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Challenge Kraichgau: Raelert zeigt allen, wo der Hammer hängt

5. Juni 2011 von Meike Maurer

Raelert gewinnt mit einem souveränen Auftritt das schwüle Hitzerennen im Kraichgau. Sebastian Kienle kämpfte zwar wacker, fuhr auf dem Rad die Bestzeit, aber dieser Puffer sollte für den, in eine anderen Liga laufenden Raelert nicht reichen. Dritter wurde der Franzose Francois Chabaud. Bei den Frauen gewinnt die Holländerin Yvonne van Vlerken nach großem Kampf vor Julia Wagner aus Freiburg, die keine Geringere als Rachel Joyce auf den dritten Platz verwies.


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„Einfach Wahnsinn“ – diese Aussage konnte man entlang der Strecken durch das 1000 Hügelland im Kraichgau heute des Öfteren hören – und das absolut zu Recht.  Das erste Mal entlang der Radstrecke, auf der Sebastian Kienle in diesem Jahr voll und ganz seinen Heimvorteil nutzte und die Berge hochblies, dass wirklich alles zu spät war und mit 2:09:43 die beste Radzeit auf den glühenden Asphalt im Kraichgau legte.

Da zweite Mal entlang der Laufstrecke, auf der wiederum Andreas Raelert sein ganzes Können zeigte und rasend schnell Sekunde um Sekunde auf die beiden vor ihm vom Rad gestiegenen, Sebastian Kienle und Francois Chabaud gut machte und den Halbmarathon in sensationellen 1:09:27 beendete.

Vielleicht nur der Schein – Raelert wirkt von Anfang an entspannt

Aber irgendwie wurde man das gesamte Rennen das Gefühl nicht los, dass Andreas Raelert zu jedem Zeitpunkt des Rennens  alles im Griff hatte. Als Zweiter hatte der Rostocker nach 23:22 Minuten den Hardtsee bereits wieder verlassen. Ließ sich allerdings beim Wechseln mächtig Zeit,  so dass etliche Athleten ihn überwechselten. Und auch auf der Radstrecke hatte man nie das Gefühl, der 34-jährige wolle auf Teufel komm raus, am jungen Wilden Sebastian Kienle dran bleiben. Kaum auf der Laufstrecke zündete Andreas, wie bereits vor einigen Wochen beim 70.3 auf Mallorca, allerdings den Turbo, so dass den Zuschauern vor Begeisterung der Mund offen stehen blieb und die Vermutung bereits nahe lag, dass der Vorsprung von Sebastian Kienle, den er von der Radstrecke mitgebracht hatte und ziemlich genau 3:30 Minuten betrug, nicht für den Sieg am heutigen Tage ausreichen könnte.

So kam es wie es kommen musste, mit einem Vorsprung von 1:44 lief Andreas Raelert bei seinem ersten Start beim Challenge Kraichgau als Sieger über die Ziellinie. Gefolgt vom Lokalmatador Sebastian Kienle, der mit beachtlichen 1:15:00 auf den Halbmarathon wiederum einen komfortablen Vorsprung von zwei Minuten auf den Franzosen Francois Chabaud ins Ziel laufen konnte.

Auf Platz vier landetet der zweite Lokalmatador Felix Schumann, der bereits am letzten Wochenende beim CityTriathlon in Heilbronn, auf diesem etwas undankbaren Platz ins Ziel gekommen war und wohl jetzt auch dem letzten Zweifler klar machen konnte, dass er nicht nur ein Xterra-Spezialist ist. Zumal, wenn man weiß, wie der junge Arzt aus Bad Wimpfen am Tag nach Heilbronn regenerieren konnte – nämlich gar nicht so wirklich, denn er hatte Nachtdienst im Krankenhaus.

Auf Platz fünf landete mit Thomas Hellriegel ein „alter Hase“, der sich aber diesen Platz nach guter Schwimmleistung, starker Radperformence  und  einem sehr ordentlichen Halbmarathon von 1:21:47 h redlich verdient hatte.  Im Ziel war der Bruchsaler zu Recht äußerst zufrieden mit sich: „Das war genau mein Wetter und das Laufen hat sich endlich mal wieder nach Laufen angefühlt … ich hoffe, das so auch so aus.“

Mit Uwe Widmann landete auf Platz sechs ein weiteres Triathlon-Urgestein, der nach dem 7. Platz beim Ironman Südafrika und dem 7. Platz beim 70.3 in St. Pölten nun erneut ein gutes Ergebnis einfährt.

