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Mehr Weg ist das Ziel

Test: Biomac Y³ –
Mehr Weg ist das Ziel

10. Juli 2008 von Christian Friedrich

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Das erste Mal
Die erste Fahrt ist ungewohnt, nicht nur weil im Mittelfußbereich eingeklickt wird, sondern weil auch der Fuß sehr weit über dem Pedal steht. Das typische Neigen des Fußes bei 12 und 18 Uhr ist im Bewegungsablauf in Fleisch und Blut übergegangen, wird aber nun eigentlich nicht mehr gebraucht. Bei langsamen engen Kurven muss außerdem aufgepasst werden, das der Schuh nicht mit dem Vorderrad in Berührung kommt (siehe Fotostrecke), sonst kann das Obermaterial schaden nehmen. Sollte doch einmal das Obermaterial zu sehr beschädigt sein bietet Biomac für etwa 50 Euro einen „Neubezug“ der Karbonschale an. Besonderer Service für einen besonderen Schuh. Wer zwei drei Mal das Wechselszenario durchspielt, also Schuh bereits an den Pedale und dann im Fahren an- und ausziehen hat schnell den richtigen Dreh raus.

Bio-mxc²-Position
Mit dieser Form von Fußmitte- oder Fußgewölbe-Positionierung werden vorrangig die größten Muskeln, die Gesäß- und die Oberschenkelmuskulatur, einbezogen. Diese großen Muskelgruppen sind alle nahe am Rumpf und bestens durchblutet. Mögliche Probleme, die von der Kraftübertragung über Fuß und Fußgelenk bei dem ein oder anderen entstehen sind weitestgehend ausgeschlossen. Probleme mit tauben einschlafenden Füßen konnten wir jedenfalls nicht feststellen – selbst nach 180 Kilometern.

Vorteile für Triathleten

Für uns Triathleten bedeutet das zudem, das die Wadenmuskulatur für den anschließenden Lauf geschont wird. Der Spruch „Keine Gnade für die Wade“ bekommt also erst beim Lauf seine Bedeutung. Die Waden waren beim Marathon beim Ironman Germany kein Thema, allerdings musste ich auf meine Oberschenkel acht geben. Ich bin allerdings erst vier Tage vorher auf das Bio-mxc²-System umgestiegen. Mit etwas mehr Anpassung, sollte auch die Oberschenkel keine Probleme mehr sein. Weiterer Vorteil beim Wechsel zum Laufen: Durch die mittige Plattenposition drehen sich die Schuhe automatisch auf den Rücken und schleifen nicht am Boden. Das schon den Schuh und erleichtert einen schnellen Lauf beim Wechsel. Um den Schuh an der Sohle im Training zu schützen lässt sich Gaffa-Band ganz gut nutzen. Einfach eine Lage auf die Sohle kleben, dann sind die Karbonfasern beim Gehen etwas geschützt.

Was macht Bio-mxc²
Was offensichtlich wird, wenn man eine Tretkraft-Untersuchung macht ist, dass die Bio-mxc2-Position die Drehmoment-Kurve eines Fahrers für eine vorgegebene Leistung abflacht.

Das bedeutet: Der Fahrer tritt länger pro Umdrehung anstatt härter. Das ist ein entscheidender Unterschied, denn eine niedrigere Drehmoment-Spitze für die gleiche Wattzahl entspricht einer niedrigeren Maximal-Kontraktion, welche im Gegenzug weniger Ermüdung und/oder schnellerer Erholung für die Muskelgruppen bedeutet.

Mehr Weg ist das Ziel
Mit der protrahierten Fußstellung (Bio-mxc²) auf dem Pedal wird die Tretphase etwa 55 Prozent lang, die Zugphase hingegen 45 Prozent kurz. Bei der herkömmlichen Position ist die Tretphase 45 Prozent kurz und die Zugphase 55 Prozent lang. (siehe Tretpiktogramm, grün ist die Biomxc²-Position, die rot ist die normale Position)

Arbeit ist gleich Kraft mal Weg: Das bedeutet für die Bio-mxc² Position, dass Du weniger Kraft aufwenden musst, weil Du ja mehr Weg hast – somit bleibt das Produkt, also die Arbeit, das Gleiche. Die vortriebswirksame Phase, also da wo die Pedale nach unten gedrückt werden, wird länger und somit kann der Radler länger Kraft ausüben.

Gleichmäßige Kraftübertragung
Im Amplitudendiagramm hat die Bio-mxc²-Position eine niedrigere Spitze, da die Kraft etwas niedriger sein kann als bei der normalen Fußposition, um die gleiche Arbeit zu verrichten. Im Grunde wie bei einem längeren Hebel. Ist der Hebel länger brauche ich eine geringere Kraft, um zum Beispiel eine Schraube zu lösen, als wenn der Hebel kürzer ist. Und noch ein Vergleich: Wird ein Spaten in die Erde gesteckt, dann nimmt jeder automatisch den Mittelfuß, anstatt mit den Zehenspitzen zu drücken.

Fazit
Der Biomac Y³ Schuh ist quasi das Formel-1-Auto für den Fuß des Triathleten. Sehr leicht, auf das Wesentliche beschränkt und optimiert für den Wettkampfeinsatz. Kein Schuh für den Alltag. Aber wer noch ein bisschen mehr an Radleistung rauskitzeln will hat mit diesem Schuh eine echte Option, vor allem mit der Biomxc²-Position. Radzeit beim Ironman Germany 5:01:37 – in Roth 2007 waren es noch 5:20:26.

Preis: etwa 550 Euro

Pro und Contra

Der Biomac Y³-Schuh
+Sehr leichter Schuh
+Extrem dünne Karbonsohle
+optimal belüftet
-empfindliches Obermaterial
-Innenmaterial nicht befestigt
-teuer

Die Bio-mxc²-Position
+Schont die Wadenmuskulatur
+Weniger eingeschlafene Füße
+Weniger Kraft gleiche Arbeit
+Verbesserte Aerodynamik
-Schuh kann Vorderrad berühren
-Für schnelle Antritte nicht geeignet

Info: Biomac


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