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15. OstseeMan-Triathlon in Glücksburg: Regen und Wind beim Ausdauerspektakel an der Förde

8. August 2016 von Christine Waitz

Ostseeman,   einmaligGlücksburg, 8. August 2016 – Eine OstseeMan-Ära ist beendet, eine neue Episode könnte begonnen haben: Till Schramm ist der Sieger des OstseeMan-Triathlons 2016. Während der 31-jährige Kölner in Glücksburg seinen Vorjahressieg in 8:40:43 Minuten wiederholte, verabschiedete sich OstseeMan-Rekordsieger Christian Nitschke rund eine Stunde später als Elfter von der großen Bühne bei Schleswig-Holsteins Langdistanz-Klassiker.


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Mit Liesa Schmidt feierten die Zuschauer bei der 15. Auflage des Ausdauerspektakels an der Flensburger Förde erstmals eine Athletin aus dem nördlichsten Bundesland als Gesamtsiegerin. Die 25-jährige vom Ratzeburger SV ließ in starken 9:45:29 Stunden alle Favoritinnen hinter sich. Rund 400 Einzelstarter und über 900 Athleten im Staffelwettbewerb stellten sich der Herausforderung aus 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen bei Deutschlands einzigem Langdistanzrennen mit Schwimmstrecke im offenen Meer. Nach der ersten Disziplin in der 19 Grad kühlen Ostsee begleiteten nordisch raue Bedingungen die Ausdauercracks auf ihrem 226 km langen Weg zum Ziel am Glücksburger Kurstrand. Ein strammer Westwind und einige Regenschauer machten den Aktiven vor allem auf der ohnehin anspruchsvollen Radstrecke zu schaffen.

Ostseeman, einmalig

„Erst in der letzten Runde an den Sieg geglaubt“

„Es war echt anstrengend“, befand nicht nur Siegerin Liesa Schmidt, die sich jedoch bei ihrem mutigen ersten OstseeMan-Einzelauftritt nicht beirren ließ und einen unverhofften Start-Ziel-Sieg bejubeln durfte. Die Ratzeburgerin kam bereits als schnellste Frau aus dem Fördewasser und ließ sich die Führung nicht mehr nehmen. „Eigentlich war ich fest davon ausgegangen, dass ich spätestens auf der Laufstrecke eingefangen werde. Erst auf der letzten Runde habe ich geglaubt, dass ich gewinnen kann“, erklärte die neuen Siegerin, die nach zwei Starts bei der Langdistanz-Challenge in Roth nun in Glücksburg ihr drittes Rennen über diese Distanz bestritt und in 9:45:29 Stunden einen satten Sprung unter die Zehn-Stunden-Marke schaffte.  Liesa Schmidt ist nach der früheren Kielerin Nina Eggert, die als Profi-Triathletin 2002 in Frankfurt in 9:22:30 Stunden Vize-Europameisterin geworden war, die schnellste Schleswig-Holsteinerin auf der Langdistanz. Die favorisierten früheren OstseeMan-Siegerinnen konnten gestern an der Förde nicht ganz das Niveau ihrer Siegesrennen abrufen und mussten die junge Schleswig-Holsteinerin ziehen lassen. Die zweifache Siegerin Almuth Grüber aus dem badischen Schriesheim erkämpfte in 9:55:40 Stunden den zweiten Platz. „Bis zur Hälfte der Laufstrecke hatte ich noch ein wenig spekuliert, dass ich rankommen kann. Aber dann merkte ich, dass Liesa auch beim Laufen nicht einbricht. Sie hat den Sieg verdient und der zweite Platz ist okay für mich“, befand die Siegerin von 2012 und 2014. Mit der Offenbacherin Julia Mai (10:09:24 Std.) komplettierte eine weitere Ex-Siegerin die Podiumsränge. Streckenrekordhalterin Nicole Woysch schied nach einer Panne bereits auf der Radstrecke aus. Conny Nissen von den TriAs Flensburg erkämpfte bei ihrem OstseeMan-Debüt in 10:43:52 Stunden einen starken fünften Platz.

