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Tri-Wissen: Was ist Laktat?

15. März 2014 von Philipp Peter

Christine Waitz,   freiSportler fürchten es. Sobald das Laktat in den Muskel schießt, weiß man, lange geht dieses Tempo nicht mehr gut. Doch Laktat ist nicht nur „Gift“ für unseren Körper. Im Gegenteil: Es ist ein zentraler Baustein des menschlichen Stoffwechsels.


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Laktat ist das Endprodukt des anaeroben Stoffwechsels. Es entsteht bei der Energiegewinnung durch Kohlenhydrate beziehungsweise Glukose ohne die Beteiligung von Sauerstoff.

Bei geringen bis mittleren Belastungen kann der Körper seinen Energiebedarf zum Großteil durch die vollständige Verbrennung von Kohlenhydraten unter Zuhilfenahme von Sauerstoff decken (aerobe Glykolyse). Mit steigender Belastung ist der Muskel jedoch zu einem immer höheren Anteil auf die anaerobe Energiebereitstellung angewiesen, um den hohen Energiebedarf zu decken. Die Folge ist eine vermehrte Laktatbildung.

Laktat als Übersäuerungsschutz

Foto:triathlon.de frei

Kann der Körper bei intensiven Belastungen kein Gleichgewicht mehr zwischen Laktatproduktion und -elimination herstellen, kommt es zu einer extremen Übersäuerung mit einem stark herabgesetzten pH-Wert im Blut.

Anfangs kann der Organsimus dies noch über verschiedene Puffersysteme kompensieren. Sind diese aber ausgeschöpft, verursacht die hohe Azidose (Übersäuerung) eine Hemmung des glykolytischen Stoffwechsels, was zu einer Ermüdung und zum Belastungsabbruch führt. Dies dient als Selbstschutz vor einer zu starken Übersäuerung und nachfolgender Zerstörung muskulärer Eiweißstrukturen.

Laktat als Energiequelle

Doch Laktat ist nicht nur ein „Gift“ für unseren Körper ist, das uns ermüden lässt. Es hat drei wichtige Hauptfunktionen in unserem Körper: Laktat dient als Energiequelle, als Vorläufer für die Glukoseneubildung (Glukoneogenese) und auch als Signalmolekül in den Körperzellen. Mit Hilfe der zweiten Funktion kann Laktat in der Leber wieder zu Glukose umgewandelt werden und steht somit erneut als Energie zur Verfügung. Die dritte Funktion ermöglicht, dass Laktat an langfristigen Prozessen der sturkturellen und stoffwechselbezogenen Anpassung an körperliche Belastung beteiligt ist.

Insgesamt ist Laktat also ein entscheidender Bestandteil des menschlichen Stoffwechsels und unterstützt auch die Anpassungsprozesse an Trainingsreize.

Laktat als Leistungsindikator

Leistungsdiagnostik

Nützlich ist die Laktatproduktion auch für die Leistungsdiagnostik im Sport. Dazu wird in der Regel der Blutlaktatwert am Ohrläppchen oder der Fingerkuppe bestimmt. Durch Vergleich des Laktat- und Herzfrequenzverhaltens während einer vorgegebenen Belastung können so verschiedene Aussagen über die individuelle körperliche Leistungsfähigkeit, die Höhe der aeroben und anaeroben Schwellen und über optimale Trainingsbereiche getroffen werden.

Laktatwerte im Triathlon

Nach erschöpfenden Belastungen können in der Muskulatur maximale Laktatkonzentrationen von bis zu 30 mmol/kg und im Blut bis zu 25 mmol/l gemessen werden. Diese Werte werden aber meist nur von Sprintern und Kurzzeitausdauer-Athleten (400 bzw. 800m-Läufe) erreicht.

Ausdauersportler weisen deutlich niedrigere Werte auf. In Ruhe liegt der Laktatwert meist unter 1 mmol/l. Extensives Grundlagenausdauertraining sollte bei Laktatwerten unter 2 mmol/l stattfinden. Bei Wettkampfbelastungen im Triathlon werden je nach Streckenlänge Laktatwerte zwischen 3 bis 8 mmol/l erreicht.

Fotos: triathlon.de, formkurve

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