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Triathlon Verletzungen: Das Schienbeinkantensyndrom

17. März 2014 von Philipp Peter

triathlon.de freiDas Schienbeinkantensydrom ist in der sportmedizinischen Praxis ein häufig anzutreffendes Krankheitsbild und eine typische Überlastungserscheinung unter Läufer und damit auch Triathleten. Wie ihr erkennt, das ihr daran leidet, woher es kommt und was man dagegen tun kann, das erfahrt ihr hier.


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Besonders tückisch ist, dass die Schmerzen anfangs oft nur unter Belastung auftreten und in Ruhe wieder nachlassen, man gerät deshalb leicht in einen chronischen Schmerzzyklus. Erste Symptome sollten deshalb ernst genommen werden, können aber meist gut durch konservative Maßnahmen und eine Laufpause behandelt werden.

Besonders wichtig ist im weiteren Verlauf eine angepasste Trainingsbelastung und die Vorbeugung eines Wiederauftretens durch präventive Maßnahmen.

Definition:
Chronisches Schmerzsyndrom im Bereich der inneren oder vorderen Schienbeinkante durch Reizung der Knochenhaut. Dabei wird zwischen einem medialen und einem vorderen Schienbeinkantensyndrom (auch als „Shin-Splint“-Syndrom bezeichnet) unterschieden.

Ursachen:

  • intensives- und umfangreiches Lauftraining
  • abrupte Belastungssteigerung insbesondere nach Trainingspause
  • intensives Training auf hartem Belag
  • Wechsel des Bodenbelags im Frühjahr oder Herbst
  • häufiges Abspringen und Landen
  • Wechsel des Schuhwerks
  • häufiges Kurvenlaufen
  • übermäßige Fußaußenrotation und Pronation
  • Vorfußbelastung, Vorfußläufer

Symptome:

  • Schmerzen am Schienbein, die besonders während und nach einer Belastung auftreten
  • Schmerzen insbesondere bei Sprüngen, Antritten und Sprints
  • Belastungsabbruch erst im fortgeschrittenem Stadium
  • mittelmäßige bis starke Druckschmerzen am Schienbein
  • Schwellung möglich
  • erhöhter Tonus der umgebenden Muskeln möglich

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Schonung und Trainingspause von ca. zwei Wochen (Radfahren und Schwimmen möglich)
  • Wiederaufnahme des Trainings erst nach Verschwinden der Druck- und Belastungsschmerzen
  • lokale Wärmeanwendungen
  • Nachtverbände mit entzündungshemmenden Salben (z.B. Voltaren, …)
  • kühle Quarkwickel
  • homöopatische Behandlung (Arnika, Rhus toxicodendron)
  • entzündungshemmende Medikamente oder Spritzen
  • Manuelle Therapie beim Phyiotherapeuten (Massagen, Triggerpunktbehandlung, Elektrotherapie, …)
  • in chronischen und schweren Fällen auch operative Therpie möglich

Behebung der Ursachen/Prävention:

  • Optimierung des Schuhwerks
  • Korrektur von Achsfehlstellungen und Fehlstatiken (z.B. orthopädische Einlagenversorgung)
  • Veränderung des Laufstils / Techniktraining
  • Anpassung des Trainingsumfangs an die individuelle Belastbarkeit
  • Laufumfang und -intensität nur langsam steigern
  • Koordinationsschulung der Unterschenkelmuskulatur (z.B. Therapiekreisel, Barfußlaufen)
  • regelmäßiges Kräfigen und Dehnen der Fuß- und Wadenmuskulatur
  • langsamer Wechsel des Bodenbelags
  • gründliches Aufwärmen vor jeder Trainingseinheit

Foto: triathlon.de

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