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Triathlonrad für Einsteiger: Gefallen und passen muss es

14. August 2014 von Christian Friedrich

Christine Waitz,   freiDu bist Triathlonnovize und brauchst endlich auch das passende Rad für die zweite Disziplin, dann gibt es mittlerweile sehr attraktive Kompletträderpakete. Was ist zu beachten: Gefallen muss es, erschwinglich sollte es sein und vor allem musst du gescheit drauf sitzen können. Nicht jeden Triathleten drängt es bei seinem ersten Triathlonrad zum Carbonesel und um schnell zu radeln braucht es das auch nicht. Im Grunde geht es nur um Optik und die kann ja bekanntlich über vieles hinwegtäuschen.


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Wer also in seine erste Triathlonsaison starten will und erstmal „klein“ anfangen will, der kann mit den derzeitigen Aluminium-Triathlonrädern einiges an Geld einsparen, trotzdem gut aussehen und vor allem schneller sein.

Ein reinrassiges Triathlonrad hat durch seine geometrischen Unterschiede zum Rennrad vor allem den Vorteil, das eine Aeroposition besser und vor allem komfortabler umgesetzt werden kann. Wichtig ist also neben der Optik des Rades vor allem das ihr richtig draufsitzt und den Aerovorteil auch umsetzen könnt.

Unterschied 1: Steiler Sitzrohrwinkel

Im Gegensatz zum Rennrad mit 73 bis 74 Grad hat ein Triathlonrad mit 76 bis 80 Grad einen wesentlich steileren Sitzrohrwinkel.

Bike & Run --- Duathlon --- Ausdauersport --- 27.04.2014Unterschied 2: Kürzeres Steuerrohr

Ein Triathlonrad hat zumeist auch ein wesentlich kürzeres Steuerrohr, um wiederum flacher und aerodynamischer sitzen zu können. Im Grunde wird der Triathlet im Gegensatz zum Rennrad auf dem Trirad um die Tretlagerachse nach vorne (Unterschied 1) unten (Unterschied 2) rotiert. Dadurch ist der Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkel nicht mehr so spitz, was wiederum den Vorteil hat, dass man besser atmen kann.

Unterschied 3: Tropfenförmige Rahmenrohre

Wieviel Watt dem allgemeinen Triathleten dieses Feature bringt ist umstritten, aber es ist definitiv ein Unterschied, der etwas bringt, aber auch mitverantwortlich ist, das ein Triathlonrad  meist nicht unbedingt so leicht ist. Mehr Material und breitere Rohre, bedeutet auch mehr Gewicht. Selbst die scheinbar leichten Tri-Carbonräder wiegen meist um die acht bis neun Kilogramm. Durch einen leichten Laufradsatz lässt sich hier besonders viel Gewicht einsparen und Geld ausgeben.

Hinterrad näher am SitzrohrUnterschied 4: Hinterrad näher am Sitzrohr

Je steiler das Sitzrohr ist, umso näher kann das Hinterrad ans Tretlager gebracht werden. Damit, beziehungsweise durch mehr Gewicht auf dem Hinterrad, wird der Kopflastigkeit der Aeroposition entgegengewirkt. So erklärt sich auch, warum einige Hersteller, ein schönes um das Hinterrad gebogenes Sitzrohr (Aerocut) haben. Kürzer Abstand zum Sitzrohr beziehungsweise eine kürzere Kettenstrebe bedeutet aber auch mögliche Schaltungsprobleme, da die Kette dadurch mehr schräg läuft, beispielsweise auf dem kleinsten Gang.

Unterschied 5: Horizontale Ausfallenden

Damit man das Hinterrad näher oder präziser an die Sattelstütze bekommt, haben Triathlonräder manchmal nach hinten offene Ausfallenden, so lässt sich mittels einer kleinen Schraube (auf beiden Seiten natürlich) der Hinterradabstand zur Sattelstütze variieren.

Unterschied 6: Sattelverstellbarkeit

Bei Triathlonrädern ist oftmals auch mehr die Möglichkeit gegeben den Sattel extremer zu verstellen, vor allem in der horizontalen Position.

Unterschied 7: Schaltung am Ende

Schalten auf dem Triathlonrad ist vor allem komfortabel wenn man in der Aeroposition sitzt und durch die Gegend düst. Für die Gruppenfahrt ist die Schaltungsart mit den Lenkerendschalthebeln zwar okay, aber lange nicht so schnell und komfortabel wie beim Rennrad, wenn man ständig Oberlenker fahren muss.

Wo lohnt es sich also zu investieren? Was ist in der 1.500 Euro Kategorie zu erwarten?

Sehr gut ist eine Shimano Ultegra Ausstattung bei den Schaltungsbauteilen wie Umwerfer oder Schaltwerk. Bei den Bremsen sind Shimanos 105er vollkommen ausreichend. Shimano Dura Ace Lenkerendschalthebel sind Standard. Innenverlegte Schalt- und Bremszüge sind wünschenswert und auch meistens anzutreffen.

Mit welchen Zusatzkosten kannst du rechnen?

Christine Waitz, freiNun, die Sattelfrage ist meist ein Problem und der mitgelieferte Sattel passt oder passt halt nicht. Dein Fachhändler kann dir bestimmt mit Rat, Tat und einem Testsattel zur Seite stehen, ansonsten heißt es probieren und gegebenenfalls Probesitzen. Ob der Sattel am Ende wirklich passt, weißt du erst nach einigen Kilometern im selbigen. Mit den mitgelieferten Laufrädern kann man leben, aber um hier wirklich „schnelleres“ Material zu bekommen, muss man teilweise schon tiefer in die Tasche greifen. Etwa bei 1.000 Euro gehen gute aerodynamische Laufradsätze los, wobei die Grenze nach oben bis etwa 2.500 Euro geht.

Wer ein All-Inclusive Einsteigerpaket sucht, der wird auch in unseren Shops fündig.

Fotos: triathlon.de, Jörg Schüler

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