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WTS Abu Dhabi: Tolles Mannschaftsergebnis der deutschen Damen zum WM-Auftakt

7. März 2015 von Christine Waitz

Deutsche Triathlon Union/ Jo Kleindl,   einmaligAbu Dhabi, 07. März 2015 – Mit einem tollen Mannschaftsresultat starteten die Damen der deutschen Triathlon-Nationalmannschaft zum Auftakt der World Triathlon Series 2015 in Abu Dhabi. In einem Sprint-Wettkampf von 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen erkämpfte sich Rebecca Robisch nach 59:52 Minuten als beste Deutsche Rang elf.


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Eine Sekunde dahinter folgte Hanna Philippin (beide Saarbrücken) als Zwölfte und mit einem sensationellen Debüt in der WTS Juniorin Laura Lindemann (Potsdam, 59:54 Minuten) auf Platz 13. Anne Haug (Bayreuth, 1:00:05 Stunden), in ihrem ersten WM-Rennen seit neun Monaten, wurde 16. Sophia Saller (Ingolstadt, 1:00:53 Stunden) komplettiert das DTU-Quintett als 33. Der WM-Auftakt 2015 war letztlich eine Stärkedemonstration von Weltmeisterin Gwen Jorgensen, die in 58:58 Minuten gewann, vor Landsfrau Katie Zaferes (59:14 Minuten) und Flora Duffy von den Bermudas (59:21 Minuten).

Cheftrainer Ebli zeigt sich zufrieden

„Insgesamt bin ich mit dem Auftakt wirklich zufrieden“, sagte resümierend DTU-Cheftrainer Ralf Ebli. „Klar wären wir gerne in den Top Ten gelandet, aber das Teamresultat ist wirklich gut und das Debüt von Juniorin Laura Lindemann als 13. sensationell. Wir sehen die Fortschritte, gerade beim Schwimmen, und können auf diesem Rennen aufbauen.“

Das Rennen begann schnell. Schon beim Schwimmen zog sich das Feld auseinander, und am Ende der 750 Meter kamen die Damen in einem langgezogenen Feld zum ersten Wechsel. Schnellste Deutsche war dabei Juniorin Laura Lindemann mit 15 Sekunden Rückstand, das Trio Robisch, Philippin und Saller hatte rund 30 Sekunden nach der schnellsten Schwimmerin Carolin Routier (ESP) das Wasser verlassen, Anne Haug folgte zehn weitere Sekunden später.

Der Radpart begann entsprechend mit vielen kleinen Gruppen. Auf der flachen Strecke entlang der Küste setzten sich in der ersten Runde dann elf Athletinnen an die Spitze, darunter die Amerikanerin Sarah True und die Schwedin Lisa Norden. Dahinter formierten sich die Verfolgerinnen, die nach fünf gefahrenen Kilometern zu einer über 30-köpfigen Gruppe inklusive des deutschen Damen-Quintetts angewachsen war, die circa 20 Sekunden hinter der Spitze lag. Anne Haug hatte somit schnell die ersten fehlenden Meter zufahren können, so dass das DTU-Team zusammen unterwegs sein konnte.

Attacke in der dritten Runde

Radrunde drei brachte Bewegung in den WTS-Auftakt, als fünf Damen um Norden und Flora Duffy (BER) sich etwas vom Feld absetzen konnten. Damit wurde das Radtempo erhöht und auch die Verfolgerinnen im großen Feld mussten mehr arbeiten, verloren aber weitere Sekunden. „Hier haben zumeist wir die Führungsarbeit gemacht, da fehlte ein wenig die Zusammenarbeit und die Bereitschaft der anderen“, erklärte Ebli diese Rennsituation. Dies bedeutete, dass beim Wechsel in die Laufschuhe, das Führungs-Quintett knapp 25 Sekunden in Führung lag. Das Hauptfeld, mittlerweile kleiner geworden, aber mit allen deutschen Damen und Weltmeisterin Jorgensen, führte Anne Haug mit einer knappen Minute Rückstand in die Wechselzone.

