Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Allgemein > Triathlon-Bundesliga Spezial: Was unterscheidet Hobby- von Liga-Rennen?
Training Triathlon.de

Triathlon-Bundesliga Spezial: Was unterscheidet Hobby- von Liga-Rennen?

1. September 2012 von Nora Reim

Wenn am morgigen Sonntagvormittag die Teilnehmer beim Maschsee-Triathlon 2012 aufs Rad springen, dann müssen sie zehn Meter Abstand zum Vordermann halten. Das so genannte Windschattenverbot gilt indes nicht für Liga-Athleten, die am Mittag ihr vorletztes Saison-Rennen in Hannover austragen. triathlon.de stellt euch die größten Unterschiede zwischen Hobby- und Liga-Triathlon vor.


Triathlon Anzeigen

Windschatten: Drafting oder Sicherheitsabstand?

Foto: Ingo Kutsche - sportfotografie.biz

Drafting-Rennen in Darmstadt

Anders als bei den Hobby-Triathleten ist in der Bundesliga das Windschattenverbot auf der Radstrecke aufgehoben. Grund dafür ist die hohe Leistungsdichte zwischen den einzelnen Liga-Athleten: Wer in der Tabelle um die vorderen Plätze mitkämpfen will, muss schnell aus dem Wasser kommen und seine Position auf dem Rad ausbauen. Das enge Hintereinanderfahren in einer Radgruppe spart Kraft fürs anschließende Laufen, Taktiker können sich in der Führungsarbeit abwechseln und somit die gesamte Gruppe zu schnellen Zeiten führen. Fahren im Windschatten des Vordermanns, auch Drafting genannt, soll außerdem für spannende Wettkämpfe sorgen und zahlreiche Zuschauer an die Strecke locken.

Triathlon-Bundesliga Spezial: Liga-Rennen Hannover beim Maschsee-Triathlon

Bei Hobby-Rennen muss dagegen ein Sicherheitsabstand nach vorne eingehalten werden. Die so genannte Windschattenbox beginnt mittig vom Hinterrad des Vordermanns, ist drei Meter breit und reicht bis zehn Meter nach hinten. Ausnahmen des Windschattenverbots gelten am Berg auf oder ab, in scharfen Kurven, 500 Meter vor und nach einer Wechselzone und, wenn es aus verkehrstechnischen Gründen nicht anders geht.

Teilnahmegebühr: Startpass oder Tageslizenz?

Grundsätzlich kann jeder Triathlet bei allen deutschen Veranstaltungen ohne den so genannten Startpass der Deutschen Triathlon-Union (DTU) starten. Überschreiten die einzelnen Distanzen jedoch 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Rad und fünf Kilometer Laufen, muss für die Teilnahme – zusätzlich zum Startgeld – eine Tageslizenz erworben werden. Wer als Hobby-Triathlet mehrere Wettkämpfe in einer Saison bestreitet, für den empfiehlt sich ein DTU-Startpass. Der kostenpflichtige Pass wurde aus versicherungstechnischen, sportrechtlichen sowie aus sportpolitischen Gründen eingeführt. Er ersetzt die Tageslizenz von einzelnen Wettkämpfen und berechtigt zur Teilnahme an allen deutschen Veranstaltungen. Der Startpass kann über die Mitgliedschaft in einem Triathlon-Verein, der dem jeweiligen Landesverband angehört, bei der DTU beantragt werden. Die Athleten der Bundesliga sind Mitglied in verschiedenen deutschen Triathlon-Vereinen und verfügen als solche über den DTU-Startpass, mit dem sie auch an internationalen Wettkämpfen teilnehmen können.

Rad: Aero- oder Rennradlenker?

Offene Auflieger müssen überbrückt werden.

Die DTU verbietet den Liga-Athleten das Fahren mit Scheibenrädern oder ähnlichen Verkleidungen am Wettkampfrad, nur der klassische Rennradlenker ist erlaubt. Triathlon-Aufsätze sind zwar zugelassen, aber nur soweit sie „nicht über die vorderste Linie der Bremsgriffe (Bremsgriffe senkrecht nach unten) hinausragen“, so der Wortlaut der DTU-Sportordnung. Auflieger, die gerade nach vorne ragen, müssen überbrückt, die Rohrenden von Aufliegern, deren Ende zueinander zeigen und die Auflieger-Enden maximal drei Zentimeter voneinander entfernt sind, geschlossen werden. Hintergrund dieser Vorschrift ist die Sicherheit der einzelnen Athleten im Wettkampf: Spitze, herausragende Lenker können beim Windschattenfahren zu Stürzen und schweren Verletzungen führen. Deshalb müssen auch Schalthebel am Ende von Aufliegern so montiert werden, dass sie nicht nach vorne stehen – mit Ausnahmen von Grip-Shifts. Das Aerolenker-Verbot gilt auch für Hobby-Rennen, wenn das Windschattenfahren erlaubt wurde.

Triathlon-Anzug: Team-Kleidung oder offener Reißverschluss?

In der Vergangenheit gab es noch die Regel, dass der vordere Reißverschluss eines Triathlon-Anzugs beim Laufen und auf dem Rad nicht mehr als 15 Zentimeter geöffnet werden darf. Diese Regel wurde zu Gunsten der neuen Regel „jeder Teilnehmer hat Oberkörperbekleidung zu tragen“, gekippt, da sich ansonsten tausende Athleten neue Anzüge hätten zulegen müssen.

Liga-Athleten – im Gegensatz zu Hobby-Sportlern – müssen einheitliche Team-Anzüge tragen, die auf dem Rücken mit ihrem Nachnamen bedruckt sind. Diese Regel soll dem Kampfrichter die Identifizierung der einzelnen Manschaft und Athleten erleichtern.

Zum Maschsee-Triathlon

Videos von den letzten Bundesliga-Rennen

Fotostrecken von den letzten Bundesliga-Rennen

Allgemeine Informationen zur Triathlon-Bundesliga

Fotos: triathlon.de, Ingo Kutsche, syntace

Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden