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Teil 3: Die Kurbel-Kettenblatt-Garnitur

Das perfekte Triathlonrad: Aerodynamisch UND leicht –
Teil 3: Die Kurbel-Kettenblatt-Garnitur

16. Juni 2011 von Andrej Heilig

Maximale Aerodynamik und minimales Gewicht bei Zeitfahrrädern – geht das? Andrej Heilig sagt ja, und baut sich sein sogenanntes „cw.059“, das nach seiner Meinung für ihn optimal ist, selbst zusammen. Nach der Einführung, dem 1. Teil (Rahmen-Gabel Set), dem 2. Teil (Lenker-Vorbau-Set) geht es heute mit dem dritten Teil – mit Kurbel und Kettenblatt – weiter.


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Für alle, die die Serie „Das perfekte Triathlonrad“ von Andrej noch nicht verfolgt haben – die komplette Artikelreihe zum Bau, der für ihn perfekten Zeitfahrmaschine sieht folgendermaßen aus:

Erklärung zum Projekt cw.059
1. Rahmen-Gabel-Set
2. Vorbau-Lenker-Kombi
3. Kurbel-Kettenblatt-Garnitur
4. Schaltung und Schalthebel
5. Bremsen und Bremsgriffe
6. Sattel und Pedale
7. Laufräder und Reifen
8. Finish und Fazit

cw .059 (3) – Die Kurbel-Kettenblatt-Garnitur

Als ich in meiner örtlichen Postfiliale die 1.094 € für eine Clavicula Road (Tretkurbelsystems in Vollcarbonbauweise) über den Tresen schob, kamen mir erstmals erhebliche Zweifel, ob das Projekt cw.059 wirklich eine gute Idee war. Aber zumindest mache ich soetwas mit Sicherheit zum letzten Mal, und daher wollte ich keine – später oftmals bereuten – Kompromisse eingehen. Auch wenn im Rahmen der Projektzielsetzung jedes einzelne Bauteil zählt, so hat man bei Kurbel und Laufrädern den geringsten Entscheidungsspielraum. Aus meiner Sicht sind das die Bauteile, in welche man wirklich investieren muss.

Die wenigsten dürften eine Clavicula-Kurbel jemals „live“ gesehen haben, und mir ging es bis dato genauso. Nachdem das Geld erst einmal weg war, konnte ich mich doch recht schnell mit diesem ausgesprochen schönen und edel anmutenden Antrieb anfreunden. Die Kurbel (175 mm) inklusive Keramiklagerschalen habe ich mit 412 g eingewogen.

Auf dem freien Markt mangelt es nicht an (nicht ganz so) leichten (und trotzdem sündhaft teuren) Kurbeln, jedoch weisen die wenigsten eine so hohe Steifigkeit auf wie die Clavicula.

Eine denkbare Alternative für mich, wären die kaum günstigeren und dabei etwas schwereren Powerarms von Storck gewesen. Aber immerhin hat der Clavicula-Hersteller auch wettkampferprobte MTB-Versionen im Portfolio (gefahren u. a. von MTB-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Sabine Spitz), so dass mir bei den vergleichsweise geringen Belastungen im triathlontypischen „Steady-state“ um die Stabilität nicht bange ist. Zu erwähnen ist allerdings, dass Fahrergewichtslimit von immerhin reichlichen 95 kg.

Aber auch die leichteste Kurbel muss an ein Kettenblatt montiert werden. Die üblichen Verdächtigen wie Shimano, Campagnolo und Sram glänzen auch in den Versionen Dura Ace, Super Record und Red nicht gerade mit Traumgewichten. Neben der Grundsatzentscheidung Shimano / Sram (weitestgehende Kompatibilität der Antriebselemente) oder Campagnolo, ist auch die Zähneanzahl zu berücksichtigen. Aus projektspezifischen und praktischen Gründen, habe ich mich für die sehr leichten und gleichzeitig steifen Stronglight CT2-Kettenblätter in der Kombination 53/39 entschieden (Shimano- / Sram-kompatibel). Damit kann man auch auf steigungs- und höhenmeterintensiven Kursen immer den passenden Gang einlegen. Aus meiner Erfahrung heraus sind 53 Zähne nur auf langgezogenen Gefällestrecken nicht mehr ausreichend, um das dort maximal mögliche Tempo zu erzwingen.

Das Gesamtgewicht der Kurbel-Kettenblatt-Garnitur spricht mit 540 g für sich.

Zum Vergleich: Die aktuelle Shimano Dura Ace FC-7900 wird bei 53/39 mit mindestens 725 g angegeben.

Bauteil Name Gewogenes Gewicht in g Preis im Internet

in € (Stand 13.04.2011)

Rahmen Scott Plasma CR1 LTD 1210

(1307 mit Lackierung)

625,00 (eBay)
Gabel Siehe oben 415

(427 mit Lackierung)

Inklusive
Sattelklemme Siehe oben 114 Inklusive
Lenker Easton Attack TT Aero Bar 434 391,55
Vorbau PRO PLT Carbon Composite 134 89,95
Kurbel inkl. Lagerschalen Clavicula Road 412 1.094,00
Kettenblätter 53/39 Stronglight CT2 128 71,80
SUMME 2847 2.272,30
Seit 1999 ist Andrej Nichtraucher und gleichzeitig einer neuen Sucht verfallen: Triathlon. Seit den Anfängen hat sich viel getan im Leben des erfolgreichen AK30 Triathleten. Aber das erzählt er Euch lieber selber. Hier die Webseite von Andrej Heilig.
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