„Licht ins Dunkel“

Ostseeman, einmaligEmotional wie fast immer wurde der OstseeMan-Champion der Männer am Kurstrand gefeiert. Mit einer ganz starken Laufleistung erkämpfte sich der Kölner Till Schramm nach seinem Triumph von 2015 erneut den Sieg. Wie im Vorjahr lief Schramm den abschließenden Marathon schneller als alle Mitstreiter und benötigte als einziger Einzelathlet weniger als drei Stunden für die letzten 42,195 Kilometer. Nach 8:40:43 Stunden reckte der 31-jährige Rheinländer die Siegerfäuste zum Himmel und genoss das Gefühl, von Tausenden Zuschauern gefeiert zu werden. „Die Erlebnisse hier geben echt Licht ins Dunkel“, sagte Schramm in Richtung der Zuschauer, die ihn wie auch seine Mitstreiter leidenschaftlich und mitfühlend auf dem Weg ins Ziel unterstützten.
„Den Sieg widme ich meinem im Januar verstorbenen Sohn Henry“, erklärte der emotional bewegte Champion und erinnerte an den Schicksalsschlag, den seine Familie zu Jahresbeginn erleiden musste. Aus dem Sport zieht Schramm nun aber auch wieder etwas Mut und Zuversicht. „Es muss ja weitergehen, denn ich will unserem anderen Sohn Theo weiter ein guter Papa sein“, erklärte Schramm und zeigte dem Publikum, wie sehr die Seele des hart gesottenen „Eisenmannes“ noch immer an der Verarbeitung des Schicksals arbeiten muss. „Solange es geht, möchte ich gern als Profitriathlet weitermachen“, sagte Till Schramm. Nach zwei Siegen beim OstseeMan kann sich Schramm gut vorstellen, die Erfolgsserie in Glücksburg in den nächsten Jahren fortzusetzen.

Nitschke feiert Abschied

Ostseeman, einmaligSchramm könnte damit in die Fußstapfen des Mannes treten, der gestern seine Karriere als Profi und auch eine eindrucksvolle Ära der OstseeMan-Geschichte beendete. Nach acht Teilnahmen mit fünf Siegen und einem nach wie vor gültigen Streckenrekord (8:24:41 Std.) gab der Rostocker Christian Nitschke gestern seine Abschiedsvorstellung beim OstseeMan. Der Traum, sich mit dem sechsten Sieg vom Publikum verabschieden zu können, platzte jedoch früh. „Ich habe mich von Anfang nicht gut gefühlt und habe mit der Brechstange versucht, vorn mit dranzubleiben, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass es nicht geht“, erklärte der „Mister OstseeMan“ der letzten Jahre. Auf der Laufstrecke fiel Nitschke immer weiter zurück und wurde am Ende Elfter. „Das Training lief gut. Nun die Erklärung zu suchen, ist aber auch müßig“, erklärte Nitschke nach seinem letzten Profi-Finish und versprach Renndirektor Reinhard Husen, auch künftig weiter als Gast und Helfer  zum OstseeMan kommen zu wollen.

Die weiteren Podiumsplätze des 15. OstseeMan-Triathlons sicherten sich Pascal Ramali (SC Oberursel/ 8:48:37 Std.) und der nach dem letzten Wechsel noch führende Matthias Epping (SC Bayer 05 Uerdingen/ 8:55:38 Std.). Als schnellster Schleswig-Holsteiner lief Dirk Wunderlich von den TriAs Flensburg nach 9:13:23 Stunden als Gesamt-Sechster ins Ziel, nachdem er auf der Laufstrecke noch an seinem Vereinskameraden Niels Asbjörn Schuldt vorbeiziehen konnte. Schuldt, der als bester Schwimmer als Einzelstarter aus der Förde stieg, hielt sich in 9:16:45 Stunden als Achter aber auch noch in den TopTen der Gesamtwertung.

Im Staffelwettbewerb durften Teams aus dem Norden jubeln. Die von der Flensburger Softwarefirma Maris IT zusammengestellten Teams mit Cracks aus der Region triumphierten bei den Männern und den Frauen. Das Trio aus Maximilian Janke,  Topias Thomsen und Vilmos Tomaschefski gewann in 8:21:25 Stunden vor der Crew des Borener SV. Bei den Frauen holten sich Jane Meißner, Ilse Ommen und Karen Paysen in 9:12:12 Stunden den Sieg vor dem NordExpress (10:00:10 Std.). Das schnellste Mixed-Trio stellten die TriAs Flensburg mit Marie-Charlene Jensen, Benjamin Neumann und Gastläufer Holger Wollny, die 8:58:44 Stunden benötigten.

Zur Website des Rennens.

Text: Nils-Peter Binder

Fotos: Ostseeman

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