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am Beispiel der Tanita BC-1000 Körperwaage

Test: Bioelektrische Impedanzanalyse
am Beispiel der Tanita BC-1000 Körperwaage

26. Februar 2012 von Andrej Heilig

Das Kraft-Last-Verhältnis (KLV) spielt in allen Bewegungssportarten eine entscheidende Rolle für die Leistungsfähigkeit und damit das Wettkampfergebnis. Dies gilt insbesondere in Disziplinen, in denen das eigene Körpergewicht über längere Strecken horizontal und/oder vertikal bewegt werden muss. Dazu zählen natürlich auch das Radfahren und insbesondere das Laufen – womit wir bei einem Zeitanteil von 90 % am Gesamtergebnis beim Thema Triathlon wären. Andrej Heilig mit einem Selbstversuch und einem Test der Tanita BC-1000 Körperwaage.


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Ein geflügeltes Wort aus dem Radsport lautet: „Wie schwer bist du, wie schwer ist dein Rad, wie viel Kraft haben deine Beine?“Mit anderen Worten: was man selbst an Gewicht in die Gleichung einbringt, sollte nach Möglichkeit allein der Kraftentfaltung dienen. Es handelt sich also um Muskulatur anstelle von Körperfett. Die herkömmliche Kombination aus Spiegelbild und Gesamtgewicht vermittelt zwar einen guten Eindruck, wie es um dieses Verhältnis bestellt ist, eine konkrete Messung, Protokollierung, Analyse und damit Steuerung ist jedoch nicht möglich.

Sag mir was du wiegst, und ich sage dir wie fit du bist

Im medizinischen Bereich wird zu eben diesem Zweck die bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) verwendet. Die Messung basiert auf der elektrischen Leitfähigkeit des im Körper verteilten Wassers. Da Muskulatur zu ca. 80 % aus Wasser besteht und Körperfett nur zu ca. 10 %, unterscheiden sich beide Gewebstypen auch in ihrer Leitfähigkeit. Die aus der elektrischen Leitfähigkeit eines geringen Wechselstroms gewonnen Daten werden mit Hilfe von Vergleichsdaten aus medizinischen Studien, unter Berücksichtigung von Faktoren wie Größe, Geschlecht, Alter sowie des gleichzeitig gemessenen Gesamtgewichts, in Muskulatur- und Fettanteil umgerechnet.

Mit der technischen Fortentwicklung und zunehmenden Vergleichsdaten hat dieses Messprinzip auch in den Endverbraucherbereich Einzug gehalten. Die Firma Tanita bietet entsprechende Geräte seit nunmehr 20 Jahren an und hat an der technologischen und wissenschaftlichen Entwicklung entsprechend partizipiert. Tanita nutzt abhängig vom Anwendungsfeld das Zwei- (Endverbraucher, z.B. BC-1000) oder Drei-Kompartiment-Modell (Medizin & Forschung, z.B. MC-180 und MC-980) zur Bestimmung von Gesamtgewicht /-masse, Muskelmasse, Knochenmasse, sowie prozentualem Körperfett- und Wasseranteil. Aus diesen Basisdaten werden weitere Parameter wie Kaloriengrundumsatz pro Tag, Stoffwechselalter u. a. errechnet. Das neueste Modell, die Tanita BC-1000, nutzt zudem den auch von Garmin, SRM und anderen Leistungs- sowie GPS-Systemen verwendeten ANT+ Standard für die Datenübertragung. Die Daten können so entweder direkt auf den Computer (am Handgelenk) übertragen und dort ausgewertet werden, oder über ein schickes Tischdisplay mit Uhrenfunktion angezeigt und von Hand protokolliert werden.

Wer schon einmal gezielt auf sein Wettkampfgewicht hingearbeitet hat weiß: aufgrund des Wechselspiels zwischen Muskelmasse und Kraft bedeutet immer leichter nicht automatisch immer schneller. Die BIA bietet in diesem Zusammenhang insbesondere langfristig die Möglichkeit, durch Protokollierung der Daten und Abgleich mit den Trainings- und Wettkampfergebnissen, das individuelle Optimum aus Gesamtgewicht, Kraft und Belastbarkeit zu ermitteln. In der Vorbereitung auf einen Saisonhöhepunkt kann die Kenntnis dieser Zusammenhänge von großer Hilfe sein.

Die Genauigkeit der mittels BIA ermittelten Werte wird aufgrund möglicher Störfaktoren wie variierender Hautfeuchte sowie der Modellabhängigkeit der Ergebnisse kritisch hinterfragt. Die absolute und relative Aussagekraft der von der Tanita BC-1000 ermittelten Daten haben wir deshalb einem Langzeittest unterzogen, dessen Ergebnisse in Teil 2 dieses Artikels vorgestellt werden.

Auf der 2. Seite geht es zu den Ergebnissen des Tests


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Seit 1999 ist Andrej Nichtraucher und gleichzeitig einer neuen Sucht verfallen: Triathlon. Seit den Anfängen hat sich viel getan im Leben des erfolgreichen AK30 Triathleten. Aber das erzählt er Euch lieber selber. Hier die Webseite von Andrej Heilig.
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