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2012 – Wo geht´s hin und wie ist mein Stand der Dinge

Eigentlich sollte 2012 ein Pausenjahr auf der Langdistanz werden, wie gesagt – eigentlich. Klar war, dass ich nach drei Siegen hintereinander beim Norseman dort mindestens ein Jahr nicht an den Start gehen würde. Ein Hattrick bleibt ein Hattrick. Man kann ihn nicht verbessern, sondern eigentlich nur ruinieren. Nach drei Jahren war also eine Neuorientierung gefragt oder eben eine Pause angesagt. Nachdem ich seit 2006 jedes Jahr mindestens eine Langdistanz für mich sehr erfolgreich  – immer in den Top 10 oder 5 – gefinisht habe, war der Kopf bereit für eine Pause. Aber wie sagt man so schön … erstens kommt es anders …“  – so auch in meinem Fall.

Ich werde oft gefragt, warum ich mich nicht mehr auf den „normalen Langdistanzen“ mit einem ordentlichen Profifeld messe. Ich hab natürlich ein Grundverständnis für die, die die Siege in Norwegen – vergleicht man sie mit echtem Profisport im Triathlon – belächeln. Meine Antwort ist einfach, es nicht mein Anspruch, einen Sieg beim Norseman mit einem Sieg zum Beispiel beim Challenge in Roth oder auf Hawaii zu vergleichen. Das Messen mit den Besten ist auch nicht mehr, was mich in meiner Sportart antreibt, obwohl ich noch voll von Ehrgeiz, Energie und sogar Perfektionismus bin – sieht man mal vom Schwimmen ab. Nur, dass das Ziel jetzt eher darin liegt, besondere und vor allem immer wieder neue Herausforderungen bestmöglich zu bewältigen.

Neue Herausforderungen

Der Triathlon- beziehungsweise Ausdauersport im Allgemeinen ist voll von diesen besonderen Herausforderungen. Bei mir darf oder muss es nach  mehr als zehn Jahren im Triathlon,  meist etwas extremer sein. Ich kann mich sehr schnell in Rennen verlieben, die für andere auf den ersten Blick nur Horror bedeuten.

Kälte, nicht endende Berge und die gewohnten Schmerzen, ungewöhnlich lange zu bewältigen,  fordern mich im Rennen, aber bedeuten vor allem auch viel Motivation für hartes und auch spezifisches Training. Voraussetzung für die Auswahl meiner Rennen ist in den letzten Jahren mehr und mehr der Ort geworden, an dem die Rennen stattfinden.

Ehrliche Selbsteinschätzung

Ich liebe die Kombination von noch ursprünglicher Natur, kombiniert mit den klaren Fakten, die für jeden Wettkampf gelten: Der beste Athlet mit dem besten Kopf gewinnt. Und würde tatsächlich mal die Konkurrenz im Frauenfeld komplett fehlen, dann befriedigt am Ende auch der Blick in die Gesamtergebnisliste. Oder das Wissen, dass mein eigenes Rennen so verlaufen ist, wie ich es geplant und erwartet habe. Ich weiß selbst ganz genau, ob ein Rennen ein tatsächlicher Erfolg für mich war. Ein Sieg bedeutet nicht immer ein perfektes Rennen. So finde ich bei allen drei Rennen in Norwegen im Nachhinein betrachtet etwas, was nicht perfekt gelaufen ist, ganz besonders 2010 –  trotz Sieg und Streckenrekord. Ich weiß für mich , dass auf Grund meiner Müdigkeit, keine der drei Disziplinen richtig rund lief. Da mir die Platzierung das nicht widerspiegelt, hilft dann nur Selbstkritik, aber die ist immer mit dabei.

Da also die Herausforderung mittlerweile nicht ausschließlich im Verbessern meiner Bestzeiten und im Messen mit den Besten dieser Sportart liegt, sondern die Herausforderung eher Natur  – in Form von Höhenmetern, Klima oder auch Distanzen – heißt , war es auch zunächst sehr schwer, ein neues Ziel zu finden.

Die geplante Pause hätte also perfekt gepasst. Eigentlich. Wäre da nicht vor einigen Wochen eine Email mit einer Einladung zu einem Event, dem Celtman (www.cxtri.com), direkt aus Schottland bei mir eingetroffen , der wieder sehr genau zu meinen Vorstellungen des perfekten Wettkampfes passt.

Stirn an Stirn mit der Natur, die mir wieder alles bieten wird, was ich in Rennen gerne mag: unbestimmtes, eher raues Klima, viele Höhenmeter abseits der Straßen und ein gewisser Rest an unkalkulierbaren Dingen, die man eben nur auf sich zukommen lassen kann.  Ganz im Norden Rund um Torridon wird das Rennen stattfinden, wobei es sich um eine etwas erweiterte Langdistanz handelt. 3,8km Schwimmen, 200km Rad mit ca. 2000 Höhenmetern und ein abschließender Marathon, der mit 2000 Höhenmeter gespickt ist. Dabei werden wir abseits der Strasse über den Coulin Pass und den Beinn Eighe laufen. Mein erstes Rennen im Triathlon, bei dem am Ende ein Kompass zur Pflichtausstattung gehört. Gebrauchen werden wir ihn aber hoffentlich eher nicht müssen.  Ähnlich wie beim Norseman ist beim Laufen am Ende wieder ein begleitender Läufer als Supporter Pflicht, da die alpinen Herausforderungen auch immer ein gewisses Risiko darstellen. Unterschied zum Vorbild im Norden ist beim Celtman das Ziel: nicht am letzten Gipfel, sondern dort, wo das Rennen gestartet wird, heißt es die Zielstrich zu überqueren.

Trainingstechnisch ist das allerdings ein bedeutender Unterschied, da die Muskulatur durch die exzentrische, abfangende Belastung beim abschließenden Bergablauf noch einer ordentlichen Tortur ausgesetzt wird. Das muss gut vorbereitet werden.

Es warten also noch eine Menge spezieller Trainingseinheiten auf mich: viel bergauf- und bergab, viel Kraft und Kraftausdauer in allen Disziplinen, um es nur ganz kurz zu umschreiben. Wie diese Einheiten genau aussehen, werde ich hier in den nächsten Wochen genauer beschreiben. Der aktuelle Status Quo ist allerdings noch relativ niedrig. Der Norseman und der hohe Erwartungsdruck im Vorfeld hatten mich 2011 einige Körner gekostet und das hab ich doch länger als erwartet gespürt. Jetzt bin ich zurück im Grundlagentraining und beginne nach einigen Wochen Alternativsport, mehr und mehr in den drei Disziplinen zu trainieren. Ganz vorne stehen neben Technik und Basis natürlich auch Kraft & Athletik.

Ich habe das große Glück, einen großen Teil des Frühlings auf Fuerteventura als sportliche Leiterin der Hannes Hawaii Tours Camps (Magic & Challenge Camps) zu verbringen. In Kürze also ein kleiner Einblick, was dort an spezifischem Training auf dem Programm steht!

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