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Zeitfahrhelms Movaero: Entspannte Nackenmuskeln, kühler Kopf

10. April 2008 von Christian Friedrich

Für eine gute Aerodynamik brauchst Du auch einen Zeitfahrhelm. Die sind meist schlecht belüftet und zwingen den Triathleten in eine unbequeme Position. Der Movaero verspricht einen kühlen Kopf und einen lockeren Nacken bei guter Aerodynamik.


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Zeitfahrhelme sind stromlinienförmig geschnitten und ihre Spitze sollte auf dem Rücken des Fahrers aufliegen. Was die Aerodynamik verbessert, wird auf Dauer jedoch anstrengend. Die Helme zwingen den Fahrer zu einer starren Kopfhaltung.

Aerodynamisches Problem
Senkt er zwischendurch den Kopf, um der Nackenmuskulatur eine Pause zu gönnen, entstehen Turbulenzen, die ihm etwas von seinem Schwung nehmen. Weil auch Lüftungsschlitze bremsen, sind davon bei einem Zeitfahrhelm weniger oder keine vorhanden – unter dem Helm wird es daher schnell heiß.

Movaero: Eigentlich zwei Helme
Der Helm der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe in Stuttgart hat deswegen den Helm „Movaero“ entwickelt. Der besteht eigentlich aus zwei Helmen, die ineinander liegen: einem Schutzhelm und einem aerodynamischem Überzug. Über ein Scharniergelenk sind sie beweglich miteinander verbunden. Der äußere Helmüberzug ist mit einem Klettverschluss oder einem Federmechanismus am Trikot befestigt. Senkt der Fahrer den Kopf, folgt der innere Schutzhelm der Bewegung, während der äußere Überzug an Ort und Stelle bleibt und weiterhin für eine optimale Aerodynamik sorgt. Der Radfahrer kann während der Fahrt seine Nackenmuskeln immer wieder entspannen, ohne die optimale aerodynamische Position zu verlassen.

Mit Kühlsystem
Für ein aktives Kühlsystem wurden Phase-Changing-Materialien in den Helm integriert. Solche Materialien ändern je nach Temperatur ihren Aggregatzustand von fest zu flüssig und verhindern so einen Wärmestau. Dieser Effekt ist von Eiswürfeln in Wasser bekannt: Trotz Erwärmung hält das Wasser die Temperatur von 0 Grad Celsius, bis alles Eis geschmolzen ist. Im Radhelm funktioniert das Prinzip genauso. Bekommt der Radfahrer einen heißen Kopf, verflüssigen sich die eingearbeiteten Materialien und nehmen Wärme auf. Die Temperatur bleibt konstant, bis alle Moleküle in den flüssigen Aggregatszustand übergegangen sind. Den Design-Prototypen des Zeitfahrhelms Movaero stellten die Forscher erstmals auf der Sportmesse ISPO 2006 vor.

Zugegeben neu ist der Helm nicht, bereits 2006 war er auf der ISPO zusehen, als Prototyp.

Tri4u hat nachgefragt
Was ist daraus geworden? Nun, der Prottyp sucht immer noch einen Geldgeber.

Probleme die es noch zu lösen gibt sind:
1. Das Helmende des Aeroüberzuges ist am Rücken des Radfahrers befestigt. Der Fahrer kann sich so nicht aufrichten.
2. Das Kühlsystem das quasi durch kleine eingearbeiteten Wachskugel, die sich verflüssigen kühlen soll ist zeitlich begrenzt.
3. Der Helm ist recht eiförmig und groß, weil der Entkoppelmachanismus zwischen den zwei Helmschalen seinen Platz braucht.

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