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Schlüssel zum Erfolg (2): Motivation und Selbstvertrauen im Triathlon

18. September 2013 von Nicole Luzar

Foto: Ralph Schick,   freiGutes Training ist Garant für ein gutes Rennen. Sicherlich. Aber nicht nur! Denn für einen erstklassigen Triathlonwettkampf sind noch sechs weitere Faktoren entscheidend. Diese haben nichts mit der körperlichen Leistungsfähigkeit zu tun, sondern befinden sich auf mentaler Ebene. Lohnt sich vielleicht Mentaltraining?


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Das Triathlon komplex ist, weiß jeder, der sich schon im Wettkampf daran versucht hat. Einmal läuft es besser, ein andermal schlechter. Manchmal kennt man den Grund dafür und manchmal steht man einfach nur vor einem großen Fragezeichen.

Das neben körperlichen Faktoren auch sechs mentale Faktoren eine Rolle spielen können, das wird meist nicht in Erwägung gezogen. Motivation, Selbstvertrauen, Erregungsniveau, Konzentration, Emotionen und Schmerz, heißen die sechs Schlüsselfaktoren. Ob ein Rennen erstklassig wird, oder nicht hängt entscheidend davon ab, ob die Perfektionspyramide gut gebaut ist.

Bild: Sportwelt Verlag, einmalig

Motivation

Motivation gehört zum Fundament der Pyramide des erstklassigen Triathlons. Auf ihr bauen alle Triathlonaktivitäten auf. Unsere Motivation bestimmt, welchen Stellenwert wir dem Triathlon beimessen, wie viel Zeit wir in unser Training stecken, wie gut wir uns mental vorbereiten und wie sehr wir uns selbst in Training und Wettkampf antreiben. Ohne den Willen und die Entschlusskraft zu trainieren und sich mit anderen zu messen, sind alle anderen mentalen Faktoren sowie die körperlichen und technischen Elemente des Triathlons bedeutungslos.

„Klar, man kann Muskelbiopsien und all den Mist machen, aber der Wille wird immer das Wichtigste sein.“
(Jimmy Riccitello)

Motivation ist allerdings auch die einzige Einflussgröße für unsere Leistungen im Triathlon, die wir steuern können. Die Formel für Triathlonleistungen verdeutlicht dies: Leistungsfähigkeit – Schwierigkeiten im Wettkampf + Motivation = Leistung

Erstklassige Motivation

Erstklassige Motivation heißt, dass wir so viel Zeit, Energie und Konzentration investieren wie nötig, um unsere Triathlonziele zu erreichen. Es bedeutet also, ausreichend häufig, lang und intensiv genug zu trainieren, um das Beste aus uns herauszuholen; das kann eine Leistungssteigerung sein, ein Erfolgserlebnis, der Kontakt mit Gleichgesinnten oder einfach nur Spaß. Egal, was einen Triathleten hauptsächlich anspornt – erstklassige Motivation sorgt dafür, dass er seine Ziele erreicht.

Selbstvertrauen

Selbstvertrauen ist die wichtigste mentale Einflussgröße für Erfolg im Triathlon. Wir verstehen unter Selbstvertrauen, wie stark jemand daran glaubt, persönliche Bestleistungen erbringen und selbstgesetzte Ziele erreichen zu können. Selbstvertrauen beeinflusst jeden Aspekt des Trainings und der Leistungen in Wettkämpfen; nicht zuletzt wirkt es sich auf das Leben ganz allgemein aus. Wir müssen zwar bestimmte Fähigkeiten mitbringen, damit wir unsere Triathlonziele erreichen können – fehlt uns aber die Überzeugung, dass wir diese Fähigkeiten besitzen, dann werden unsere Leistungen nicht das Niveau haben, zu dem wir körperlich fähig sind.

Bild: Sportwelt Verlag, einmaligWarum Triathleten Selbstvertrauen verlieren

Selbstvertrauen hat nicht nur einen direkten Einfluss auf die Leistung, sondern auch auf jeden anderen mentalen Faktor. Technische Pannen, taktische Fehler, die falsche Ausrüstung, ein schlechter Trainingstag oder ein mieses Wettkampfergebnis können dem Selbstvertrauen schaden und den Eindruck erwecken, nicht so leistungsfähig zu sein, wie man dachte.
Aber auch unrealistische Erwartungen sind schlecht für das Selbstvertrauen. Wichtig ist, sich zu vergewissern, dass das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit auch mit den tatsächlichen Fähigkeiten übereinstimmt.

Viele Triathleten sind perfektionistisch veranlagt und daher besonders anfällig dafür, aufgrund zu hoher Ansprüche ihr Selbstvertrauen zu untergraben. Wer übertriebene Erwartungen an sich stellt und daher zu kritisch über seine Leistungen urteilt, hält seine Leistungen womöglich für nicht gut genug, obwohl er – an realistischen Erwartungen gemessen – durchaus eine gute Leistung erbracht hat.

Erstklassiges Selbstvertrauen

Erstklassiges Selbstvertrauen bedeutet, ein tiefes, dauerhaftes und belastbares Vertrauen darin zu haben, die Ziele im Triathlon zu erreichen. Mit erstklassigem Selbstvertrauen glauben wir fest an uns selbst als Triathlet/in. Wie bleiben auch dann zuversichtlich, wenn wir einen schlechten Trainingstag haben, wenn wir müde oder verletzt sind oder eine schlechte Wettkampfleistung zeigen. Mit erstklassigem Selbstvertrauen bleiben wir optimistisch, motiviert, konzentriert und gefühlsmäßig beherrscht. Wir haben Respekt vor den Herausforderungen, die sich uns stellen, aber wir werden von ihnen nicht eingeschüchtert. Erstklassiges Selbstvertrauen ermutigt uns, schwierige Wettkampfbedingungen und -strecken aufzusuchen und sie als Chancen zu begreifen, die unsere Fähigkeiten zur Geltung bringen, und nicht als Gefahren, die wir vermeiden sollten. So können wir dauerhaft persönliche Höchstleistungen erbringen.

So geht’s weiter

Teil Drei in der kommenden Woche beschäftigt sich mit über mentalem Training im Triathlon handelt von Erregungsniveau und Konzentration, Teil Vier widmet sich dem Umgang mit Emotionen und Schmerz.

Alle Auszüge stammen aus dem Buch „Mentales Training für Triathleten und alle Ausdauersportler“ von Jim Taylor und Terri Schneider (ISBN 978-3-9811428-0-8).

Über Nicole Luzar

Foto: Nicole Luzar, freiNicole Luzar ist Diplombiologin, staatlich geprüfte Übersetzerin und Autorin dieses Artikels. Sie ist außerdem Verlegerin von Triathlon- und anderen Sportbüchern und nimmt mindestens einmal im Jahr an einem Triathlon, Marathon oder Langstreckenschwimmen teil. Während zu ihrer Zeit als aktive Ruderin die sportliche Leistung im Vordergrund stand, legt sie heutzutage mehr Wert auf einen gesunden Ausgleich zur beruflichen Schreibtischtätigkeit.

Zur Website des Sportwelt Verlages.

Bilder: Sportwelt Verlag

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