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Schwimmen im Freiwasser: Ein Ausflug ins Grüne

9. Mai 2016 von Christine Waitz

Foto: Ingo Kutsche,   freiGrünlich, bräunlich, klar oder trüb. Schwimmen im See ist alles, nur nicht ähnlich dem im Schwimmbad. Deshalb gilt es sich gut darauf vorzubereiten. Das betrifft sowohl Material, als auch das eigene Können und das persönliche Selbstvertrauen. Schließlich wird das Schwimmen im ungewohnten Terrain meist noch von nicht allzu glimpflichen Mitstreitern gestört. Wir haben die Tipps für den Ausflug ins Grüne.


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Grundsätzlich gilt: jedes offene Gewässer ist anders. Wassertemperatur, Strömungen, Wellengang, Sicht, Untergrund und Ufer sind wohl die Dinge, die man vorsichtig erkunden oder auch erfragen sollte, bevor man sich motiviert ins Nass stürzt. Stopp! Noch nicht! Es gilt noch einige Dinge am Ufer zu erledigen!

Guter Durchblick ist wichtig – vor allem im Gewühl

Foto: Christine Waitz, freiZum Beispiel die Wahl der Schwimmbrille für den richtigen Durchblick. Besonders bei Starts früh am Morgen kann es vorkommen, dass die Sonne heftig blendet. In diesem Fall entscheidet man sich besser für eine Brille mit getönten Gläsern. Die verbirgt nebenbei auch noch den panischen Ausdruck in den Augen. Sehr praktisch, wie wir finden.
Ist das Wetter eher trüb und auch die Sicht im Wasser schlecht, schwimmt sich mit durchsichtigen oder gefärbten Brillengläsern besser. Auch gibt es Brillen, die durch ihre gebogenen Gläser mit besonders großem Sichtfeld punkten, was sich im See positiv bemerkbar macht. All das hilft übrigens nichts, wenn man eine Sehschwäche hat. Wer mit Kontaktlinsen nicht schwimmen kann oder will, sollte sich deshalb eine Schwimmbrille mit optischen Gläsern zulegen. Diese gibt es im gut sortierten Fachhandel zu kaufen.

Das Navi programmieren

Als nächstes solltet ihr euch zur besseren Orientierung noch einige Fixpunkte am Ufer merken. Manchmal sieht man im Getümmel, oder auch durch Wellengang die Bojen nicht und dann kann man diesen vorher ausgesuchten Fixpunkt anschwimmen. Das kann ein hoher Baum, Fahnenmast, Gebäude oder ähnliches sein, dass in Verlängerung zur Boje am Ufer gut auszumachen ist.
Foto: Chrisitine Waitz, freiDie Orientierung erfolgt durch einen kurzen Blick nach vorne, der in die Kraulbewegung möglichst reibungslos einfließen soll. Es hat sich bewährt alle fünf bis sechs Züge bei der Atembewegung den Kopf etwas zu heben. Auch das kann im Training vorher eingeübt werden. Man beginnt die Übung mit abwechselnd einem Stück Wasserballkraul, gefolgt von normalen Kraulzügen. Langsam baut man die Zuganzahl, die man im Wasserballstil schwimmt ab und hat irgendwann eine kurze Zeitspanne übrig, bei der man sich nach vorne orientieren kann.

Auf Los geht es los

Halt – nicht zu hastig! Besonders bei niedrigen Wassertemperaturen oder vorhergehendem Aufenthalt in der Sonne solltet ihr es lieber ruhig angehen lassen, um den Körper an die Wassertemperatur zu gewöhnen. Im Wettkampf hat es sich bewährt gründlich einzuschwimmen. Sonst kann es die ersten Meter auch schnell mal zu Atemnot kommen.
Falls das passiert oder Ihr in Panik geratet – kein Problem. Ein Paar Züge Brust, tief durchatmen und weiter geht’s. Grundsätzlich gilt auch hier: Übung macht den Meister. Einige kurze Trainingseinheiten im Freiwasser helfen, die Scheu vor dem dunklen Wasser zu überwinden. Trainiert ihr in der Gruppe, lässt sich zudem gut der Wettkampfstart simulieren.

Auf dem Weg

Foto: Christine Waitz, frei

Mit guter Sicht, geübter Orientierung und Schwimmtechnik seid ihr nun gut gerüstet. Falls ihr dann das Gefühl habt, dass euere Schwimmgruppe von der Ideallinie abkommt, traut euch ruhig und schwimmt eueren eigenen Weg. Oft genug sind schon ganze Gruppen falsch geschwommen.

Wenn Ihr dann Richtung Schwimmausstieg kommt, solltet ihr eueren Beinschlag intensivieren. Dadurch fällt das „Aufstehen“ und aus dem Wasser Laufen gleich viel leichter. Jetzt muss alles ganz schnell gehen.

Reisverschluss auf, Kappe und Brille ab und beim Herunterziehen des Neos bis auf Hüfthöhe in den Ärmeln verschwinden lassen. Wenn Ihr vorher etwas Babyöl auf die Füße und Beinenden des Neos geschmiert habt (Achtung, Handschuhe anziehen, sonst verliert ihr euer Wassergefühl), kommt ihr auch ganz schnell aus dem Anzug.

Geschafft! Jetzt geht’s ab aufs Rad!

Fotos: triathlon.de, Ingo Kutsche

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