte ich für wenig gelungen und durchdacht. Für uns Athleten ist es eine enorme Belastung, da wir mehr Rennen machen müssen als bisher. Die Qualität der Rennen wird sich so sicher nicht verbessern. Sich voll auf zwei Rennen zu konzentrieren, fand ich für meinen Körper absolut ausreichend. Mehr sind meines Erachtens nicht gesund.

Und daneben ist Kona eben schlecht planbar. Weiß ich denn, ob ich mich qualifiziere?

Ich fand das bisherige System gut.  Nur das Roll down der Slots war nicht so optimal. Wenn jemand seinen Slot nicht angenommen hatte, hätte er besser verfallen sollen.

Neben deiner sportlichen Karriere unterstützt du auch gezielt den Niedersächsischen Verband bei gewissen Projekten. Was unterstützt du aktuell?

Ich habe im letzten Jahr quasi einen Sechser im Lotto gelandet, als mir von unserem Innenminister, Herrn Uwe Schünemann, ein Job im Ministerium angeboten wurde. Ich bin dort als Referentin im Sportdezernat als Juristin eingestellt worden. Eine meiner Aufgaben ist es, Kinder und Jugendlich an den Sport heranzuführen. Dazu kann ich Projekte entwerfen, planen, organisieren und durchführen. Eine wunderbare Aufgabe! Integration wird im Sport zum Kinderspiel und zur Selbstverständlichkeit.

Ich arbeite mit dem Bundesministerium und den einzelnen Sportverbänden innerhalb der Bundesländer zusammen. Da ich natürlich eine besondere Affinität zum Triathlon habe, liegt dieser Schwerpunkt nahe. Innerhalb unseres Verbandes läuft gerade ein großartiges Projekt: TRIMAS. Heino Grewe Ibert hat etwas vollbracht, von dem man kaum glauben kann, dass es erst eine so junge Geschichte hat. Er hat tausende Kinder und Jugendliche zum Triathlon gebracht, veranstaltet Triathlons, auch Schultrias, Workshops, Trainingslager, Aus- und Weiterbildungen für Trainer. Und das in nur 30 Stunden pro Woche. Wir sind sehr froh, ihn im Verband zu haben. Und da bin ich doch gern dabei und versuche, zu unterstützen, was und wo es geht. Ich werde auch bei dem von ihm veranstalteten Harztriathlon in zwei Wochen dabei sein.

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