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Schwimmen für Triathleten: Das Kraul-Handicap

27. September 2014 von Stefan Plate

Foto: Chrisitine Waitz,   freiZeit ist relativ, aber 25 Meter im Hallenbad oder gar 3, 8 Kilometer beim Ironman sind so lange wie sie sind. Effizienz in der Technik lässt euch die Strecke schnellstmöglich überwinden. Wie effizient ihr durch das Wasser gleitet hängt jedoch auch von euerem Training ab. Wir zeigen euch eine Methode zum Messen der Effizienz Eurer Kraul-Technik.


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Einen Leistungstest (zum Beispiel 400 Meter Kraul auf Zeit) zur Bestimmung der eigenen Leistungsfähigkeit hat wahrscheinlich jeder schon mal in sein Schwimmtraining integriert. Aber wie misst man die Qualität seiner Kraul-Technik?

Ein Ansatz hierzu ermöglichst das sogenannte Kraul-Handicap. Hierbei schwimmt man 25 Meter auf Zeit und zählt gleichzeitig seine Armzüge. Summe aus beiden (Zeit und Armzüge) ergibt das Handicap. Abstoßen vom Beckenrand und Beinschlag ist erlaubt.

Kraul-Handicap (25m) = Anzahl Armzüge + Schwimmzeit in Sekunden

Ein durchschnittlicher Schwimmer sollte sich bemühen, sein Handicap unter 40, ein leistungsorientierter Schwimmer unter 30 zu drücken. Idealerweise sollte auch die Zahl der Armzüge und die benötigte Zeit inetwa gleich sein. Liegen die Werte mehr als fünf Punkte auseinander, weißt das auf Einseitigkeiten in der Kraultechnik hin.

Und wie ist Dein Handicap?

Christine Waitz freiAnalog wie beim Golf ist das Ziel, sein Handicap grundsätzlich möglichst tief zu halten. Das Problem ist nur, um wirklich schnell zu sein, muß man auch schneller ziehen (Armzug). Das führt jedoch zu einer höheren Zahl von Armzügen. Wer dagegen länger gleitet, hat weniger Armzüge, braucht aber länger, um die 25 Meter zurückzulegen.

Kraftvoll gleiten

Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist der kraftvolle lange Gleitzug, der nur in einer effizienten aquadynamischen, das heisst widerstandsarmen Kraultechnik zum Einsatz kommt. Wer weniger Armzüge für eine bestimmte Strecke benötigt spart Kraft, da jedes Nachvorneführen des Arm zusätzlich Energie kostet. Ziel ist also, länger zu gleiten und gleichzeitig seine Geschwindigkeit möglichst hoch zu halten.

Der Armzugfaktor (AF)

Um unabhängig von der Schwimmstrecke eine Aussage über die Kraultechnik machen zu können, kann man das Handicap durch die Meß-Entfernung teilen, dann erhält man den Armzugfaktor. Wenn man zum Beispiel bei einer Strecke von 25 Meter ein Handicap von 30 hat, ergibt das einen AF = 1,2.

Armzugfaktor (AF) = (Anzahl Armzüge + Schwimmzeit in Sek.) / Schwimmstrecke in Meter

Mit dem AF lässt sich dann in Abhängigkeit der Schwimmstrecke der benötigte Energieverbrauch nach folgender Formel abschätzen:

Energieverbrauch mit AF=1,2 für 3,8km: E = (1,2 * 3800 m) / 5 = 912 kcal

Viel Spaß beim Drücken eueres Handicaps!

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Fotos: triathlon.de

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