Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Wettkampf > Wissenschaft leicht gemacht: Neues Wettkampfformat im Triathlon – die Mixed-Staffel

Wissenschaft leicht gemacht: Neues Wettkampfformat im Triathlon – die Mixed-Staffel

19. September 2015 von Christine Waitz

Thomas Sobczak,   freiDie internationale Triathlon Union (ITU) führte in den vergangenen Jahren ein neues Wettkampfformat in der Weltcup-Serie ein. Die Mixed-Staffel bestehend aus je zwei Männern und zwei Frauen pro Nation soll bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro etabliert werden. Die Wettkampfdistanzen für die einzelnen Athleten/-innen werden weiter reduziert. Wir haben uns das Format und dessen Bedeutung für die Athleten einmal genau angesehen.


Triathlon Anzeigen

Bei der Mixed-Staffel WM in Hamburg 2014 mussten beispielsweise 300 Meter Schwimmen, 6,6 Kilometer Radfahren und 1,6 Kilometer Laufen pro Athlet absolviert werden. Primäres Ziel des Triathlonverbands ist es, die Attraktivität der Weltcup-Rennserie für die Zuschauer weiter zu erhöhen.

Aerob vs. anaerob

Die Anforderungen an die Profi-Triathleten/-innen des Weltcup-Zirkus steigen hierdurch weiter an. Sie müssen sowohl sehr hohe Schnelligkeitsfähigkeiten und anaerobes Leistungsvermögen für Belastungszeiten von 15 bis 20 Minuten, als auch hohe aerobe Fähigkeiten für die Olympische Distanz mit bis zu zwei Stunden Wettkampfdauer mitbringen. Und das über die komplette Rennsaison von April bis Oktober.

Thomas Sobczak, frei

Studiendaten belegen hohe Anforderungen

In einer Studie des IAT Leipzig wurden die Anforderungen der einzelnen Disziplinen innerhalb eines Mixed-Staffel-Triathlons anhand von Wettkampfdaten des WM-Rennens in Hamburg im Jahr 2014 analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Frauen im Schnitt ein Tempo von ca. 1:17 min/100m und die Männer ein Tempo von ca. 1:09/100m geschwommen sind. Die Geschwindigkeit beim Radfahren lag bei den Frauen im Schnitt bei 37,3 km/h und bei den Männern bei 40,1 km/h. Im deutschen Staffelteam wurden dabei von den Frauen gut 4,1 Watt/kg Körpergewicht und bei den Männern ca. 4,6 Watt/kg auf die Pedale gebracht. Gelaufen wurden im Schnitt 17,7 km/h (Frauen) bzw. 20,2 km/h (Männer).

Laufleistung identisch

Die erfolgreichen Teams (Medaillengewinner) unterschieden sich dabei insbesondere bei der Schwimmleistung der Frau auf Startposition drei, bei der Radleistung der Männer auf Startposition zwei sowie vier und der Laufleistung der Männer auf dem finalen Laufabschnitt. Die Schwimm- und Radleistungen in der Mixed-Staffel sind höher, im Vergleich zu den Leistungen auf der Sprint- und Olympischen Distanz im Weltcup. Die Laufleistungen unterscheiden sich jedoch nicht.

Schwimmen und Radfahren werden wieder wichtig

Gegenüber den längeren Distanzen, wo nahezu immer das Laufen siegentscheidend ist, gewinnt das Schwimmen und Radfahren im neuen Wettkampfformat also wieder an Bedeutung. Grund hierfür ist vor allem, dass aufgrund der kleineren Starterzahl (pro Nation ist immer nur ein Athlet auf der Strecke) das Ausnutzen des Wasser- und Windschattens nicht mehr so gut möglich ist. Die höhere Belastung auf den ersten beiden Teildisziplinen erklärt vermutlich auch die trotz kurzer Strecke relativ geringe Laufgeschwindigkeit im Vergleich zu den längeren Distanzen.

Unser Fazit/Tipp:

Triathlon bedeutet nicht immer nur länger, länger, länger. Nicht nur bei den Profis im Weltcup, auch bei Altersklassen-Athleten sorgen gezielte kurze, knackige Trainingseinheiten für neue Formhöhepunkte.

Zur Website der formkurve.

Fotos: Thomas Sobczak

Quelle: Pöller, S: Success factors in the 2014 Triathlon Mixed Relay World Championships. 20th annual Congress of the European College of Sport Science, Malmö/Schweden, June, 2015.

Autorin des Artikels ist Christine Waitz, Triathlon Profi mit 15 Jahren Triathlonerfahrung und zahlreichen Starts in Bundesliga und Meisterschaftsrennen. Christine stammt aus Roth und konzentriert sich nach abgeschlossenem Studium auf den Sport.
Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden