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Stars im Trainingslager: Zwischen Leistung und Lagerkoller – Horst Reichel

18. Februar 2016 von Christine Waitz

Markus Langheinrich,   freiSeit einigen Tagen ist Horst Reichel zusammen mit seiner Trainingsgruppe auf Lanzarote. Zwei Wochen hartes Training sind hier garantiert: Neben der Konkurrenz fordern auch Wind, Topographie und Straßenbelag. Welche Tipps Horst Reichel Sportlern für das Trainingslager mitgibt, und warum er auch schon einmal zu Fuß einen Heimweg angetreten hat, das lest ihr im Interview.


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Vor dem Abflug steht die Arbeit. Genauer gesagt das Packen. Und sind wir ehrlich, das ist kein leichtes Unterfangen für einen Triathleten. 23 Kilogramm sind schließlich schnell erreicht… Neben allem, was der Sport so benötigt, hat sicherlich jeder das ein oder andere unverzichtbare Stück im Gepäck, das man sich eigentlich sparen könnte. Was darf bei dir nicht fehlen?

Was auf gar keinen Fall fehlen darf, ist mein Mokkakocher. Bei der schwankenden Kaffeequalität im Süden bin ich gerne auf der sicheren Seite. Daneben noch ein Päckchen von dem „schwarzen Gold“ meines Heimrösters aus Darmstadt und es kann nichts mehr schiefgehen.
Daneben darf mein Laptop niemals fehlen, da ich für die Trainingsauswertung, aber auch Korrespondenz mit meinen Partnern immer erreichbar sein muss.

Apropos fehlen: Manchmal passiert’s eben doch: Kurz zu Hause noch eine Runde mit dem Rad gedreht und glatt den Helm vergessen wieder einzupacken. Was lässt du gerne einmal zu Hause liegen?

Bis auf das Rad habe ich schon fast alles daheim vergessen. Beim letzten Mal war es mein Schwimmbeutel mit allen Trainingsutensilien wie Paddles, Pullbuoy etc. Daher empfiehlt es sich immer eine Checkliste vorher zu schreiben!

Markus Langheinrich, frei

Wann und wo warst du eigentlich das erste Mal im Trainingslager?

Das war als Jugendlicher auf Mallorca, mit dem Landeskader des hessischen Triathlonverbands. Das muss wohl 1997/98 gewesen sein. Es war ziemlich aufregend für mich, da ich noch nie vorher geflogen bin. Wir waren damals ganz im Süden in Colonia Sant Jordi untergebracht. Drei Sterne Hotel, auf anderthalb Sterne Niveau, mieses Essen, aber gutes Wetter und tolle Stimmung! Das war die Hauptsache. Seitdem war ich bestimmt über zwanzig Mal auf der Insel.

Eigentlich möchte man topfit wieder zurück kommen. Häufig jedoch, erwischt es einen nach dem Trainingslager: Erkältung, oder gar Grippe zeugen von einem strapazierten Immunsystem. Was ist dein Tipp um im Camp und auch danach gesund zu bleiben?

Da gibt es ein paar einfache Dinge im Trainingslager zu beachten:
1. Bekleidung: Auch wenn die Sonne im Süden scheint, bitte immer mit Weste und Arm-/Knielingen losfahren, sofern es windig ist. Ausziehen kann man die Sachen später immer noch.

2. Sonnenschutz: Wer aus dem kaltnassen Deutschland anreist, der sehnt sich natürlich erstmal nach der Sonne. Ein Sonnenbrand schwächt aber das Immunsystem und fördert das Hautkrebsrisiko. Also bitte immer ausreichend Sonnencreme benutzen.

3. Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Das ist sehr wichtig, da man schneller Gefahr läuft, durch das umfangreiches Training zu dehydrieren.

Nach dem Trainingslager auf ausreichend Schlaf achten, um die Regeneration zu erhöhen. Außerdem mindestens sieben bis zehn Tage Umfänge und Intensitäten herausnehmen, je nachdem, wie lange man im Trainingslager war. Auch hier auf entsprechende Bekleidung achten. Lieber etwas dicker anziehen und keine Erkältung riskieren.

Sind wir ehrlich: Im Trainingslager werden stets auch Geschichten geschrieben. Kaum ein Sportler, der nicht vom größten Hungerast aller Zeiten, den steilsten Bergen Italiens, der legendärsten Ausfahrt aller Zeiten, oder dem größten Stück Erdbeerkuchen der Welt berichten kann. Was ist deine erinnerungswürdigste Ausfahrt?

Team Sport for Good, einmaligDie wohl beste Geschichte ist mir vor einigen Jahren in Südafrika passiert: Ich bin mit einem guten Kumpel früh morgens zu einem Radtreff gefahren, weil dieser uns „Frischlingen“ empfohlen wurde, um die Trainingsstrecken besser kennen zu lernen. Wir sind dann mit zwanzig Leuten gestartet und es ging sofort richtig zur Sache. Einer nach dem anderen ist rausgeplatzt und gegen Ende, nach vier Stunden, waren wir nur noch zu dritt. Es stellte sich heraus, dass wir mit semiprofessionellen Radrennfahrern unterwegs waren. Der Leader war seinesgleichen AK Weltmeister und hat uns direkt nach der Tour zu sich nach Hause eingeladen, um unseren ordentlichen Einstand in der Gruppe zu feiern. Nach zwei Flaschen Savanna (afrikanischer Cider) haben mein Bekannter und ich nur noch zu Fuß den Heimweg antreten können…

Der Küstenklassiker auf Mallorca, der Anstieg zum Beide auf Fuerteventura, die Ironman Runde auf Lanzarote, oder doch lieber die Strecke des Nove Colli in Italien – deine absolute Lieblingsrunde….

Meine absolute Lieblingsrunde ist die Radstrecke des Ironman 70.3 Mallorca. Von flach bis anspruchsvoll habe ich auf der neunzig Kilometer Runde alles, was ich für eine abwechslungsreiche Ausfahrt brauche. Und wenn es länger werden sollte, fahre ich diese einfach noch ein zweites Mal.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für dein Camp!

Mehr rund um das Thema Trainingslager gibt es in unserem Themenspezial.

Zur Website von Horst Reichel.

Foto: Markus Langheinrich, Team Sport For Good

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