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Tri-Wissen: Taurin – Nichts genaues weiß man nicht

17. August 2010 von Benjamin Reszel

Bekannt ist Taurin besonders durch den Zusatz in Energy-Drinks, die häufig leistungssteigernde Effekte versprechen. Häufig vom lateinischen Begriff „Taurus“ für Stier abgeleitet, suggeriert es im Besonderen Kraft und damit ein hohes Leistungsvermögen. Verfügt Taurin über eine leistungssteigernde Wirkung – lest mehr über die mythische Substanz.


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Vorkommen – nicht nur im Energy-Drink

Taurin als aminosäureähnliche Verbindung ist ein Endprodukt des Stoffwechsels der schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin sowie Cystein und wird unter Beteiligung des Vitamins B6 gebildet. Die Tatsache das Taurin keine Aminosäure darstellt bedeutet auch, dass es nicht am Proteinaufbau beteiligt ist.

Der menschliche Organismus ist in der Lage Taurin in der Leber und im Gehirn bedarfsdeckend selbst zu synthetisieren. Dieser Syntheseprozess sichert nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung eine Herstellung von 50 bis 125mg pro Tag. Demnach gilt Taurin, wie auch L-Carnitin, im ausgewachsenen, gesunden Organismus als nicht essentiell und muss nicht zusätzlich über die Nahrung aufgenommen werden. Erhöhte Taurinwerte in der Muttermilch zu Beginn der Stillzeit lassen eine gesteigerte Bedeutung für Wachstum und Entwicklung im Säuglingsalter vermuten.

Die tägliche Taurinaufnahme über die Nahrung ist zwischen 0 bis 400mg einzuordnen und stark von den jeweiligen Ernährungsgewohnheiten abhängig. Veganer nehmen faktisch kaum Taurin über die Nahrung auf, da es im Besonderen in Meeresfrüchten (70mg/100g), Muskelfleisch von Rind, Schwein, Lamm und Geflügel (35-50mg/100g) sowie Käse (10-40mg/100g) enthalten ist. Mischköstler hingegen führen ihrem Organismus im Durschnitt 40-200mg Taurin am Tag über die Nahrung zu. Zudem verfügt der menschliche Organismus über einen gut gefüllten Gesamtkörperspeicher. Literaturangaben liefern abweichende Werte, die sich von 12 bis 70 Gramm erstrecken. Der überwiegende Anteil ist dabei in den Muskelzellen enthalten.

1827 wurde Taurin erstmals aus Stiergalle isoliert. Mittlerweile wird es synthetisch gewonnen und die heutige Herstellung hat nichts mehr mit der Namensgebung von Einst zu tun.


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Paul Benjamin Reszel ist Autor des Artikels. Ben ist studierter Diplom Sportwissenschaftler und arbeitet derzeit an seiner Promotion. Seit mehr als 5 Jahren betreut er erfolgreich Sportler aus den Disziplinen Triathlon, Mountainbike, Rennrad, Laufen und Moto-Cross. Dabei steht er den Athleten mit Resource in den Bereichen komplexe Leistungsdiagnostik, individuelle Trainingsplanung, Ernährungs- und Technikoptimierung zur Seite. Er betreibt die Firma Resource.
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