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Überlastungssymptome: Die Schwimmerschulter

23. Januar 2017 von Uli Nieper

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Schwimmerschulter

Bild: Die Schulter von vorne mit den knöchernen Anteilen, den Bändern und der Schultergelenkskapsel (Ligamenta glenohumeralia)

Nicht zu viel mit Paddles trainieren

Nach Diagnosestellung stehen therapeutisch zunächst die Korrektur der Technik durch einen Trainer und die Reduzierung des Trainingsumfanges im Vordergrund. Oft reicht auch schon das Einstellen des Paddleschwimmens für einige Wochen. Grundsätzlich sollte das Paddleschwimmen nicht mehr als 20 Prozent des gesamten Trainingsumfanges übersteigen und man sollte darauf achten, dass die Arbeitsgeräte nicht zu groß sind.

Im falschen Bewegungsauflauf liegt oft das Problem

Die Ursache für das Entstehen von muskulären Dysbalancen liegt in dem typischen Bewegungsablauf des Kraul – und Delphinstils. Wie oben schon erwähnt, wird der Arm am Ende der Streckphase erst maximal abduziert und außenrotiert, dann beim Zurückführen (Adduktion) in die Zugphase nach innen gedreht (Innenrotation). Bei diesem Bewegungsablauf werden fast nur die Innenrotationsmuskeln, die Brustmuskulatur, wie z.B. der Musculus pectoralis, trainiert. Die Gegenspieler, die Außenrotationsmuskeln am Rücken – und Schulterblatt, wie z.B. der Musculus trapezius oder der hintere Anteil des Musculus deltoideus, verkümmern hingegen.

Nicht mit dem Krafttraining übertreiben

Forciert wird diese muskuläre Dysbalance noch durch das übliche Krafttraining an Geräten und mit langen Paddleschwimmserien, welche die ohnehin schon kräftige Brustmuskulatur zusätzlich weiter auftrainieren. Auch verkürzen zunehmend die Innenrotatoren und verstärken die Symptomatik der Dysbalance. Durch das Ungleichgewicht der Muskelkräfte und die verkürzte Muskulatur, die alle über den Oberarmkopf laufen, kommt die Mechanik des Schultergelenks aus den Fugen. Die Folge ist, dass der Oberarmkopf falsch im Gelenk geführt wird und nicht mehr zentriert in der Schultergelenkspfanne läuft. Dadurch drückt er u.a. auch vermehrt gegen das Schulterdach und reizt den Schleimbeutel und die Supraspinatussehne. Es kommt zu dem schon oben beschriebenen schmerzhaften Impingementsyndrom.

Trainingstipps zur Verletzungsprophylaxe


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Autor: Uli Nieper war von 1996 bis 2001, neben seiner Ausbildung zum Orthopäden, als Mannschaftsarzt der SpVgg Unterhaching in der Fußballbundesliga unterwegs. Von 2002 bis 2010 war er in der Schön Klinik München - Harlaching im Zentrum für Sportorthopädie als Oberarzt tätig. Seit 2011 ist Nieper niedergelassener Orthopäde in einer Gemeinschaftspraxis in Erding und München . Sportlich ist Nieper seit 1988 dem Triathlon ergeben. Neben regelmäßiger Teilnahme in der Triathlon Bundesliga, 35 weltweiten Ironman-Teilnahmen, startete er u.a. im Jahr 2008 zum zehnten Mal beim Ironman auf Hawaii.
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