Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Training > Allgemein2 > Trainieren Sieger von heute nach dem Prinzip der Blockperiodisierung?
Training Triathlon.de

Trainieren Sieger von heute nach dem Prinzip der Blockperiodisierung?

21. März 2012 von Philipp Peter

Was steckt hinter dem Prinzip der Blockperiodisierung? Ist das Prinzip der klassischen Periodisierung in der Trainingsplanung überholt? Das Prinzip der Blockperiodisierung findet aktuell bei der Trainingsplanung vieler Spitzenathleten im Ausdauersport und Triathlon großen Anklang. Das grundlegende Prinzip dazu wurde jedoch bereits in den 60er Jahren von russischen Wissenschaftlern entwickelt, die zahlreiche Schwachpunkte in der Vorgehensweise der klassischen Trainingsperiodisierung sahen.


Triathlon Anzeigen

Der Erfolg  zahlreicher Spitzenathleten wie der von Stabhochspringer Sergej Bubka oder dem Schwimmer Alexander Popov, die nach dem Prinzip der Blockperiodisierung trainierten, gab den Wissenschaftlern Recht.

Gezielte Trainingsreize?

Das grundlegende Prinzip der Blockperiodisierung besteht darin, dass in den einzelnen, relativ kurzen Trainingsphasen oder Trainingsblöcken immer gezielt an maximal ein bis zwei unterschiedlichen Trainingszielen gearbeitet wird. So wird der Körper gezielt beansprucht und kann sich entsprechend der Trainingsanforderungen anpassen. Beim klassischen Trainingsaufbau werden dagegen oft sehr viele unterschiedliche Trainingsinhalte gleichzeitig trainiert und der Körper so mit verschiedensten Reizen „überflutet“. Die Folge ist eine unzureichende Anpassung, da sich die Anpassungsprozesse evtl. gegenseitig beeinflussen oder sogar behindern.
Das Prinzip der Blockperiodisierung funktioniert, da Trainingsreize eine gewisse „Vorhaltezeit“ haben. Das bedeutet, dass zum Beispiel nach einem gezielten Grundlagenausdauer-Block die Effekte noch für bis zu 30 Tage nachwirken.  In dieser Zeit kann dann an einem anderen Trainingsschwerpunkt gearbeitet werden. Dabei wird vorwiegend Wert auf die richtigen Trainingsinhalte zum richtigen Zeitpunkt, also die Trainingsqualität, gelegt und weniger auf den Trainingsumfang.

Polarisiertes Training

Beim Prinzip der Blockperiodisierung wird zudem die Trainingsintensität in den einzelnen Trainingsblöcken sehr stark variiert (polarisiertes Training). Viele Ausdauersportler trainieren zu häufig in einem mittleren Intensitätsbereich (aerob-anaerober Übergangsbereich). Dies führt jedoch ebenfalls zu einer Vermischung verschiedener Trainingseffekte. Das Training ist für ein optimales Grundlagenausdauertraining zu intensiv und für ein optimales anaerobes Training (oder High-Intensity-Training) zu extensiv. An lockeren Trainingstagen wird zu hart und an intensiven Tagen zu locker trainiert. Dies wird durch ein gezieltes Blocktraining vermieden.

Formaufbau in 2-3 Monaten

Der Trainingsaufbau beim Blocktraining besteht aus drei Trainingsblöcken, die sich in eine Aufbauphase (12-30 Tage) zum Training der Grundlagen, eine Umwandlungsphase (12-25 Tage) zur Entwicklung spezifischer Fähigkeiten und Fertigkeiten und eine Umsetzungsphase (8-15 Tage) zur Formzuspitzung und Wettkampfteilnahme. Für die Praxis bedeutet dies, dass die Form in deutlich kürzerer Zeit (10-12 Wochen) aufgebaut werden kann und somit häufigere Wettkampfhöhepunkte innerhalb eines Trainingsjahres möglich sind.

Wirklich effektiv?

Damit werden jedoch die klassischen Trainingsprinzipien nicht völlig über den Haufen geworfen. Wissenschaftlich diskutiert wird vor allem wie sich das Prinzip der Blockperiodisierung in den einzelnen Sportarten auswirkt und in die Praxis umsetzen lässt. Besonders in den Kraft- und Kurzzeitausdauersportarten scheinen sich hier Leistungsreserven zu zeigen. Ob das Prinzip aber auch bei einer Langzeitausdauerbelastung wie einem Triathlon eine effektive Trainingsmethode darstellt ist bisher nicht nachgewiesen.
Gerade für Einsteiger und Freizeitsportler im Triathlon sind zunächst die Regelmäßigkeit beim Training, das grundlegende Erlernen einer effektiven Technik oder der gezielte Aufbau der Grundlagenausdauerleistung viel wichtigere Faktoren für eine erfolgreiche Wettkampfteilnahme.

Im Leistungssport nach mehreren Trainingsjahren könnten jedoch durch einen veränderten Trainingsaufbau nach dem Prinzip der Blockperiodisierung gezielt neue Leistungsreserven mobilisiert werden. Speziell dann, wenn die wichtigen Wettkämpfe über einen langen Zeitraum verteilt sind.

Foto: Ingo Kutsche – www.sportfotografie.biz

Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden