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Xterra World Championship: Harter Kampf um die Cross-Krone

25. Oktober 2014 von Christine Waitz

Ralph Schick,   freiSeit 1996 verwandelt sich Maui einmal im Jahr zum Triathlon-Mekka und tut es der großen Schwester »Big Island« gleich. Am letzten Wochenende im Oktober treffen sich die Besten der Besten, um hier ihre Weltmeister im Xterra, dem Cross-Triathlon abseits der Straßen, zu finden. Was der Ironman auf Big Island ist Xterra auf Maui.


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Dennoch hinkt der Vergleich zur großen Ironman-Weltmeisterschaft, die nur wenige Wochen vorher auf der Nachbarinsel stattfindet, ein wenig. Auf Maui scheint alles etwas ruhiger zuzugehen. Eigentlich als Insel der Surfer bekannt, findet man Ende Oktober im Südwesten von Maui zahlreiche Schwimmer, Radfahrer und Läufer. Aber die Sportler, die irgendwie nicht so recht in die Szenerie passen, sind nicht etwa mit dem Rennrad unterwegs, sondern mit dem Mountainbike.

Ralph Schick, frei

Nur für Robuste

Die Strecken des Xterra Maui sind besonders aufgrund ihrer Härte und auch ihrer Pannengefahr bekannt und gefürchtet. Ein 1,5 Kilometer langes, neoprenloses Schwimmen steht den Teilnehmern zum Auftakt bevor. Ausgehend vom D.T. Flemming Beach – immerhin einer von Amerikas schönsten Stränden – wird eine Schwimmstrecke in M-Form absolviert. Kaum hinausgeschwommen geht es zurück zum Strand, wo einige Meter durch den tiefen Sand gelaufen werden, nur um noch einmal hinauszuschwimmen. Eine nicht ganz einfache Herausforderung ist vor allem der Landgang. Torkelnd stolpern manche Sportler über den losen Untergrund zurück in das klare Wasser. Doch auch der starke Wellengang des knapp 27 Grad warmen Wassers ist in manchen Jahren anspruchsvoll.

Konzentration zu jeder Sekunde

Ralph Schick, freiStatt dünn bereifter Räder schieben Sportler das robuste Mountainbike auf die Strecke. Die 32 Kilometer lange Runde im rauen Gelände der West Maui Mountains verlangt Athleten und auch dem Material alles ab. Nun gilt es fast 1000 Höhenmeter über zwölf Anstiege, zahlreiche Ecken und Kurven sowie technische Passagen zu überwinden. Wenn der Athlet nicht schlapp macht, dann häufig das Material: Dornen und spitzes Gestein haben schon dem ein oder anderen Favoriten einen Plattfuß beschert und wertvolle Minuten gekostet.
Fast jedes Jahr verändern die Macher des Rennens die Strecke ein wenig. Die Herausforderungen des Xterra liegen vor allem auch in den technischen Schwierigkeiten des Radparts: An Stellen, die manchmal kaum breiter sind als das Rad, Passagen, die so dicht bewachsen sind, dass man sich kaum einen Weg durch das Baum-Dickicht bahnen kann, oder Pfaden, die so schmal sind, dass ein Überholen unmöglich ist. Der Reiz des Wettbewerbes liegt in der kniffligen Hatz unter der brennenden Sonne Mauis, bei der man sich mangelnde Konzentration keinen einzigen Meter erlauben kann.

Geländelauf der Extraklasse

Wenig Aufmerksamkeit werden die Athleten der eindrucksvollen Szenerie des zehn Kilometer langen Laufkurses schenken. Sonst könnte es glatt passieren, dass sie sich an einem Ast anstoßen oder über einen Baumstumpf stolpern. Auch die Laufstrecke ist gespickt mit Höhenmetern und schwierig zu meisternden Abschnitten. Durch Oleander-Wälder geht es über schmale Pfade hinauf zu einem klaren Bergsee. Wenn die Hitze steigt, wird sich der ein oder andere dort eine Abkühlung wünschen. Doch bei einer Weltmeisterschaft darf man keine Zeit verlieren.
Nicht weniger anspruchsvoll windet sich der Weg zurück hinunter durch die Graslandschaft mit mannshohen Gräsern. Und auch hier eröffnet sich erneut ein überwältigender Ausblick auf den Pazifik.

Wer kurz vor dem Ziel noch Körner übrig hat, wird diese spätestens auf den abschließenden 250 Metern über den Sandstrand verlieren. Das Ziel erschöpft erreicht, darf man sich die traditionelle Blumenkette umhängen lassen und auf die legendäre After-Race-Party freuen!

Holt Kathrin Müller die Krone?

Ralph Schick, frei

Kurz vor dem Rennen haben wir den deutschen Xterra Spezialisten Alexander Haas nach seinem Tipp für das Podium befragt. Während er nach einem Sturz beim Xterra Tschechien noch eine Verletzung auskuriert, räumt er den deutschen Athleten eine Podiumschance ein: „Im Rennen der Frauen sehe ich Kathrin Müller ganz oben stehen. Ihr werden Lesley Paterson und Helena Erbenová folgen.

Im Männerrennen wird es eng werden. Ich glaube, dass Rubén Ruzafa, Braden Curie, Joshua Middaugh die besten Chancen haben. Dan Hugo ist jedoch auch ein ganz heißes Eisen!
Lars Erick Fricke, gefolgt von Martin Schädle werden sicherlich die schnellsten Deutschen auf dem Kurs sein.

Fotos: Ralph Schick

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