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Tri-Klassiker: Dick & Rick Hoyt – Vater und Sohn beim Ironman Hawaii

3. Oktober 2008 von Christine Waitz

Christine Waitz freiMarine Corps Marathon, Washington: 2:45 Stunden. Jeder, der schon mal einen Marathon absolviert hat, weiß, dass so eine Zeit nicht nur viel Training, sondern auch den perfekten Tag erfordert. Der Sportler, von dem wir sprechen, hat dieses Rennen jedoch nicht alleine absolviert: Er schob einen Rollstuhl mit seinem Sohn vor sich her.


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Die Geschichte, die so schon eindrucksvoll klingt, ist die Geschichte von Dick und Rick Hoyt. Und sie ist an dieser Stelle noch nicht annähernd zu Ende.

Doch nun von Beginn an. Rick Hoyt ist von Geburt an durch einen Sauerstoffmangel gelähmt und an den Rollstuhl gebunden. Was ihn jedoch nicht daran hindert, seiner großen Leidenschaft, dem Sport nachzugehen. Natürlich ist dies nur durch die Unterstützung seines Vaters möglich. Was die beiden Kämpferherzen, die als Team Hoyt bekannt sind, zusammen geleistet haben ist schlichtweg beeindruckend.

Ein Sportler unter Sportlern

Foto: Christine Waitz/freiRicks Wunsch an einem acht Kilometer langen Spendenlauf teilzunehmen wollte ihm sein Vater nicht ausschlagen. Als Belohnung für die ungewohnte Belastung gab es außer einem Muskelkater das größte Lächeln seines Sohnes, das er jemals gesehen hatte und die Aussage „wenn ich laufe, dann fühle ich mich überhaupt nicht gehandicapt!“

Grund genug, die gemeinsame Sportlerkarriere voranzutreiben. Zahlreiche Marathons, das Ziel der Qualifikation für den Boston Marathon, das erfolgreiche Meistern desselben. Für Dick die schönste Weise zusammen seinem Sohn Freude zu bereiten, für Rick die beste Art sich so zu fühlen wie alle anderen.
Der Medienrummel um das Team Hoyt wuchs und zahlreiche Einladungen zu Ausdauersportveranstaltungen trudelten ein. Darunter auch eine zu einem Triathlon nahe Boston.

Eine neue Herausforderung

Jahre lang nicht geschwommen, galt es für Dick sich zunächst für den Ausdauerdreikampf fit zu machen. Nicht das erste Mal kämpfte er sich durch die beschwerliche Vorbereitung, um seinen Sohn am Renntag mit dem Boot über die Schwimmstrecke zu ziehen, mit einem Spezial-Tandem zu radeln und den gewohnten Lauf zu absolvieren.

Am 31. August 1986 gab das Team Hoyt beim Ironman Canada seine Premiere auf der Langdistanz. Es sollte ein langer Tag für die beiden werden, doch ein Aufgeben kam nicht in Frage, sodass sie nach 17:53 Stunden gemeinsam die Ziellinie überquerten.

Einen weiteren Ironman und einen Kampf um Startberechtigung später, standen Dick und Rick am Start des legendären Ironman Hawaii. An diesem Tag musste Rick jedoch aufgrund von Problemen beim Schwimmen und dem Nichterreichen des Swim-Cut-Offs, das allererste DNF hinnehmen. Im Jahr darauf wollten die beiden einen erneuten Versuch starten um die vermeintlich enttäuschten Erwartungen ihrer Unterstützer zu erfüllen.

Enttäuschung vom Vorjahr überwunden

Der Schwimm- und Radpart lief im darauffolgenden Jahr 1989 ganz nach Wunsch. Doch auf dem abschließenden Marathon zeigte sich, wie sehr die harten Bedingungen am ziehenden, kurbelnden und nun schiebenden Dick gezehrt hatten. Und dennoch – nach 14:24 Stunden überquerten sie zusammen die Ziellinie. Für alle ein überwältigendes Gefühl.

Bis heute haben die beiden sechs Ironman Rennen gefinisht und insgesamt über 1.000 Rennen zusammen bestritten. Die Marathonbestzeit der beiden liegt bei 2:40:47 Stunden, der schnellste Ironman bei 13:43:37. Dick ist mittlerweile 68 Jahre alt, Rick ist 50 Jahre. Sie laufen immer noch. Viel mehr aber halten sie zusammen Seminare und erzählen „a story of hope and working hard for what you believe in.“ (Quelle: www. Teamhoyt.com).
Von einem Vater dessen Motivation die Begeisterung seines Sohnes war und von einem Jungen, der sich als Sportler unter Sportlern fühlte.

Fotos: Christine Waitz

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