Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Susa`s Blog: Triathlon-Training mit Susanne Buckenlei

Zeitmanagement – To-Do-Listen helfen

Struktur heißt das Zauberwort, um im Sport und im ganzen Leben Leistung zu bringen

Regenration und Trainingsanpassung sind natürlich abhängig von vielen weiteren Faktoren – neben Kompressionsbekleidung und elektronischer Muskelstimulation (Themen der vorangegangenen Artikel) gibt es viele weitere Punkte, die die sportliche Leistung beeinflussen. Ganz banal auf den ersten Blick vor allem unser Tagesablauf. Das heißt, bekommen wir genügend Schlaf, wie sieht es mit Stress aus, haben wir Zeit nach dem Training, um zu relaxen und vor dem Training Zeit, um uns auf die Einheit einzustellen, etc.

Viele Dinge können wir natürlich nicht immer beeinflussen, wie zum Beispiel  unsere Arbeitszeit und das Arbeitspensum. Wir können aber eine Struktur in unseren Wochenplan bringen, damit wir von  Anfang an sehen, an welchen Tagen Training überhaupt Sinn macht und an welchen Tagen auch qualitatives/intensives Training möglich ist.  Spätestens Sonntagabend schreibe ich meine „To-Do Liste“ für die nächste Woche und am Ende des Monats auch eine Grobübersicht für den nächsten Monat. Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich diese Listen nie ändern oder ergänzen würde, aber sie verschafft mit einen Überblick, wie viel Zeit ich realistischer Weise für Training zur Verfügung haben werde.

Freiräume schaffen, ist wichtig

Ist es eine wichtige Trainingsphase, versuche ich mir bestimmte Tage/Phasen freizuarbeiten und Freiraum zu schaffen. Anhand der Listen weiß ich aber, wie viel meines Pensums ich dafür an einen anderen Tag reinpacken muss und kann entscheiden, ob das realistisch ist. Das Beste für mich ist dabei aber, dass ich an Tagen, an denen Training zeitlich einfach nicht möglich ist, oder einfach auch keinen Sinn macht, ich das von vorneherein akzeptiere und ich nicht verzweifelt versuche, doch noch mehr reinzupacken. Das schlechte Gewissen erzeugt nämlich meist noch mehr Unruhe und Stress und ermüdet dann für den nächsten – vielleicht arbeitsfreien – Tag.

Da ich doch sehr viel zu tun habe, wie wahrscheinlich 99% der Leser, trainiere ich blockweise. Das heißt: wenn viel Arbeit anfällt, reduziere ich mein Training deutlich, da wo sich Freiraum ergibt, fahr ich auch das Training stark nach oben. Ich gebe zu, dieses System erforder einen hohen Grad an Gelassenheit in den trainingsfreien Phasen, aber da ich mit diesem System im Verhältnis meiner zeitlichen Möglichkeiten großen Erfolg habe, hat sich die Gelassenheit eingestellt.

Streichergebnisse eliminieren – keine Zeit verschwenden

In meinen ersten Jahren war es für mich nur entscheidend, dass ich am Ende einer Woche und eines Trainingsblocks genügend Stunden im Tagebuch stehen hatte. Ob diese voll Energie abgeleistet wurden und effektiv waren, war damals nur bedingt zur Debatte gestanden. Nicht, dass ich es nicht besser gewusst hätte, aber Regeln galten ja immer nur für andere Athleten. Heute bleibe ich auch zu Ungunsten des Protokolls zu Hause auf der Couch sitzen, wenn der Kopf sich sogar nicht mehr auf Training einstellen kann, zum Beispiel nach einem langen Tag im Labor oder am Rechner. Gebe ich an diesem Tag Ruhe, zahlt sich das normalerweise am nächsten Tag doppelt aus. Die Lust aufs Training ist doppelt so groß und die Trainingsleistung ist umso besser. Zwinge ich mich zur geplanten Einheit, ist diese meistens für die Katz und der Tag danach auch noch von Müdigkeit geprägt.  Somit sind im Grunde zwei Tage trainingstechnisch gesehen, ein Streichergebnis.

An dieser Stelle möchte ich aber betonen: nicht jede Unlust auf Training, ist Müdigkeit und damit ein Grund, die geplante Einheit nicht zu starten. Es gehört ein gewisses Körpergefühl dazu, zu spüren, wann man einfach nur „Null Bock“ auf Training hat, oder wann der Körper Ruhe braucht. Hat man das Körpergefühl nicht, macht es Sinn, die die geplante Einheit zu starten, stellt sich dann aber kein Rhythmusgefühl ein und bleibt die Müdigkeit, sollte man das Training abbrechen.

Meine Empfehlung: gut Verpflegen hilft auch, denn häufig sind diese Hänger im Training auch ein Grund von mangelnder Energieversorgung und Ernährung. Und dann hilft es oft schon, vor allem eine ordentliche Mütze Schlaf zu nehmen, denn an diesem fehlt es meist auch.

Das Wichtigste bleibt aber: Freiräume schaffen

Man sollte bewusst Tage planen, an denen das Training im Vordergrund steht und ebenso bewusst die Tage planen, an denen die Familie, der Job und was sonst im Alltag ansteht, der erste Tagesordnungspunkt sind. Struktur ist die Basis dafür, Leistung zu bringen – nicht nur im Sport, sondern im ganzen Leben.

Im nächsten Bock geht es wieder um das Thema Training – nicht, dass die Leserschaft denkt, ich sitze nur auf der Couch. Von Nichts, kommt ja bekanntlich Nichts, aber es „muss eben in den Alltag passen“

Bis dahin alles Gute !

Eure Susa

Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden