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Was Hosengummis mit Triathlon zu tun haben

13. Februar 2013 von Christine Waitz

triathlon.de freiIn den 90er-Jahren gab es einen plötzlichen und unerwarteten Run auf deutsche Kurzwaren-Abteilungen. Nein, nicht etwa weil Selbstgenähtes gerade topmodisch war, sondern Sportler suchten die sonst von Hausfrauen dominierte Kaufhausabteilung. Die Nachfrage nach Hosengummis war gigantisch. Aber warum nur?


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Der Hosengummi war ein must-have in der Wettkampfausstattung. Ob als Startnummernband, Hosengummi für die neonfarbene Lycra oder Schuhbändel. Ohne ihn ging nichts. Wer Wert auf High-End-Material legte, gönnte sich die Luxusausführung: Das Gold-Zack-Gummiband.

Es war zu der Zeit…

… in der nicht das Auftreten zählte, sondern der Spass am Neuen, ausprobieren, verbessern, verwerfen, neu probieren, also zusammengefasst – der Spass am Triathlonsport. Aussehen – Nebensache!
Entgegen der heute häufig vorherrschenden Meinung man müsse vor allem schnell aussehen, um die tausenden potentiellen Gegner bereits vor dem Start dermaßen zu verängstigen, dass sie sich gar nicht in die Nähe der individuell angedachten Zielzeit wagen, wollen wir heute mutig eine andere Meinung kundtun. Wir meinen: Back to the Roots!

Wie der Hosengummi laufen lernte

triathlon.de frei

Unser kleines, aber essentielles Objekt der Betrachtung ist das Startnummernband. Richtig, bei einem hightech-ultraleicht ausgestatteten Triathleten muss dies natürlich wahlweise unauffällig schwarz oder in der zur obligatorischen Kompressionsbekleidung passenden Knallfarbe sein und mit dem Markennamen des Vertrauens gebrandet sein.

Doch von vorne. Diejenigen, die zu Beginn ihrer „Karriere“ noch mit einem einfachen Hosengummi als Startnummernband gestartet sind, dürfen jetzt in Erinnerungen schwelgen. Andere werden sich vielleicht in Anbetracht des optischen Fauxpas schütteln. Aber glaubt mir, das Hosengummi tat genau das, was es in dieser Situation tun sollte. Er hielt die Startnummer am dafür vorgesehenen Platz.

Sportler in der Kurzwarenabteilung

Und das schöne an dem weißen Band aus der Kurzwarenecke – wenn es im gewohnten Post-Wettkampftrubel wieder einmal abhanden kam, waren entbehrliche 60 Cent (Schätzwert) Verlust zu beklagen. Um ein neues ganz kostenlos zu bekommen, musste man auch keine Straftat begehen, sondern lediglich Mutters Nähkästchen ausrauben.

Getestet und verworfen

Foto: formkurve.de frei

Natürlich strebte man mit zunehmender Wettkampfroutine nach besserem Material. Und siehe da, das Losglück verhalf einem zu einem unglaublich tollen, schwarzen Startnummernband, bei dem noch dazu keine Sicherheitsnadeln nötig waren. Denn die Startnummer wurde mit Druckknöpfen befestigt.

Als gar nicht so toll stellte sich die Innovation bald heraus, wenn kurz vor dem Start einer der Druckknöpfe mit provokantem „Pling“ auf Nimmerwiedersehen in der Pampa verschwand. Hat jemand noch ein Stück Hosengummi übrig?

Locher im Gepäck

Als haltbarer aber nicht unbedingt handlicher stellte sich die Startnummernband-Variante mit den Schnürchen und Stoppern heraus. Die gelochte Startnummer einfädeln, Stopper festziehen, starten. Doch was tun, wenn die Startnummer wie so oft keine Löcher aufwies? Zu sehen gab es Eckzahn-Locher, Papas Taschenmesser-Locher, oder kleiner Finger-Locher. Nicht selten verlieh man deshalb sein mitgebrachtes, nicht gerade fliegengewichtiges Schreibtischutensil an Startnummern-durchpopelnde Mitstreiter. Also, die Rolle Hosengummi war in der Tasche nicht so auftragend…

Und die Moral von der Geschicht

Foto: triathlon.de

Nein, man wird heute keinen mehr mit improvisiertem Startnummernband herumlaufen sehen. Schließlich fliegt stets eines der Teile (mit ohne Stopper oder Druckknöpfen) in der Wettkampfkiste umher. Fest steht aber, der Hosengummi täte es auch. Und wenn ich so darüber nachdenke – der passt optisch sogar zu den weißen Kompressionssocken.

Dem Spass am Sport tut es -egal welche Variante- keinen Abbruch. Und das ist die Hauptsache.

Fotos: triathlon.de, formkurve

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