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triathlon.de Leser-Test: Evoc Bike Travel Bag Pro 2.0

30. März 2015 von Christine Waitz

Wofgang Weinmann,   freiRadtransport klingt ja so einfach, wenn es nach den Herstellern geht. Schwupp, Reißverschluss zu und schon kann es los gehen. Doch halten die Taschen was sie versprechen? Und sind sie so sicher wie sie behaupten? Wir haben eine Evoc Bike Travel Bag an triathlon.de Leser Wolfgang verschickt. Er testete. Was heraus kam: Lest selbst!


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Von triathlon.de bekam ich Anfang März 2015 die die Bike Tasche von Evoc zur Anwendungstestung freundlicherweise zur Verfügung gestellt – genau rechtzeitig zu meinem ersten Trainingslager dieses Jahr auf Lanzarote. Die Möglichkeit zum Test kam auch deswegen willkommen, weil mein alter Radkoffer (von Radon) im letzten Herbst seinen Geist aufgegeben hat, alle Schnallen waren defekt, ebenso eines der beiden Schlösser.

Vorab: Was wären für mich die wichtigsten Faktoren zur Kaufentscheidung einer Radltasche/-koffer

  • Sicherer Transport des Rads
  • Solide und haltbar
  • „handlich“ und praktisch
  • Preis

Klingt erst mal unfassbar langweilig – ist mir auch peinlich – aber wenn man seine Erwartungen nicht vorab formuliert, wird man unter Umständen mit der Zeit überrascht, und meistens wird man unerfreulich überrascht. Zu allen Aspekten des Gebrauchs habe ich mir intensiv Gedanken gemacht – und Spaß hatte ich auch dabei!

Aufbau und erster Eindruck

Die Tasche kam per Paket bei mir an und wollte zunächst aufgebaut werden. Eine gut verständliche Anleitung zeigt in Piktogrammen, wo welche Elemente einzulegen und einzuschieben sind. Der Aufbau klappte problemlos, lediglich bei den vier Glasfaserstäben, die die Stirn- und Rückwand der Tasche stabilisieren, war auf den letzten vier Zentimetern ein wenig Geschick oder besser eine zweite Person nötig.
In 10 Minuten war die Tasche einsatzfertig.

Ein erster Eindruck: Die Tasche ist sauber verarbeitet, die verwandten hochwertigen Materialien und Komponenten schaffen Vertrauen auf Haltbarkeit, auch wenn ich letzteres leider (noch) nicht abschließend bewerten kann.

Größe und Gewicht

Wofgang Weinmann, freiDer erste Eindruck bestätigt sich schnell: diese Tasche ist groß – sehr groß, viel größer als mein alter Radkoffer. Klar, man kann den Zollstock bemühen und Zentimeter-Maße sind objektiv. Eindrucksvoller finde ich, dass mein alter Koffer locker in diese Radtasche hineinpasst (s. Bild).

Beim späteren Packen wird sich dieser erste Eindruck bestätigen. Das Rad passte problemlos – montiert auf dem beiliegenden Radl-Ständer – in die Evoc-Tasche. Zusätzlichen Platz hatten so neben dem Rad alles Mögliche: mehrere Schuhpaare, Helme, viele Radlflaschen, Standpumpe, Black-Roll und, und, und. Es ist bemerkenswert, dass ich beim Einpacken zum ersten Mal nicht am Rad zerren und schieben musste, um das Bike ordentlich in die Tasche/den Koffer bringen. Das macht einfach Laune!
Mit dieser leichten Tasche braucht man übrigens keine Sorge zu haben, das Flieger-Gewichtslimit von 30 Kilogramm zu reißen. Sehr erstaunlich und gleichermaßen erfreulich, dass man eine so große Tasche so leichtgewichtig bauen kann.

Stabilität und Sicherheit

Foto: Evoc, einmaligZugegeben: Ich war skeptisch – soll ich mein Carbonrad und die teuren Laufrädern jetzt einer Tasche statt einem Hartschalenkoffer anvertrauen? Jetzt kann ich es sagen: ja, man kann ohne Vorbehalte sein Sportgerät in diese bestens gepolsterte Tasche packen.

Zum einen ist das Rad in der Tasche unter anderem durch den Rad-Ständer bestens fixiert, zum anderen ist jedes aber auch wirklich jedes Teil mit einem sinnvollen Polster geschützt. So wird beispielsweise die Gabel, die im besagten Radständer fixiert ist, mit einem dicken Poster vor Schlägen und Druck abgesichert. Gleiches gilt für den Lenker. Ein nettes Detail ist der Kettenschutz, der ebenso einfach anzulegen ist wie alle anderen bereits genannten Accessoires.

