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Sonja Tajsich: Letzte Vorbereitungen für Hawaii und Tipps gegen den Reise-Jetleg

2. Oktober 2011 von Christine Grammer

Bereits zum vierten Mal nimmt Sonja Tajsich den Ironman Hawaii in Angriff. Noch nie waren ihre Chancen so gut, ihr grosses Ziel, die Top Ten zu erreichen. Wie ihre letzten Vorbereitungen aussahen und wie sie ihre Reise nach Kona gestaltet, hat sie uns erzählt.

 


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Du bist neben Silvia Felt die einzige Deutsche, die den Sprung nach Hawaii geschafft hat. Erhöht das den Druck auf dich oder siehst du das vielleicht auch als Chance?

Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich schade, dass einzig Silvia und ich die Chance haben, im Frauenfeld die deutsche Fahne hoch zu halten. Der Druck, den ich mir selber mache, hat mit der Anzahl der weiteren deutschen Starterinnen nichts zu tun. Ich werde mich auf mein Rennen konzentrieren und versuchen, am Tag X das maximal mögliche rauszuholen. Ich möchte gerne ein gutes Rennen machen und mit meiner Leistung zufrieden sein.

Wie hast du dich auf Hawaii vorbereitet? Was steht trainingstechnisch noch an?

Ich war zwei Wochen auf Lanzarote in meinem Lieblingshotel Costa Calero, um die letzten größeren Umfänge und Reize zu setzen. Jetzt habe ich vier Tage etwas weniger gemacht, um morgen bei unserem Landkreislauf einen schnellen Laufreiz zu setzen und am Tag darauf bei der Welt-Kult-Tour – eine RTF um Regensburg – die letzte lange Radeinheit zu fahren. In der kommenden Woche habe ich noch einige Spitzen in den Belastungen, aber nicht mehr allzu großen Umfang. Am Sonntag reisen wir dann nach Hawaii (Anwort kam drei Wochen vor dem Rennen auf Hawaii)

Bereits im Januar begann deine Saison. War deine neue Wettkampfplanung und der Schritt über die 70.3 Rennen wichtige Punkte zu sammeln der richtige Weg im nachhinein? Was konntest du für Erfahrungen und Erkenntnisse gewinnen?

Es war auf jeden Fall der richtige Weg. In erster Linie habe ich gelernt, jede Disziplin ein wenig schneller zu starten. Außerdem habe ich mehr Rennroutine und bessere Wechselzeiten. Nicht zu verachten ist auch, dass ich 5 Mal 90 Kilometer im Renntempo gefahren und 5 schnelle Halbmarathons gelaufen bin. Aber am wichtigsten war für mich die Erkenntnis, dass der „Frauenzug“ gerade immens loslegt und jede schauen muss, dabei zu bleiben. Seit den 70.3 Rennen in Texas und New Orleans trainiere ich explizit nach Wattmesssystem und insgesamt qualitativ noch hochwertiger. „Kopfmäßig“ war es sehr wichtig, die Rennen zu machen, um die Härte für das Training zu bekommen.

Im Gegensatz zu anderen Athleten bereitest du dich in Europa vor und fliegst kurz vor dem Rennen nach Hawaii!?

Wir fliegen wieder zwei Wochen vor Renntermin nach Hawaii. Das hat sich bisher immer gut bewährt. So bleibt genügend Zeit den Jetlag zu überwinden und sich an das Klima zu gewöhnen. Wir nehmen auch wieder unsere Tochter mit, wohnen im selben Apartment-Block, werden ein Mietauto haben und kennen uns schon ganz gut aus. Da das Training nicht mehr allzu viel ist, habe ich auch ein bisschen Zeit für die Familie, das ist sehr schön!

Und auf Lanzarote ist es perfekt, sich im Vorfeld ein wenig an die Kona-Bedingungen zu gewöhnen. Dort ist es auch heiß und vor allem sehr windig. Das Hotel hat eine tolle Außenanlage und meine Eltern waren wieder mit dabei um auf Lisa aufzupassen. Wir hatten eine schöne Zeit. Tom muss die Reha-Maßnahmen von seiner Bandscheiben-OP noch hinter sich bringen, zum Glück wird er genau zwei Tage vor Abflugtermin nach Hawaii fertig und kann mitreisen.

Wie gestaltest du die Reise und die Akklimatisation vor dem Rennen? Wie gehst du mit dem Jetlag um? Kannst du in diesem Punkt unseren Lesern Tipps geben, wie man gerade in Bezug auf Hawaii die lange Reise und die Strapazen am besten verkraftet?

Wir haben dieses Jahr zum Glück wieder eine tolle Fluganbindung bekommen, die uns sehr hilft: Wir fliegen Nachmittags los nach San Francisco, kommen dort Ortszeit 19 Uhr an, haben ein Hotel für eine Nacht reserviert und fliegen am nächsten Morgen um 8 Uhr weiter. So hat man die Chance, sich zwischen den langen Flügen auszustrecken und ein wenig Schlaf zu bekommen. Dann ist es wichtig, um gleich in den Rhythmus reinzukommen, möglichst den Ankunfts-Tag zu überstehen ohne Mittagsschläfchen. Wenn man bis abends um 20 Uhr aushält hat man schon die halbe Miete. Allerdings ist das von Typ zu Typ verschieden, wie man mit dem Jetlag zurecht kommt. Es gibt Menschen, die sind einen Tag später schon akklimatisiert und es gibt Leute, die brauchen eine Woche. Ich gehöre zum Glück zu den ersteren! Für die lange Reise empfehle ich noch: Viel Trinken und Kompressionssocken anziehen!

Fotos: Ingo Kutsche

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