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Survive the desert: Ein Extremlauf durch die Wüste

18. Juni 2015 von Christine Waitz

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Tag 6 die Zweite

Endlich liege ich mal wieder und freue mich auf die Nacht. Ich habe noch gar nicht ganz Platz genommen, da merke ich schon diese innerliche Unruhe in mir. Mein Kopf will eigentlich nur eines… endlich fertig werden. Dieser Umstand und die klirrende Kälte verkürzen meine Nachtruhe erheblich und sorgen dafür, dass es mich nach ca. eineinhalb Stunden nicht mehr in meinem Schlafsack hält und ich wieder voll beladen auf den Beinen bin.

Von der wunderschönen Landschaft sehe ich leider nicht sehr viel und zu dieser Zeit trifft man auch nicht wirklich viele Leute. So drehe ich einsam meine Runden und versuche nur möglichst schnell, geradlinig und gut voranzukommen. Als endlich die Sonne ihre ersten Strahlen zeigt, freue ich mich sehr denn mein Körper ist bereits starr vor Kälte und an mein Wasser im Rucksack ist über den Trinkschlauch kein rankommen mehr, da es eingefroren ist.

Steven Rau

 

Im Licht der Sonne sehe ich auf meinem Weg einen Beutel mit Orangen oder den Resten von diesen. Es muss ihn jemand verloren haben und wohl auch ein paar Autos kreuzten schon seinen Weg. Ein paar Schritte weiter denke ich an den Geschmack von Orangen im Mund und drehe noch einmal um. Nein, die sind hinüber, denke ich. Also geht es weiter. Aber der Gedanke an den Orangengeschmack lässt mich nicht los. Also gehe ich doch noch mal zurück. Ich suche mir die beste Orange heraus und schneide etwas Dreck und Schale ab. Übrig bleibt ein leckeres und gefrorenes Stück Orange. Ein herrlicher Geschmack im Mund. Das hat sich gelohnt.

Ich lasse auf meinem Weg auch den ersten Salzsee hinter mir und folge teils gut erkennbaren Pfaden. Sogar ein paar Menschen kreuzen hin und wieder meinen Weg. Die Verwunderung über meine Anwesenheit ist dabei immer gleich. Niemand kann so recht verstehen, was ich dort mache und vor allem warum ich das mache. Aber mein Kopf und mein Körper sind leer und so nehme ich gar nicht mehr so viel von meiner Umgebung auf. Die Natur, die Menschen und die Anstrengung versickern in meiner Aufgabe, und meinem Ziel anzukommen.

Steven Rau, einmaligDas ist in dieser Zeit mein Antrieb… und ich denke viel daran endlich wieder Wasser an meinem Körper zu spüren. Ich würde mir am liebsten einen ganzen Eimer Wasser über den Kopf kippen aber den habe ich nicht zur Verfügung. Diese Gedanken, diese Ziele und das Wissen es jetzt bald geschafft zu haben, sind in dieser Zeit mein unentwegter Antrieb und bringen mich knapp 82 Kilometer vorwärts. Doch nun sehnt sich mein Körper dann doch nach etwas Schlaf in der abendlichen Dämmerung. Diese entschließe ich mich auch zu nutzen, da sie noch ein wenig Wärme vom Tage übrig hat und ich mich im restlichen Licht gut auf die Nacht vorbereiten kann…..

Zur Fotostrecke der Reise.

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