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Macht müde Muskeln wieder munter: Elektrostimulation

Nach einwöchiger Unterbrechung geht es heute weiter in meinem Blog über verschiedene Regenrationsmaßnahmen. Auf Grund meiner Selbstständigkeit und dem damit verbundenen Arbeitspensum bleibt Stress auch bei mir nicht aus und meine Zeit, mich zu erholen ist oft begrenzt.

Deswegen möchte ich euch heute eine weitere Möglichkeit vorstellen, aktiv Einfluss auf die Erholung der Muskultur nach einer Belastung zu nehmen oder sie auf anstehende Belastung vorzubereiten. Die Rede ist von der Elektrostimulation. Diese Methode kann nicht nur zur Erholung und Regeneration der Muskulatur, sondern auch für den Muskelaufbau und die Therapie eingesetzt werden. Dazu werde ich aber in einem weiteren Blog  mehr berichten.

Wie funktioniert`s?

Im Grunde funktioniert es nicht anders, als bei einer willentlichen Muskelkontraktion auch, nur dass die Erregung des Muskels durch das Gerät bzw. durch elektrische Impulse ausgelöst wird. Die Methode ist im medizinischen Bereich anerkannt und wird dort auch bereits seit vielen Jahren eingesetzt.  Es gibt viele unterschiedliche Programme, für unterschiedliche Bereiche und Effekte. Ich kann nur raten, jedes Programm erst einmal in einem relativ ruhigen Modus auszuprobieren, denn an die Wirkung muss man sich erst gewöhnen.

Wann setze ich EMS (elektonische Muskelstimulation) ein?

Ich behandle mit meinem Compex-Gerät Muskelregionen und auch einzelne Muskeln gezielt und kann somit Dysbalancen ausgleichen. Vom stundenlangen Sitzen am Rechner verspannen sich gern mein Nacken und die Brustwirbelsäule. Die Lösung des Tonus und Reduzierung der Schmerzen ist daher mein zweithäufigstes Einsatzgebiet. Aber hauptsächlich verwende ich das Gerät dann, wenn ich müde Muskeln nach einem harten Training oder einem Wettkampf habe und möglichst schnell wieder fit sein möchte, beziehungsweise die schmerzhaften Auswirkungen einer harten Einheit  reduzieren möchte.

Ich bin im Bereich Energiestoffwechsel fast „unkaputtbar“, aber neige doch bei intensivem Training zu Muskelschmerzen und schweren Beinen und auch generell zu einem hohem Muskeltonus.  Häufig leidet die zweite Einheit am Tag dann durch die Vorbelastung der Vorangegangenen. Das heißt, dass ich in der Trainingspraxis mich auch zwischen den Einheiten von dem Gerät  „behandeln lassen“.  Die Laufeinheiten nach intensivem Radfahren haben bei mir deutlich an Qualität gewonnen, allein schon die Lust nach dem Radeln noch mal die Laufschuhe zu schnüren, ist mit annähernd frischen Beinen, einfach größer.

Natürlich ersetzt das Gerät nicht den Gang zur Massage oder zum Physiotherapeuten. Ich sehe es eher als eine sehr flexible und vor allem mobile Ergänzung dazu. Es ist sowohl im Trainingslager, als auch auf den Wettkampfreisen immer mit dabei.

Generell reise ich immer deutlich vor einem Rennen an. Bei einer Langdistanz mindestens eine Woche vorher. Ich brauche die Zeit um „runter zu kommen“ von der Alltagsbelastung und dann dennoch genug Zeit zu haben, mich wieder zu aktivieren. In dieser Zeit wende ich EMS mindestens 2x am Tag an. Ganz wichtig: ohne Stress und Hektik, der Körper muss sich dabei auch entspannen können.

Verschiedene Programme und Wirkungen

Meine Hauptprogramme sind die Aufwärmmassage, die aktive Erholung,  die Behandlung von schweren Beinen, die Entspannungsmassage, aber auch die Kapillarisierung zur Verbesserung der Durchblutung, die bei Frauen ja häufig nicht so gut funktioniert.

Das Programm „Aufwärmmassage“ ist gedacht zur Vorbereitung der Muskulatur für die folgende Belastung. Es erhöht die Durchblutung und hilft mir, wie bereits geschildert auch nach einer harten Belastung, eine weitere Einheit zu absolvieren.

Der Effekt von „aktiver Erholung“ ist ebenfalls die starke Zunahme der Durchblutung und der beschleunigte Abtransport von anfallenden Stoffwechselendprodukten. Die Muskeln werden gelockert, entspannt und so Schmerzen reduziert. Es ist somit das ideale Programm nach einer harten Belastung wie einem schnellen Lauf oder generell nach einem Wettkampf.

Ein Programm, das ich nach langen  Arbeitstagen, wenn ich abends noch trainieren möchte oder auch nach vorangegangenem Training anwende, ist das „schwere Beine-Programm“, das vor allem den venösen Rückfluss deutlich steigert und die Sauerstoffversorgung der Muskulatur erhöht.  Gerade diese Kombination – Kompression während der Arbeit plus EMS  – ermöglicht es mir, auch nach langen Arbeitstagen, noch gute Einheiten zu machen.

Wenn ich den Trainingstag dann komplett  abgeschlossen habe, kommt die „Entspannungsmassage“ zum Einsatz, mit dem Ziel, die Muskelspannung endgültig zu reduzieren und die Gifte und Schlaken, die für den erhöhten Muskeltonus verantwortlich sind, abzutransportieren.

Verminderung der Muskelspannung

Den Haupteffekt spürt man am nächsten Tag: kein Muskelkater und vor allem kein unangenehmes Ziehen in  den Beinen in der ersten Stunde der nächsten Trainingseinheit.  Grund dafür, die Anregung der Endorphinproduktion, die schmerzlindernd wirkt.

Der letzte Programmtipp ist der zur Kapillarisation.  Das Programm ist vor allem in der harten Trainingszeit und rund um den Wettkampf sehr wertvoll und bewirkt eine starke  Durchblutungssteigerung und die Neubildung von Kapillaren in den Muskeln. 4-5 Tage vor dem Rennen sollte man das Programm allerdings nicht mehr anwenden. Auch generell nicht zu häufig, da sonst schnelle Muskelfasern in langsame Fasern umgewandelt werden können – da ist gut für den reinen Ausdauersportler, könnte aber einen Verlust für Kraft- und Schnellkraft bewirken.

Wie ich schon in einem meiner letzten Blogs erwähnt habe, bin ich ein großer Fan dieser Techniken geworden und das Compex-Gerät begleitet mich mittlerweile überall hin.  Über die Anwendung im Bereich der Therapie und zum Muskelaufbau, werde ich in einem der nächsten Blogs berichten. Wer die Möglichkeit hat, die Elektrostimulation einmal zu testen, sollte dies unbedingt tun.

Bis dahin …

Eure Susa

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