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Survive the desert: Ein Extremlauf durch die Wüste

18. Juni 2015 von Christine Waitz

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Letzter Tag

Es ist geschafft – was noch niemals geschafft!

Endlich wieder etwas liegend, finde ich auch schon bald in den Schlaf. Der Körper ist erschöpft und der Kopf ist leer. Doch auch diese Ruhepause soll nicht lange halten. Bereits nach zwei Stunden liege ich wieder hellwach in meinem Schlafsack und blicke in die Sterne. Ich überlege kurz noch etwas zu schlafen aber ich bin kein wenig müde und packe im Ergebnis dann doch meine Sachen zusammen und entschließe mich diese Tour endlich zu beenden. Die nächtliche Kälte hat einen großen Vorteil, sie sorgt dafür, dass der Körper nicht schwächelt und mein Geist klar bleibt.

Steven Rau, einmaligEin paar Minuten benötige ich nach den Ruhepausen immer um wieder in meinen Rhythmus zu gelangen, da doch schon einige Blasen und Wunden meine Füße zieren. Zudem ist die Orientierung nachts immer etwas schwieriger, da es an markanten Punkten in der Ferne fehlt und ich mich noch stärker konzentrieren muss, keinen falschen Schritt zu machen.

Glücklicherweise gibt es auf dem harten Salz nicht wirklich viele Möglichkeiten zu stolpern. Je näher ich auf diesem Lauf meinem Ziel komme, desto schneller werden meine Schritte. Ich muss mich jetzt teils schon zügeln, um es nicht zu übertreiben. Auch beim Marathon gibt es immer wieder Läufer, welche noch bei Kilometer 40 aufgeben müssen. Das soll mir nach Tagen harter Arbeit nicht passieren.

Steven Rau, einmaligIn schnellem Schritt sind bereits schon wieder 35 Kilometer verstrichen und es geht mir körperlich noch bestens. Im Schein des Mondes ist es auf dem Salar de Uyuni fast taghell und so macht es mir aktuell keine Probleme zu laufen, vielmehr genieße ich diese Ruhe und diese Imposanz des Salar de Uyuni. Wirklich ein einmaliges Gefühl. Auf diesen letzten Kilometern begleiten mich immer wieder die Gedanken an zu Hause, an die vergangenen Qualen, an das bevorstehende Ziel und an das Gefühl es endlich geschafft zu haben.

So ist es dann der 22. Juni um 06.30 Uhr als ich meinen Lauf nach 414, 5 Kilometern beende.

Für diesen Lauf benötigte ich fünf Tage und 14 1/2 Stunden und beende damit dieses bisher einzigartige Projekt erfolgreich.

Es war für mich eine einzigartige Erfahrung und eine wirkliche Qual. Ich nehme so viel von diesem Lauf mit, in Bezug auf meine eigene Entwicklung, die sportliche Belastbarkeit, die Planung solcher Projekte, aber auch in Bezug auf die menschliche Psyche. Für diese Erfahrung bin ich sehr dankbar und ich bin dankbar dafür, dass ich dieses Projekt mit euch teilen durfte und ihr mich so wunderbar unterstützt habt.

Steven Rau, einmalig

Ein besonderer Dank geht an meine Familie, ohne die solche Touren nicht möglich wären, an meine Freundin, die mich hat gehen lassen, und an meine Begleitung Gino, der immer auf mich geachtet hat.

Danke!!!!

Zur Fotostrecke der Reise.

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