Sympathischer Pechvogel

Wer sich an dieser Stelle nun fragt, wie eigentlich Titelverteidiger Normann Stadler unterwegs war – sehr gut, bis circa Kilometer 75 auf dem Rad lag der Wahl-Mannheimer in aussichtsreicher Position auf Platz zwei. Doch in einer Kurve schlitze es ihm seinem Mantel auf und das Rennen war beendet. Erstaunlich entspannt gab Stadler allerdings im Zielbereich zu Protokoll, „dass es für ihn heute maximal um Platz drei gegangen wäre, da Andreas und Sebastian heute in einer anderen Liga unterwegs gewesen wären.“

Enges Frauenrennen – Van Vlerken vor Wagner vor Joyce

Julia Wagner aus Freiburg, hatten wohl nicht alle bei der Vergabe der Podiumsplätze im Kraichgau auf dem Schirm, um so überraschter waren wohl einige als die Freiburgerin lange Zeit auf dem Rad in Führung lag.  Doch dann konnte Yvonne van Vlerken doch noch ihren ersten Sieg der Saison einfahren. Die Holländerin war zwar im Ziel überglücklich aber auch ziemlich am Ende ihrer Kräfte „ das war einfach nur heftig heute“. Julia Wagner strahlte dafür im Ziel mit der Sonne um die Wetter, „einfach unglaublich – und dabei hatte ich auf dem Rad bei Kilometer 80 schon einen ganz schönen Hänger – dafür lief es dann beim Laufen noch mal richtig gut“. Auch die Drittplatzierte Rachel Joyce konnte mit sich und ihrer Leistung zufrieden sein:“ Am Schluss hat mir einfach etwas die Power gefehlt, aber das ist so kurz nach dem Ironman Lanzarote sicherlich auch nicht verwunderlich.“

Auf Platz vier landete die im Vorfeld des Rennens hoch gehandelte Merseburgerin Diana Riesler, die zwar wieder einmal die beste Radzeit fuhr, aber in erster Linie durch eine mäßige Schwimmleistung eine bessere Platzierung vergab.

Raelerts` eigene Einschätzung im Ziel zum Rennverlauf

„Ganz ehrlich, ich bin froh, dass ich wieder einen super Lauftag hatte und sehr glücklich, dass es so noch zum Sieg gereicht hat.“ Angesprochen auf die lange erste Wechselzeit erklärte der Rostocker, „ ich hatte den falschen Wechselbeutel gegriffen und bin schon ganz schön nervös geworden, weil ich hörte, dass durch dieses Fauxpas bereits Normann Stadler wieder zu mir aufschließen konnte. Beim Radfahren auf der wirklich sehr anspruchsvollen Strecke konnte ich dann Sebastian nicht folgen, aber ich konnte mir zum Glück auch noch ein paar Körner fürs Laufen aufsparen.“

Nun steht für den 34-jährigen erst einmal eine regenerative Woche auf dem Programm. Danach ein kleines Trainingslager in Erding und der Stadttriathon in Erding und dann geht’s mit Sebastian Kienle noch mal zur Streckenbesichtigung nach Roth, wo es in fünf Wochen bereits wieder heißen wird – „ das große Duell der Giganten Teil zwei.“

Top Ten Männer

1. Raelert, Andreas 03:51:05
2. Kienle, Sebastian 03:52:49
3. Chabaud, François  03:54:49
4. Schumann, Felix  04:02:26
5. Hellriegel, Thomas 04:03:28
6. Widmann, Uwe 04:04:12
7. Reichel, Horst 04:06:18
8. Johnsen, Jimmy 04:07:52
9. Dülsen, Marc 04:08:20
10. Dragstra, Luke 04:09:59


Top Ten Frauen

1. van Vlerken, Yvonne 04:26:08
2. Wagner, Julia 04:27:10
3. Joyce, Rachel 04:27:45
4. Riesler, Diana 04:28:48
5. Grice, Yvette 04:39:53
6. Schmitt, Natascha 04:40:53
7. Schulz, Jenny 04:42:05
8. Finger, Annett 04:42:59
9. Candrova, Jana 04:44:28
10. Lundtröm, Åsa 04:45:39

Alle Ergebnisse

Fotos: Ingo Kutsche – www.sportfotografie.biz

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