Deutsche Triathlon Union/ Jo Kleindl, einmalig

Vorne lief schnell Flora Duffy, dahinter starteten die Topläuferinnen der Szene die Aufholjagd, allen voran Jorgensen. Ihrem Tempo konnte keine der Konkurrentinnen folgen. Auch Anne Haug machte in ihrem ersten WTS-Rennen nach dem Sturz im Mai 2014 in London Plätze gut, in ihrem Sog folgten Robisch, WM-Debütantin Lindemann und Philippin. Sophia Saller hatte etwas Probleme dem hohen Lauftempo zu folgen. Zur Lauf-Halbzeit führte weiter Duffy, aber Gwen Jorgensen hatte schon 40 Sekunden gut gemacht und passierte die Linie auf Rang vier. Anne Haug lief auf Rang 13, Robisch und Lindemann auf den Plätzen 16 und 17, Philippin auf 20 und Saller auf 28.

Deutsche Triathlon Union/ Jo Kleindl, einmaligDie fünf DTU-Athletinnen absolvierten auch die zweite Hälfte des Laufes sehr beherzt und schafften am Ende zwar kein Top Ten-Resultat, aber eine wirklich gute Teamleistung, indem Robisch auf Rang elf, Philippin auf zwölf und Lindemann auf 13 lief. Auch Anne Haugs Comeback auf Platz 16 ist letztlich eine gelungene Rückkehr in den WTS-Zirkus. Sophia Saller lieferte als 33. eine ordentliche Leistung ab.

„Einige Kilometer fehlen“

„Ich muss letztlich zufrieden sein“, sagte Haug im Ziel. „Ein halbes Jahr Pause kann ich nicht wegzaubern. Gerade beim Laufen habe ich gemerkt, dass mir noch die Kilometer fehlen. Ich freue mich aber mit den anderen, vor allem mit Laura, die für mich erwartet stark aufgetreten ist.“
Nicht zu schlagen war die Weltmeisterin, die souverän ihren sechsten WM-Sieg in Folge holte und dabei vor ihrer amerikanischen Landsfrau Katie Zaferes und Flora Duffy ins Ziel lief.

Zu den Ergebnissen des Rennens.

DTU/Jo Kleindl, einmalig

Laura Lindemann im Kurzinterview nach Platz 13 beim WM-Debüt: „Das war wirklich hart“

Triathletin Laura Lindemann aus Potsdam wurde in 2014 Weltmeisterin und Europameisterin: bei den Juniorinnen. In Abu Dhabi absolvierte die 18-Jährige ihr erstes Rennen in der WM-Serie der Elite: sehr überzeugend. Am Ende stand Rang dreizehn zu Buche, zwei Sekunden hinter der besten Starterin der DTU Rebecca Robisch. In einem kurzen Interview spricht Lindemann über die sensationelles WM-Debüt.

Hallo Laura Lindemann, Platz 13 zum Debüt in der World Triathlon Series. Glückwunsch zum tollen Rennen…

Dankeschön. Ist alles ganz gut gelaufen kann man sagen. Aber es war auch wirklich hart.

Als Juniorin waren Sie ja auch anderes gewohnt in den Rennen. Schildern Sie doch mal den Wettkampfstart aus Ihrer Sicht…

Das Schwimmen war sehr schnell und für mich somit auch sehr schwer. Im Gegensatz zu den Junioren-Rennen war ich ja auch nicht gleich im ersten Pack, sondern kurz dahinter. Dadurch wurde das Rafahren ebenfalls sehr hart. Härter als ich es mir vorgestellt habe, muss ich gestehen. Da fehlt mir doch noch ein wenig an Training.

Nichtsdestoweniger kamen sie im Hauptfeld zum Laufen und sammelten dort noch viele Konkurrentinnen ein…

Am Anfang hatte ich beim Laufen Seitenstechen. Das hat sich glücklicherweise gelegt und ich konnte dann besser laufen. Auch hier muss ich aber wieder sagen: Das war extrem hart. Ich habe mich an Cassandra Beaugrand orientiert, ebenfalls Juniorin, denn da wusste ich, dass dies mein Leistungsniveau ist, und das hat gut geklappt.

Die Französin haben Sie auf der Ziellinie dann aber hinter sich gelassen…

Ja, das ist richtig. Hier wollte ich auch ein Zeichen setzen. Das hat geklappt und ich bin total happy.

Fotos: Deutsche Triathlon Union/ Jo Kleindl

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