Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Training > Medizinisches > Überlastungssymptome: Die Schwimmerschulter
Training Triathlon.de

Überlastungssymptome: Die Schwimmerschulter

23. Januar 2017 von Uli Nieper

Triathlon Anzeigen

Schwimmtipps für TriathloneinsteigerWeg von der Einseitigkeit im Training

Zur Prävention von muskulären Dysbalancen empfiehlt es sich, mit zunehmenden Kilometerumfängen im Wasser auch proportional den Zeitanteil an Gymnastik zur Aufdehnung der Brustmuskulatur anzuheben. Zusätzlich sollte eine Kräftigung der Rückenmuskulatur und der Außenrotatoren in das tägliche Trainingsprogramm integriert werden. Die Übungen zur Kräftigung der Außenrotatoren können mit einem Gummiband, auch als THERA-Band bekannt, durchgeführt werden.

Vorsicht: Dysbalancen erkennen und nicht ignorieren

Schwieriger zu therapieren ist hingegen eine chronische Instabilität des Schultergelenkes. Die durch jahre – und jahrzehntelanges Schwimmen entstandenen und vielleicht nicht konsequent therapierten muskulären Dysbalancen, führen zu einer Überdehnung der Schultergelenkkapsel mit ihren Bandanteilen (Ligamenta glenohumeralia). Dadurch sitzt der Oberarmkopf nicht mehr stabil in der Schultergelenkspfanne, dehnt und braucht die auf der Schultegelenkspfanne aufsitzende Knorpellippe (Labrum), die normalerweise den Oberarmkopf stabilisiert, immer weiter auf.

Das Labrum kann sogar einreißen oder abgeschert werden. Medizinisch spricht man dann von einer SLAP – Läsion, die je nach Größe des Risses in mehrere Schweregrade eingeteilt werden kann. Beim Sportler macht sich eine SLAP – Läsion in Form eines Schnappphänomens beim Bewegen der Schulter bemerkbar, das meist auch mit Schmerzen einhergeht. Auch führt wiederum eine Instabilität zu dem schmerzhaften Impingementsyndrom des Schultergelenks. Diagnostisch kann eine SLAP-Läsion durch eine klinische Untersuchung eines versierten Mediziners erkannt werden. Allerdings sollte immer bei einem Verdacht der SLAP-Läsion zusätzlich auch eine kernspintomographische Untersuchung erfolgen.

Wenn sich eine Operation nicht mehr vermeiden lässt


Seite: 1 2 3 4
Autor: Uli Nieper war von 1996 bis 2001, neben seiner Ausbildung zum Orthopäden, als Mannschaftsarzt der SpVgg Unterhaching in der Fußballbundesliga unterwegs. Von 2002 bis 2010 war er in der Schön Klinik München - Harlaching im Zentrum für Sportorthopädie als Oberarzt tätig. Seit 2011 ist Nieper niedergelassener Orthopäde in einer Gemeinschaftspraxis in Erding und München . Sportlich ist Nieper seit 1988 dem Triathlon ergeben. Neben regelmäßiger Teilnahme in der Triathlon Bundesliga, 35 weltweiten Ironman-Teilnahmen, startete er u.a. im Jahr 2008 zum zehnten Mal beim Ironman auf Hawaii.
Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden