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Test: XTERRA Velocity M – Komprimiert gleiten lassen

16. November 2010 von Ralph Schick

Xterra VelocityNachdem die WTC mitte des Jahres 2010 in Anlehnung an die Regeln der Fina die gummierten Speedsuits verboten hat, kommen eine ganze Reihe von Neoprenherstellern mit einem Schwimmanzug heraus. Wir haben den neuen XTERRA Velocity M für euch getestet.


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Neues Material?
Der Velocity ist nicht wie früher aus einem nicht-geschäumten Neopren-Material, sondern – gemäß der neuen WTC-Regeln komplett aus Textil gefertigt. Bei dem Stoff handelt es sich um ein italienisches Lycra, bei der der Faden mit Teflon beschichtet ist. Der Effekt ist, dass das Material extrem hydrophob ist. Das heißt, das Material nimmt kein Wasser auf, wird nicht schwerer und „schlabbert“ nicht. Genau genommen ist das aber kein neues Material, sondern wird bereits von einigen Herstellern verwendet. 83 Gramm wiegt der Anzug übrigens.

Der Schnitt
Eine wichtige Erkenntnis aus der Zeit der Speedsuits im Schwimmbereich war, dass die Schwimmer extrem enge Anzüge verwendet haben. Die engen Anzüge hatten einen starken Kompressionseffekt und haben den Schwimmer quasi in eine gute Körperspannung und Wasserlage „gezwungen“.

Die zweite wichtige Erkenntnis bei den Speedsuits war, dass die Lage der Nähte sehr wichtig für die Gleitfähigkeit der Anzüge war. Bei Tests mit dem US-Schwimmteam hat sich aber herausgestellt, dass die Lage der Nähte bei den Textil-Anzügen nicht so entscheidend sind. Wichtiger ist aber der Abschluss am Hals, der so geschnitten sein muss, dass möglichst wenig Wasser eindringen kann, der Schwimmer aber nicht gewürgt wird. Ein klassisches Problem bei Neoprenanzügen, dass der Hersteller XTERRA sehr gut gelöst hat.

Der Ausstieg
Neben der Geschwindigkeit beim Schwimmen ist für Triathleten natürlich auch wichtig, wie schnell man aus dem Anzug herauskommt. Dieses Problem ist mit einem klassischen Zip-Lock gelöst. Also, Zipper nach oben, der Anzug geht auf. Zipper nach unten der Reissverschluss läßt sich nicht bewegen. Laut XTERRA ist diese Lösung, weil eine Kordel beim weichen Textil dazu führt, dass sich der Reissverschluss nur sehr schlecht öffnen lässt.

Praxistest
Der Anzug war beim Anziehen über den Beinen ein wenig eng hat sich aber dann gleich als angenehm dargestellt und war von der Passform in diesem Bereich sehr gut. Die Passform im Brust und Schulterbereich war wieder sehr gut. Für Athleten mit breiterem Oberkörper ist der Schnitt genau richtig.

Das Ausziehen ging recht schnell und ohne Probleme. Trocken wurde der Anzug auch recht schnell. Anders als bei den gummierten Speedsuits darf der Velocity M nach dem Schwimmen weiter im Wettkampf getragen werden. Und: Der schnellste Altersklassenathlet beim Ironman Hawaii 2010 hatte einen XTERRA Velocity-M – wenn das mal kein gutes Omen ist.

Unser Testfazit
Schlichter, effektiver Anzug, der alleine schon durch seinen engen Schnitt den Schwimmer in der Stabilität und somit der Wasserlage unterstützt. Trotz dem „Neopren“-Verbot bei der Stoffwahl macht so ein Anzug den gewissen Unterschied, je länger die Schwimmdistanz ist.

Preis: etwa 300 Euro

Alternative
Blueseventy hat mit dem PZ3 TX das Pendant dazu mit zumindest aufwendigerer Verzierung der Anzugoberfläche. Der Preis liegt bei etwa 280 Euro.

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