Auch die Carbon-Laufräder sind in mehrfach geschützten und gepolsterten von außen zugänglichen Reißverschluss-Taschen geschützt. Insgesamt sind alle Reißverschlüsse leichtgängig und machen einen soliden Eindruck, so wie die gesamte Tasche. Ich bin mit Cosmic Carbon SL Laufrädern unterwegs gewesen, also Laufräder, die mit relativ breiten Carbonspeichen ausgestattet sind. Diese Carbonspeichen sind verzeihen Longitudinal- und Zugkräfte, wie sie beim radln vorkommen sehr gut, Querkräfte sind aber sehr problematisch. Oder anders gesagt, wenn von der Seite ein unerwünschter Druck auf die Tasche käme, der nicht abgefedert würde, wäre das sehr unschön. Der Schutz der Tasche ist so gut konzipiert, dass meine Laufräder nach dem Hin- und Rückweg heile aus der Tasche kamen. Beim nächsten Flug nach Rimini zur ETU EM im Mai traue ich mich auch meine Zipp 808 einzupacken, wenn ich die Tasche behalten darf.

Weil wohl bei vielen Radlern/Triathleten das Vorurteil besteht, dass eine Tasche nicht ausreichend schützen würde, wiederhole ich es gerne: die Evoc Tasche schützt, sie ist ein Transport-Safe für das Rad! Da steht diese Tasche einem Hartschalenkoffer in nichts nach.

Handling und Transport

Wofgang Weinmann, freiDie Tasche ist an mehreren Stellen mit sinnvollen Griffen für den Transport ausgestattet, sowohl für das Ein- und Ausladen aus dem/ins Auto, aber auch der rollende Transport ist mit den großen Rollen ein Genuss. Fast. Und das ist der einzige Schönheitsfehler bei der Tasche, den ich ausmachen konnte und über den man von Hersteller-Seite nachdenken sollte:
Mitgeliefert wird eine aufsteckbare Führungsrolle, eigentlich ein sehr kreatives und cleveres Detail. Abzüge gibt es hier jedoch in der Ausführung. Auch wenn man die lenkbare Rolle in die dafür vorgesehenen Einkerbungen arretiert, springt dieses Führungsrad auch bei normalen Bodenunebenheiten gerne mal aus dieser Nut und will wieder eingesteckt werden. Der breite Kunststoffclip (ich vermute nicht verstärktes PBT?) ist zu flexibel und verbiegt sich bei einem Quer- Moment, das leider gar nicht hoch sein muss. Bei einem leeren Koffer ist das nicht zu nicht relevant, aber ein 25 Kilogramm-Gewicht entwickelt auch bei wirklich sehr kleinen Bodenunebenheiten ein zu großes Moment auf das Vorderrad.
Selbst mit einfacher Fingerkraft kann man den Aufsteckclip so stark verbiegen, dass der Aufsteckclip den Durchmesser des Alu-Rohrs übersteigt. Das Ergebnis: die Clip-Funktion ist aufgelöst und die Rolle springt raus. So ist diese Führungsrolle leider nicht bestimmungsgemäß brauchbar.

Wofgang Weinmann, frei

Das gilt auch, wenn man die vier Millimeter langen Fixierungsnoppen (auf der Innenseite der Führungsrolle) ordentlich in die Löcher des eloxierten Aluminium-Rohrs montiert hat. Ich will keine Eulen nach Athen tragen, aber eine einfache Abhilfe könnte sein, entweder:

  • die zwei bereits vorhandenen 4 mm Noppen auf ca 10 mm verlängern (dann aber bitte aus Metall) – oder besser
  • zusätzlich ein oder besser zwei Federclips in das Alu-Rohr einbringen und passende Löcher an das Führungsrad anbringen, etwa so wie in der Fotomontage (oben). Die Produktionskosten sollte das nicht beeindrucken.

Fazit

Eine tolle Tasche, der man vertrauen kann – gemacht für den häufigen Gebrauch für den verlässlichen Transport seines Lieblingsradls.

Pro
+ Schützt das Rad zuverlässig + Funktionell und durchdacht
+ Groß + Leicht
+  Solide und haltbar, hochwertige Komponenten (z.B. Reißverschluss)

Kontra
– Führungsrolle

Auf der nächsten Seite: Was kann die Tasche noch?
Drei gute Gründe für die Evoc Tasche abseits des bestimmungsgemäßen Gebrauchs.

Zur Website von Evoc.

Fotos: Wolfgang Weinmann, Evoc


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