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Simone Mayer: Die Arbeit steht immer vor dem Sport

4. Oktober 2011 von Meike Maurer

Simone Mayer, Geschäftsführerin einer Triathlon- und Sportbekleidungsfirma aus dem Odenwald, zeigt, dass man auch als Business-Frau und trotz wenig Zeit, erfolgreich auf der Langdistanz unterwegs sein und sich sogar für die WM auf Hawaii qualifizieren kann. Zwischen den Geschäftsreisen durch die ganze Welt, versucht die 36-jährige immer wieder mit viel Disziplin ein strukturiertes Training in den ohnehin vollen Alltag zu integrieren.


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Simone,  du hast dich bereits beim Ironman Arizon 2010 qualifiziert, wie sah daher deine Saison 2010 aus?

Durch die frühe Qualifikation hatte ich die Möglichkeit, die Saison 2011 frei zu planen und eine ganz neue, eher unübliche Wettkampfplanung zu gestalten. Da ich aus zeitlichen Gründen sowieso nur wenige Rennen starten kann, habe ich mich auf Mitteldistanzen konzentriert und für die Langstreckenerfahrung Abu Dhabi gestartet.

Wie oft bist du schon auf Hawaii gestartet? Wann das erste Mal und wann das letzte Mal?

Das erste Mal war 1999, nachdem ich mich in Lanzarote kurzfristig angemeldet (das ging damals noch 2 Tage vor dem Rennen) und die Agegroup überraschend gewonnen habe. Das letzte Mal war ich 2002 auf Hawaii, gefolgt von mehreren Qualifikationen, die ich aus beruflichen Gründen aber leider immer kurz vorher absagen musste.

Was magst du an dem Rennen auf Big Island am meisten?

Am meisten liebe ich die Hitze und die schwülen klimatischen Bedingungen. Das ganze in Kombination mit der die Psyche extrem fordernden Strecke ist das ein für mich perfektes Rennen.

Du kennst dich in Sachen Sport- und Triathlonbekleidung besonders gut aus  – auf was sollte man bei der Kleiderwahl beim Ironman Hawaii besonders achten, auf was kommt es an und hast du vielleicht ein paar gute Tipps für unsere Leser?

Zum Schwimmen werde ich unseren Schwimmanzug (von Rono) tragen, der eine extrem hohe Rumpfstabi gewährleistet, was beim Freiwasserschwimmen, insbesondere beim Wellengang auf Hawaii von großem Vorteil ist. Beim Radfahren habe ich mir eine eigene TriShort entwickelt bzw. auf Maß anfertigen lassen. Für diese Short habe ich mir ein extrem dünnes und für mich ideal geformtes Hosenpolster einarbeiten lassen. Den Schnitt habe ich dahingehend optimiert, daß ich eine extreme Formung eingearbeitet habe, sprich die Sitzhöhe gelängt und die vordere Leibhöhe entsprechend gekürzt habe. Damit ist die empfindliche Lendengegend gut vor Sonne geschützt und es drückt kein Bund bei extremer Aeroposition.

Gleiches gilt auch für das Top, das aus einem neuen extrem schnell trocknenden Material gefertigt ist. Hintergrund ist, dass bei Nässe und dadurch Kälte am Bauch das Zwerchfell krampft und Magenkrämpfe verursacht. Mit dem neuen Material kann das nicht mehr passieren. Des Weiteren habe ich Taschen für Eis aufnähen lassen, um im Rückenbereich dauerhaft Kühlung zu bekommen. Bei der Farbgebung würde ich auf helle Farben achten, damit man nicht zu schnell überhitzt.

Du machst seit über 15 Jahren Triathlon und bist schon genauso lange als Geschäftsführerin unterwegs. Wie schaffst du es, das Training in deinen stressigen Alltag und die vielen Reiseaktivitäten zu integrieren? Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Ehrlich gesagt, das ist richtig schwierig und verlangt enorm viel Disziplin und ein extrem gutes Zeitmanagement. Bei der Trainingsplanung lasse ich mir von einem Trainier helfen, um die wenige Zeit, die ich zur Verfügung habe, optimal zu nutzen. Die Laufdisziplin ist mir die liebste geworden, da sie immer und überall möglich ist. Auf Geschäftsreisen habe ich immer Laufschuhe mit im Koffer. Ein normaler Arbeits- und Trainingstag beginnt bei mir öfters bereits um halb fünf  Uhr morgens mit der ersten Laufeinheit. Die Mittagspause ist ideal für Rumpf oder Zugseiltraining, am Abend gehe ich idealerweise dann noch eine Runde Radel durch den Odenwald. Solche Trainingstage sind jedoch leider eher die Ausnahme, da die Arbeit immer vor dem Sport steht.

Was hast du dir für das Rennen am 8. Oktober vorgenommen?

Eine Vorgabe mit Zeiten oder Platzierungen ist für Kona bei der teilweise turbulenten Vorbereitung nicht möglich. Mir ist in erster Linie wichtig, dass ich ein gesundheitlich gutes Finish habe und mich körperlich nicht zu sehr ruiniere, da im Anschluss noch eine Geschäftsreise ansteht.

 

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