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„Schnell wird man in der Ruhe, nicht im Training“ …

… ein Motto, das nicht immer meines war. Vor mehr als zehn Jahren, als mich der Tria Virus infiziert hatte, war die (Über-)Motivation so groß, dass ich im Grunde jede freie mögliche Zeit mit Schwimmen, Radfahren, Laufen oder Krafttraining verbracht habe. Der Einstieg mit AK Sieg in Roth, Hawaiiquali und Teilnahme war zwar sehr zufriedenstellend, die Konsequenz ein Jahr später aber dafür auch sehr deutlich: Pfeiffersches Drüsenfieber. Und das nicht durch Zufall, weil mich irgendjemand angesteckt hatte. Viel mehr, weil mein Immunsystem soweit im Keller war, dass ich dem Virus gerade zu „hierher“ entgegengerufen habe. Bemerkt habe ich es lange nicht. Nachdem ich zurück aus Hawaii gekommen bin, war nur ein Gedanke da: weitertrainieren und natürlich ein bisschen mehr, denn ich möchte ja besser werden.

Eine Anmerkung: Mein Studium zur Diplomsportwissenschaftlerin hatte da zwar schon begonnen, aber die Regeln der Anpassung und Ermüdung galten natürlich nur für andere.

Gedacht, getan: ich habe mir meine alten Aufzeichnungen vorgenommen – schließlich hatte es im Vorjahr so gut funktioniert – und auf jede Woche noch etwas draufgepackt. Natürlich nicht nur mehr, sondern auch härter. Im Sommer war dann zwar die Lust aufs Stundensammeln ungebrochen hoch, aber der Weg zum Fahrrad oder in die Laufschuhe hat sich häufig bis zu einer Stunde hingezogen. Im Nachhinein betrachtet hat sich bereits irgendetwas in mir gesträubt, das tägliche mehrstündige Training auch nur zu beginnen.

Ohne genügend Schlafen zwischen den Einheiten – dem Studentenleben sei dank– ging es im Trainingsalltag bald gar nicht mehr. Die Zeiten um das Training herum waren generell von Müdigkeit geprägt. Der Wille war aber immer noch ungebrochen und das Ziel, wieder in Roth zu starten auch nach wie vor da. Einige Wochen vor dem Rennen dann ein Testwettkampf – Rothsee Triathlon: nach noch ordentlicher Radleistung konnte ich die 10km gerade noch joggen. Egal wie sehr ich mich zwang: der Ofen war aus.

Dann begann das „Gerenne“ von Arzt zu Arzt. Meine Grundwerte, vor allem in den Belastungstests waren weit überdurchschnittlich und es gab außer einem etwas niedrigen Eisenwert erst mal kein Befund.  Eine Woche vor dem Wettkampf in Roth kam es dann  – endlich? – zu einem Schlüsselerlebnis, das ich wohl gebraucht habe: ich konnte auf meiner „Hausrunde“ im Olympia Park München keine 15 min am Stück mehr durchgängig laufen. Völlig ermüdet ging ich nach Hause und entschloss das Rennen 2000 ohne mich stattfinden zu lassen.

Erst einige Wochen später erkannte man an Hand eines Bluttests, dass ich am Pfeifferschen Drüsenfieber (Ebstein Bar Virus) litt. Und das war, wie bereits gesagt, kein Zufall. Ich hatte meinen Körper völlig ausgelaugt und alle Systeme in den Keller gefahren und war somit angreifbar für den in Sportlerkreisen bekannten Virus geworden.

Heute bin ich froh, dass ich so schnell in meinem sportlichen Leben einen „Schuss vor den Bug“ bekommen habe. Hätte ich noch weitere Jahre meinen Körper so behandelt, wäre es wahrscheinlich zu tiefergreifenden Schäden gekommen. So hatte ich in kurzer Zeit gelernt, dass es nicht das Training ist, das mich wirklich leistungsfähig macht, sondern vor allem die kompensatorische Phase der Erholung danach.

Mittlerweile bin ich beim Thema Regenration fast zum Profi geworden. Ich bin bekanntermaßen selbstständig, was mir einerseits sehr viel Flexibilität und Freiraum bei meiner Arbeit und somit auch beim Sport gibt, aber ca. 50 Stunden Arbeit die Woche, bleiben 50 Stunden. Da ich immer noch auf einem relativ hohem Niveau trainiere und auch gern immer noch einige Stunden dafür verwende, ist die Zeit der kompletten Ruhe noch immer eingeschränkt. Ich habe aber gelernt, diese zu nutzen.

In den nächsten Blogs möchte ich euch meine Regenerationsfavoriten vorstellen. Ich arbeite sowohl mit Wärme wie Saunagängen, Eisbehandlungen, Kompression, aber sehr regelmäßig auch mit Elektrostimulation der Muskulatur.  Ein weiterer entscheidender Faktor ist und bleibt die Ernährung und in bestimmten Zeiten auch mit Nahrungsergänzung. Wann, wie und warum die genau diese Maßnahmen einsetze, erfahrt Ihr in den nächsten Wochen.

Bis dahin: Relaxt! Eure Susa

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